Tierschutz ist kein Anlass zur Freude, sondern eine Aufforderung sich zu schämen, dass wir ihn überhaupt brauchen. (Prof. Dr. theol. Erich Gräßer, Theologe und Politiker)
Ja, wenn du das meinst, Feiveline...Ich verteidige meine Meinung genau wie du deine verteidigst. Und jetzt ist es auch gut!
Nochmal dazu : feiveline, Marilyn, ich habe auch schon gute Erfahreungen mit ein und derselben Tk gemacht - ich schrieb ja, dass mein Lottchen mehrere Male dort war und wohlauf und entspannt wieder kam. Das war aber vor Jahren.
Auch bei meiner TÄ hatte ich nie ein Problem ein Tier dort zu lassen für 1 Nacht..auch 2...und in einer 3. Praxis hatte ich überhaupt kein Problem-da waren Tiere schon paar Tage.
Meine Erfahrung ist die, dass sich das einfach geändert hat. Hinten angefangen, ist in der 3. Praxis die TÄ, die Bauchsachen super gut behandeln konnte (sie hatte ein richtiges Händchen dafür) nicht mehr da. In meiner eigentlichen TA-Praxis ist die TÄ gut, aber sie hat einfach zu viel um die Ohren, und ist mit Bauchsachen eher mittelmäßig gut-mit anderem wieder sehr gut. Und in der Tk sind viele neue TÄ, auch Helferinnen, die ganz anders vorgehen als andere früher..und mit ganz anders mein ich hauptsächlich oberflächlicher.
Petra, ich fühle so mit Dir.....und ich habe genau dasselbe Gefühl bei meinen beiden letzten Todesfällen. Vor allem beim letzten. Obwohl er auch hier schon arg "in den Seilen hing"...sonst wäre ich ja nie und nimmer überhaupt in den Notdienst gefahren, sondern am nächsten Morgen gleich zu meiner TÄ.
Das Thema gehört eben deshalb dazu, weil ich mich fragen muss bei meiner Trauerbewältigung (das Thema hier) wie schaffe ich es mich mit der Situation ein Stück weit zu "versöhnen", oder besser gesagt sie zu akzeptieren so wie sie abgelaufen ist. Und nicht ständiges Hadern und Zweifel meine Begleiter bleiben.
So wie Du schreibst, Marilyn, wenn man anders gehandelt hätte und es wäre schief gegangen, würde man sich auch Vorwürfe machen.
vlt muss man akzeptieren, dass wir in bestimmten Situationen auch überfordert sind zu sagen: Dass ist das Richtige. Je kritischer eine Situation ist, desto schwieriger ist es das zu entscheiden.
Puh, was für ein heftiger und wichtiger thread. Ich schreibe hier später mal. Danke für´s Eröffnen.
Nach fast zwölf Jahren mit insgesamt zwölf Kaninchen bin ich froh, außerordentlich froh!!,
dass ich in all den brenzligen Situationen,
wo es hieß "den müssen Sie aber jetzt hier lassen"...
- das nie gemacht habe und mich rein aus dem Gefühl heraus, ohne eure schlimmen Erfahrungen gemacht zu haben,
mit allen Mitteln dagegen gewehrt und entschieden dagegen ausgesprochen
habe und die Tiere immer mit heim genommen habe.
Nie ist eines dann deswegen gestorben.
Und das hier war der Ausschlag dafür:
ich kenne einen Mann, der seinen Hund in einer Klinik abgab und in seinem Auto vor der Klinik übernachtete, um in der Nähe zu sein,
wenn etwas "aus dem Ruder läuft".
Das wussten alle Anwesenden auch, da er es mitgeteilt hatte.
Er hatte die Hündin als Baby auf einer Raststätte angebunden/ausgesetzt gefunden und aufgepäppelt,
ihre Verbindung war daher richtig eng.
Der Hund starb in dieser Nacht in der Klinik und niemand informierte ihn draußen in seinem Auto.
Als er um acht eintrat und nach seinem Hund fragte, hieß es lapidar - "ach, die ist gegen vier Uhr gestorben".
Der Mann war in einem solchen Schock,
den er noch nicht verkraftet hatte, als drei Monate später seine kleine Tochter auf die Welt kam.
Und sehr lange danach immer noch nicht.
Wie kann man in einer Tierklinik so unsensibel sein - wahrscheinlich stumpfen die Menschen dort, wie bei allen anderen
Tätigkeiten ab.
Das gehört schon alles hierher in ein Trauer-Thread, da solche Geschichten und die Beteiligten dadurch in Erinnerung bleiben.
Und - weil manchmal geteiltes Leid wirklich helfen kann.
Einfach, weil man weiß - es gibt jemanden, der Ähnliches irgendwie durchgestanden hat.
Aber, - man ist niemals mehr der gleiche Mensch wie zuvor.
"Wir leben und wir lernen, aber wen(n) wir lieben, verlieren wir am Ende immer.“
Hallo Kaga!
Alles was du schreibst kann ich so gut nachvollziehen und stimme dir 100% zu. Der Zahntierarzt Gabriel schreibt über die Nachsorge also die perioperative Versorgung, in seinem neuesten Buch, um nur ein Beispiel zu nennen:
" Etwa Dreiviertel aller Todesfälle ereignen sich nach der OP! " Soweit die festgestellten Tatsachen.
Wenn ich meine Tiere nach Op mit nach Hause genommen habe, haben sie überlebt. Aufgrund der Entfernung konnte ich das zuletzt nicht. Sie sind tot. Eine rein subjektive Erfahrung. Aber, wenn nicht hier, wo kann ich mich dann mit Leidensgeschwistern austauschen? Es muss mich nicht jeder verstehen und es braucht auch niemand gut zu finden was ich schreibe. Aber was wahr ist, ist wahr. Und das hier ist wahr. Und, ich würde gerne etwas Anderes berichten. Als ich damals zu Hause startete, habe ich gehofft, eine Woche später einen tollen Erfolgsbericht mit Fotos einstellen zu können....ich hoffe nicht mehr und freue mich auch nicht mehr, die alte 3 Möhren gibt es nicht mehr
Oh je und jetzt rollen mir wieder die Tränen
Gerade räume ich die Sachen etwas weg..die Decken und Teppiche, die noch da lagen..aber ich lege alles danach wieder frisch gewaschen hin. Vlt. bin ich "verrückt"..das habe ich noch nie gemacht. Aber immerhin nutzen meine anderen jetzt denselben Platz in der Küche..Kiki und Möhrchen haben nun sehr viel Platz und kommen aus ihrem Zimmer ständig in die Küche gelaufen und legen sich auf Gnoccis und Beas Plätze..das tröstet mich ein wenig. Vlt. nehmen sie den Geruch der 2 anderen noch wahr...dann sind sie auch noch hier.
Samson kommt auch ..aber der war ja noch 2 Wochen mit Gnocci zusammen.
3 Möhren, ich bin auch froh dass es diesen Thread gibt. Nicht wenige um mich herum hier - ich schrieb es ja schon mal- nehmen hier Anteil...selbst mein Arzt am Freitag bekam es erzählt und war geschockt, denn er weiß, wieviel mir meine Hasen bedeuten. Und er hat selbst Tiere.
Trotzdem ist es nochmal was anderes, wenn jemand ähnliche Erfahrungen gemacht hat und genau dieselbe Tierart hat. Eine Helferin in meiner TA-Praxis hat selbst ähnliche Erfahrungen gemacht in einer TK (nicht dieselbe, wo ich war, und nicht mit Kaninchen) und gesagt, sie finde das ziemliche Massenabfertigung und auch sie überlegt gut, ob sie ein Tier dort lässt.
Und ich sehe es auch so, es ist ja freiwillig ob jemand schreibt oder nicht..und lesen muss auch keiner.
3 Möhren, ich bin auch eine andere und werde nicht mehr dieselbe sein. Mich werden diese beiden Todesfälle nie loslassen, aber wie ich schon schrieb, ich möchte nicht mein Leben lang hadern und die TK nur als schlecht empfinden, sondern einen Weg finden, wie positive Erinnerungen an meine Kleinen die negativen Dinge überwiegen können...bzw. erstmal da sind. Noch ist es nicht so weit. Ich kann ja nicht mal ein Foto anschauen...in den Nudelthread schaue ich erst gar nicht, denn da sind ganz aktuelle Fotos von den beiden, die simmi14 noch vor ganz kurzer Zeit gemacht hat. Sie hat die beiden hier putzmunter erlebt und war begeistert wie gut sich Gnocci gemacht hat und war auch total geschockt jetzt.
Er hatte nicht mal mehr was mit den Zähnchen (was er über lange Zeit noch hatte) und das Bäuchlein war doch immer wieder gut wenn wir hier behandelt haben. Und die Abstände wurden immer größer. Solch einen Zusammenbruch hatte er noch nie.
Kaga, so etwas ist ja ganz, ganz schlimm.
Ich glaube wirklich, dass sie abgestumpft sind(sie erleben es ja ständig, und in unseren Krankenhäusern ist es, vor allem wenn es um alte Menschen geht, nicht anders) und sich nicht mehr hineinversetzen können wie verzweifelt ein Tierbesitzer (Angehörige) sein können.
Geändert von hasili (09.07.2017 um 15:32 Uhr)
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