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Thema: Langzeittherapie mit Rimadyl - Erfahrungswerte

Hybrid-Darstellung

  1. #1
    Lieber heimlich lustig als unheimlich lächerlich Avatar von Annika S.
    Registriert seit: 15.05.2007
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    Standard

    Meiner Erfahrung nach ist es von Tier zu Tier unterschiedlich wie sie mir Schmerzen klar kommen. Bzw. wie sie das nach aussen hin zeigen. Das Dauerschmerzen nicht schön sein können dürfte außer Frage sein.

    Keines der von uns getesten Schmerzmittel zeigten eine Erleichterung. Auch nicht in Kombination. Unterdosiert waren ganz bestimmt keine Medikamente. Wir waren am oberene Limit. Er stellte dann das Fressen ein als es dann irgendwann 6 Medis auf einmal waren. Die Gründe, die hier aufgeführt werden, warum kein oder zu wenig Schmerzmittel geben werden sind für mich völlig unverständlich und treffen mit Sicherheit nicht auf mich zu. Oftmals ist es schlicht Unvermögen der Tierärzte die Dosierungen korrekt zu berechnen. Aber auch das trifft hier nicht zu.

    Zitat Zitat von Alex Beitrag anzeigen
    Parallel dazu muss natürlich die Ursache der Schmerzen kompetent bekämpft werden. Ist das nicht in den Griff zu bekommen, kann das Schmerzmittel auf Dauer nicht greifen.
    Ich frage mich: Stellst Du meine oder die Kompetenz meiner Tierärzte in Frage oder war das so allgemein gesagt?

    Zitat Zitat von Alex Beitrag anzeigen
    Wegen Schmerzen an sich sollte kein Tier eingeschläfert werden,
    dafür gibt es mittlerweile gute und wirksame Mittel
    Das sehe ich völlig anders. Kein Tier sollte dauerhaft Schmerzen erleiden müssen weil wir es nicht erlösen lassen wollen.

    Schmerzmittel: 5 fallen mir derzeit nur ein
    - Temgesic (Morphin - Wirkstoff: Buprenorphin)
    - Rimady (Wirkstoff: Carprofen),
    - Metacam (Wirkstoff: Meloxicam),
    - Novalgin (Wirkstoff: Metamizol) ,
    - Tolfedine (Wirkostff: Tolfenaminsäure).

    @ Alex: Wärest Du bitte so nett und schreibst mir per PN die anderen Schmerzmedis (bzw. Wirkstoffe) auf damit ich mit meiner TÄ reden kann. Und vielleicht auch die Kominationsmöglichkeiten. Auch für die Zukunft wäre das hilfreich. Offenbar schöpfen meine Tierärzte da nicht das Optimale aus.

    Es wurde unter Cortison definitv nicht besser. Wäre es besser geworden dann hätte ich nach der Akutphase das Cortison abgesetzt um zu gucken wie er damit klar kommt. Wenn es ohne wieder schlimmer geworden wäre, klar, dann hätte es er auch dauerhaft bekommen. Das wollte ich damit nicht ausschliessen. Nur sollte man nicht gleich von vornherein sagen: Jetzt bekommt er es halt bis zum Ende. Das sollte niemals der Plan sein. Was ihn letztlich umbringt ist ja dann auch egal wenn er somit noch eine längere, schöne (!) Zeit hat.

    Die kürzere Lebenszeit habe ich, so vermute ich, durch die ganze Medivergabe auf jeden Fall bewirkt. Nur war die letzte Zeit alles andere als schön. Ich denke, die Nierenwerte wären nicht optimal wenn diese untersucht werden würden.

    Cortison = Schreckgespenst: Ein Gespenst ist eine Fiktion / Einbildung - ich denke, daß trifft auf Cortison nicht zu. Cortison dauerhaft zu geben wünsche ich mir ebensowenig für eines meiner Tiere wie die Dauergabe von Metacam z.B. oder jedem anderen Medi welches Nebenwirkungen erzeugen kann.

    Ich denke heute, daß in diesem Fall weniger vielleicht mehr gewesen wäre. Je mehr Medis er bekam, um so schlechter wurde der Zustand da die Nebenwirkungen kamen.

    Hätte Sammy in den 3 Wochen einen einzigen richtig guten Tag mit Lebensqualität gehabt, wo wäre ich hoffnungsvoller.

    @Kleopaja - mit dem Thema Goldakupunktur hatte ich mich bereits vertraut gemacht, für Paula. Die Meinungen gehen da ja gänzlich auseinander. Und hätte auch nur ein Tierarzt, dem ich Vertrauen schenke, dieses für Paula oder Sammy in Erwägung gezogen, so würde ich es machen lassen. Keine Frage.

    Bei den Tierartzkosten der vergangenen Monaten käme es auch darauf nicht mehr an. Wobei die Magnetfeldmatte derzeit doch den Rahmen sprengen täte. So auf die Schnelle könnte ich das nicht aufbringen. Wobei es für Paula und Marie vermutlich auch eine lohnenswerte Anschaffung wäre, langfristig gesehen. Aber gleich heute kann ich das nicht bezahlen.

    LG
    Annika

  2. #2
    Riesenlos Avatar von Alex
    Registriert seit: 27.10.2006
    Ort: Eberswalde
    Beiträge: 1.477

    Standard

    Zitat Zitat von Annika S. Beitrag anzeigen
    Meiner Erfahrung nach ist es von Tier zu Tier unterschiedlich wie sie mir Schmerzen klar kommen. Bzw. wie sie das nach aussen hin zeigen. Das Dauerschmerzen nicht schön sein können dürfte außer Frage sein.

    Keines der von uns getesten Schmerzmittel zeigten eine Erleichterung. Auch nicht in Kombination. Unterdosiert waren ganz bestimmt keine Medikamente. Wir waren am oberene Limit. Er stellte dann das Fressen ein als es dann irgendwann 6 Medis auf einmal waren. Die Gründe, die hier aufgeführt werden, warum kein oder zu wenig Schmerzmittel geben werden sind für mich völlig unverständlich und treffen mit Sicherheit nicht auf mich zu. Oftmals ist es schlicht Unvermögen der Tierärzte die Dosierungen korrekt zu berechnen. Aber auch das trifft hier nicht zu.
    Mein Beitrag diente dazu nochmals darauf hinzuweisen, dass Schmerzmittel wirklich sehr häufig unterdosiert werden. (Selbst die Hersteller weisen auf Nachfrage inzwischen darauf hin.)
    Gerade bei Kaninchen wird nicht berücksichtigt, dass ihr Stoffwechsel ein anderer als der von Hund, Katze & Co. ist:
    Er ist viel, viel schneller, daher werden Medikamente schneller umgesetzt und abgebaut.

    Ich bin mittlerweile von der einmaligen täglichen Gabe ganz abgerückt und gebe immer 2x täglich und der Unterschied bei den Nins ist deutlich sichtbar.

    Bevor ich ein anderes Schmerzmittel ausprobieren würde, würde ich erst einmal die Dosierung und die Taktung der Gabe verändern.

    Dann ist eine weitere Steigerung möglich, wenn das Schmerzmittel nicht oral gegeben, sondern gespritzt wird, was wie bei Antibiotika auch manchmal zur besseren Verträglichkeit beiträgt.
    Das wäre noch meine einzige Idee derzeit in Sachen Schmerzmittel.

    Zitat Zitat von Annika S. Beitrag anzeigen
    Ich frage mich: Stellst Du meine oder die Kompetenz meiner Tierärzte in Frage oder war das so allgemein gesagt?
    Soweit ich es sehe, hatte ich auf den Beitrag von 'Elune' geantwortet, wo für meine Begriffe recht lapidar geschrieben wurde, dass Kaninchen allgemein mit Schmerzen schlecht klar kommen und ein Kaninchen wegen Schmerzen in der Pfote eingeschläfert wurde.
    Das konnte und kann ich so nicht stehen lassen.
    Wenn das so wäre, dürfte kein Kaninchen mehr operiert werden, denn danach hat es bestimmt Schmerzen.

    Zitat Zitat von Annika S. Beitrag anzeigen
    Das sehe ich völlig anders. Kein Tier sollte dauerhaft Schmerzen erleiden müssen weil wir es nicht erlösen lassen wollen.
    Ich lerne mit jedem Kaninchen dazu, aber habe einige Grundauffassungen, die sich natürlich mit jeder Erfahrung ändern können:

    Schmerzen gehören mit zum Leben.

    Das Leben ist kostbar.

    Für Kaninchen mache ich es an drei Punkten fest,
    ob es ein 'lebenswertes Leben' hat:
    Es frisst von selber (oder auch vorübergehend mit ein wenig Unterstützung).
    Es bewegt sich durch den Raum / Mobilität.
    Es hat Freude an Sozialkontakten.

    Wenn einer der Punkte wegfällt, sind da noch die anderen zwei Punkte.
    Wenn alle drei Punkte zusammen nicht mehr dauerhaft erfüllt werden, dann ... .

    Aber das weißt du alles selber, ich will hier nicht belehren, sondern nur nochmals aufzeigen .

    Ich bin selber Schmerzdauerpatientin, nehme seit 14 Jahren (!) dauerhaft Cortison und möchte eigentlich noch nicht den Gnadenschuss, nur weil es mir einige Monate im Jahr einfach nur dreckig geht.
    Kann sein, dass ich da was zu Unrecht auf die Kaninchen übertrage.

    Jedes Tier ist anders und du allein musst leider die Entscheidung treffen, was noch getan werden kann und wo es vergeblich ist.
    Es wird nie leichter.

    Jetzt klarer geworden, was ich meinte?

    Nochwas: Zwei meiner Riesen bekommen dauerhaft Metacam und kommen bislang gut damit klar.
    Würden sie es nicht bekommen, wäre ihr Leben nicht möglich.
    Ist das nun falsch?
    Geändert von Alex (10.06.2011 um 12:30 Uhr)
    Alex und Labori P. Marlowe & Lena, die Schöne, sowie die Kleinen Prinz Leopold , Daphne und die blinde Miene.
    In tiefer Trauer um: Miko, Theo, Hubi, Pepino, Tess, Puh, Bienchen, Ronja, Bommel, Hiro, den letzten Riesen Rufus, Salt, Pepper, Pepe, Rübezahl, Schnuffel, Caspar, Gnadi Sam Nugget, Luisa, Knöpfchen, Lucy und Bamse

  3. #3
    Lieber heimlich lustig als unheimlich lächerlich Avatar von Annika S.
    Registriert seit: 15.05.2007
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    Beiträge: 3.104

    Standard

    Zitat Zitat von Alex Beitrag anzeigen
    Er ist viel, viel schneller, daher werden Medikamente schneller umgesetzt und abgebaut.
    Das ist mir bekannt, muss aber gestehen, daß ich bisher in den Jahren lediglich eine Medi-Dosierungskorrektur (vom Hersteller) bewusst mitbekommen habe. Die von Metacam. Alles andere muss an mir vorbei gegangen sein und ich muss mich da auf die Angaben meiner TÄ verlassen. Ich bin mir arg sicher bin, daß eine Vielzahl der Hersteller darauf verweisen, daß die Medikamente nicht für Kaninchen zugelassen sind. Oder nicht? Machen die dann Angaben zu der korrekten Dosierung?

    Eine PN zu den Medis wäre trotzdem sehr hilfreich - ich habe ja doch sehr oft kranke Patienten hier sitzen. Sollte etwas nicht greifen, könnte ich direkt mit meiner TÄ die Alternativen durchgehen.

    Zitat Zitat von Alex Beitrag anzeigen
    Ich bin mittlerweile von der einmaligen täglichen Gabe ganz abgerückt und gebe immer 2x täglich und der Unterschied bei den Nins ist deutlich sichtbar.
    Die Schmerzmittel verteile ich ebenfalls auf mehrere Vergaben. Habe aber bei Sammy verschiedene Möglichkeiten ausgetestet.

    Zitat Zitat von Alex Beitrag anzeigen
    Dann ist eine weitere Steigerung möglich, wenn das Schmerzmittel nicht oral gegeben, sondern gespritzt wird, was wie bei Antibiotika auch manchmal zur besseren Verträglichkeit beiträgt.
    Das wäre noch meine einzige Idee derzeit in Sachen Schmerzmittel.
    Ich muss sagen, daß ich dazu übergangen bin alle Medis zu spritzen die zu spritzen sind und gebe nur noch das nötigste oral. Wobei auch gespritze Medis auf den Magen-Darm-Trakt gehen können. Bei Sammy habe ich natürlich nichts unversucht gelassen. In den 3 Wochen sind wir nicht stur bei einem Schema geblieben. Nach etwa 70 Notfellchen, die meisten krank bei der Ankunft, habe ich ein wenig Gespür entwickelt was und wie man das bestmögliche Ergebnis erreichen kann. Wobei ich natürlich auch bei jedem einzelnen Tier neues lerne. Keines ist wie das andere.


    Zitat Zitat von Alex Beitrag anzeigen
    Ich bin selber Schmerzdauerpatientin, nehme seit 14 Jahren (!) dauerhaft Cortison und möchte eigentlich noch nicht den Gnadenschuss, nur weil es mir einige Monate im Jahr einfach nur dreckig geht.
    Ich bin mir sicher, auch da gibt es Menschen, die sich nichts sehnlicher wünschen als den Gnadenschuss. Letztlich kann es der Mensch für sich selber entscheiden ob er weiter mit den Schmerzen leben möchte oder nicht.

    Sammy frissst kaum noch, hat 1/4 seines Körpergewichts verloren, kann seit 3 Wochen nicht laufen, kaum sitzen aber auch nicht liegen, keine Körperpflege betreiben und pullert sich ein. Die Hinterläufe sind inzwischen nicht nur wund sondern offen - die verminderte Wundheilung ist wohl eine Nebenwirkung des Cortisons. Kommt einer seiner Artgenossen zu nah, kuschelt sich an seinen Po, so fängt er vor Schmerzen an mit den Zähnen zu knirschen da ihn jegliche Berührung offenbar Shmerzen zufügt. Ich traue mich schon gar nicht mehr, ihn zu berühren. Seine Augen werden riesig und knirscht mit den Zähnen. Nach der Medivergabe sitzt er da und wackelt mit dem Köpfchen - es dauert eine Zeit, bis er sich davon wieder eholt hat.
    Aber ich kann die Medis ja auch nicht ganz weglassen. Dann hätte er keine Chance mehr und ich mag einfach nicht aufgeben.

    Zitat Zitat von Alex Beitrag anzeigen
    Nochwas: Zwei meiner Riesen bekommen dauerhaft Metacam und kommen bislang gut damit klar.
    Würden sie es nicht bekommen, wäre ihr Leben nicht möglich.
    Ist das nun falsch?
    Habe ich das in Frage gestellt? Wenn die Lebensqualität damit hergestellt ist natürlich nicht. Das habe ich auch nicht behauptet. Aber es wäre nicht das, was ich mir für meine Tiere wünsche. Ohne wäre natürlich wünschenswerter. Aber wenn es nicht anders geht, dann ist es so.

    Naja, ich bitte da um Nachsicht, meine Nerven liegen seit einigen Monaten etwas blank... zu viele kranke Tiere. Und defitiv auch zu viele Kämpfe, wenn auch nicht alle, verloren.

    LG
    Annika

  4. #4
    Lieber heimlich lustig als unheimlich lächerlich Avatar von Annika S.
    Registriert seit: 15.05.2007
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    Standard Sammy, ich habe ihn gehen lassen

    Nachdem gestern klar wurde, dass der Eiter im rechten Beinchen noch immer massiv vorhanden war und somit die letzte Möglichkeit, ihn doch zu operieren kaum möglich war, habe ich beschlossen, ihn gehen zu lassen.

    Das linke Bein zu amputieren und zeitgleich rechts eine Abzessbehandlung durch zu führen... hatte kaum Aussicht auf Gelingen. Die TÄ hielt Sammy, jedoch nun ohne neue Blutuntersuchung ect., nicht mehr für Narkosefähig. Er hatte zu sehr abgebaut.

    Und ja, ich bin froh, dass ich entscheiden kann, dass Schmerzen nicht zu Sammy´s Leben gehören müßen, nicht Sammy´s Leben sind und dieses bestimmen.

    Die Entscheidung war nicht leicht. Sie zu treffen und dann auch aus zu sprechen hat mir das Herz gebrochen. Auch, wenn es die richtige Entscheidung war


    Er ist in Würde und friedlich auf meinem Schoß eingeschlafen.

  5. #5
    ...Leo, Lenny, Philo, Amadeo und Nilo im Herzen Avatar von Nadine G.
    Registriert seit: 07.05.2008
    Ort: Bayern
    Beiträge: 3.746

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    Annika, ich denk an dich und drück dich

    "Vielleicht bedeutet Liebe auch lernen, jemanden gehen zu lassen, wissen, wann es Abschiednehmen heißt. Nicht zulassen, daß unsere Gefühle dem im Weg stehen, was am Ende wahrscheinlich besser ist für die, die wir lieben."

  6. #6
    Erfahrener Benutzer Avatar von kleopaja
    Registriert seit: 28.03.2011
    Ort: Eifel
    Beiträge: 315

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    Kleo

  7. #7
    Hoppywood und Fonds für alle Felle Avatar von Katharina
    Registriert seit: 15.08.2006
    Ort: Kölsche Toskana
    Beiträge: 19.152

    Standard

    Ich kann dir deine Gefühle nachempfinden. Sammy
    Liebe Grüße von Kathi und ihren Kaninchenfellen, erreichbar unter kathis-kaninchenfelle@posteo.de


    Hoppywood Teil 1: https://www.kaninchenschutzforum.de/...ad.php?t=48411

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