Das empfohlene Verhältnis von 2:1 beruht nicht auf den Blutwerten. Das wäre auch nicht sonderlich sinnvoll, weil die Calciumgehalte im Blut in erster Linie von der Menge an Calcium in der Nahrung beeinflusst werden, und nicht vom Phosphor, und erst recht nicht vom Verhältnis Calcium/Phosphor in der Nahrung. Deshalb steigen zwar die Calciumgehalte im Blut mit steigender Calciumaufnahme, aber die Phosphorgehalte zeigen dazu keine deutliche Beziehung, und der Kaninchenkörper bewahrt auch kein Blutverhältnis von 2:1. Quellen dazu etwa: Chapin 1967, Bourdeau 1986, Ritskes-Hoitinga 2004

Das Verhältnis von 2:1 wurde von Chapin 1967 postuliert, weil bei hohen Phosphoranteilen von > 1.3% ansonsten kein angemessenes Wachstum junger Kaninchen erreichbar war. Es wurde aber auch nachgewiesen, dass das Kaninchen sehr tolerant auf Verhältnisse bis 12:1 reagiert, und dass es ab Phosphorkonzentrationen von mehr als 0.1% unausweichlich zu Verkalkungen kommt.

Das Verhältnis von 2:1 ist insofern nicht falsch, weil es in Kaninchen-Muttermilch anzutreffen ist und in der natürlichen Nahrung des Kaninchens, z.B. in Gras.

Eine Unterversorgung mit Calcium kann deshalb ausschliesslich mit überhöhten Phosphoranteilen im Futter bei angemessenen Calciumanteilen meiner Meinung nach innerhalb kurzer Zeit, also z.B. den 6-8 Wochen, gar nicht verursacht werden. Wenn davor Wiese gefüttert wurde, dann bekommt man keine Unterversorgung mit Calcium bei gleichzeitiger Überversorgung mit Phosphor hin.