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Thema: Rückschlüsse aus der Kräuterwahl

Hybrid-Darstellung

  1. #1
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    Zitat Zitat von Lilli&Paulchen Beitrag anzeigen
    @april

    Danke für die Aufklärung.
    Ich kannte sie auch schon ähnlich. Nämlich dass die Tiere in den ersten Wochen auch noch lernen, welche Pflanzen für sie geeignet sind und alles schon in den Genen liegt.
    Und genau deshalb schrieb ich auch das mit der "tiefgründigen Betrachtung..."
    Zitat Zitat von Lilli&Paulchen Beitrag anzeigen
    (ist es dann nicht so, dass Erfahrungen gespeichert werden, genauso wie bei Menschen die Erbkrankheiten aufweisen, die rein gar nichts mit äußerlichen Umständen zu tun haben?)
    ...Äh... vasteh ick nich
    Was haben Erfahrungen mit Erbkrankheiten zu tun bzw. was willst Du sagen?

    Zitat Zitat von Lilli&Paulchen Beitrag anzeigen
    Und deshalb warf ich auch die Frage auf, warum ähnlich geartete Tiere - also reine Pflanzenfresser manchmal vertragen was andere umbringt. Das mit den Enzymen leuchtet mir dann ein. Aber warum haben zwei Arten, die die gleiche Nahrung aufnehmen, unterschiedliche Enzyme?
    Weil sie, obschon etwa gleiches Nahrungsfeld, doch ganz andere Umstände zu bewältigen haben. Ich würde zum Beispiel das Kaninchen eher mit dem Reh vergleichen als bspw. mit einem Rind oder einem Pferd. Kaninchen und Reh leben am Waldrand, sind also keine ausgesprochenen Waldbewohner, und sie fressen die Blätter, Blumen, Kräuter und Gräser. Das Reh kommt allerdings an andere Gräser und Blätter als das Kaninchen und in stärkerem Ausmass an Beeren. Es hat auch eine andere Bisskraft, kann also auch stärker verholzte Teile fressen. Dafür braucht es dann auch andere Enzyme.
    Das Kaninchen hat eine Spezialisierung, die das Reh nicht hat: Es ist das schnellste Säugetier seiner Grössenklasse. Das liegt hauptsächlich an seiner Verdauungskonstruktion, insbesondere an der Rückspülung in den Blinddarm und dem Wiederaufnehmen des Blinddarmkots. Mit einem so effizienten Verdauungssystem kann das Kaninchen sich den Wanst füllen und trotzdem noch sehr schnell laufen. Da muss aber alles zusammen spielen, Mechanik und Enzyme, sonst funktioniert es nicht.

    Zitat Zitat von Lilli&Paulchen Beitrag anzeigen
    Allerdings habe ich auch schon oft beobachtet, dass Neue Gerüche und Geschmäcker erstmal sehr vorsichtig inspiziert werden und auch erstmal dann nicht angenommen werden. Später dann evtl. auch nur zaghaft bis gar nicht - obwohl es nicht giftig ist. Anderes wiederum sehr schnell angenommen wird und regelmäßig gefressen wird.

    Ich bezweifel also ganz klar, dass sie sicher schädliches von unschädlichem unterscheiden können, sondern glaube viel mehr, dass sie sich an ihre Eltern orientieren und daher auch zusätzlich die "harmlosen" Stoffe schon mit der Muttermilch mitbekommen bzw. alles genetisch verankert ist.

    Deshalb sollte man m. M. Hauskaninchen auch nicht mit dem Frischfutter an Wildkaninchen angleichen.
    Aber gerade diese anfängliche Zurückhaltung spricht doch sehr für den Lerneffekt, den ein Kaninchen nutzen kann. Das Selektieren wird erlernt. Genetisch wäre irgendwann Schluss, das ist nicht durch Lernen erweiterbar. Ein Kaninchen, das mit der 8. Woche von der Mutter getrennt wurde, kann auch danach noch viele weitere Unterscheidungen erlernen und anschliessend sicher treffen.
    Zwei Franzosen, zwei Schweizer, zwei Holländer, ein Japaner, zwei Loh, zwei Fürsorgefelle und ein "Weideunfall"

  2. #2
    ✧✧✧ Avatar von Simone D.
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    Kaninchen selektieren auch mithilfe ihres recht gut entwickelten Geruchssinns. So sind z.B. Versuchstiere (die nie die Möglichkeit hatten, von ihren Eltern zu lernen, oder eine Wiese zu betreten) Untersuchungen zufolge in der Lage, recht gut zu selektieren.

    Bei meiner Flo (die aus einer recht schlechten Haltung kam und sich in ihrer Not u.a. von der Stallwand ernährt hat) konnte ich beobachten, wie sie mit steigender Futterauswahl instinktiv immer bewusster anfing, zwischen einzelnen Grünpflanzen zu wählen.
    Geändert von Simone D. (22.06.2012 um 15:50 Uhr)

  3. #3
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    Zitat Zitat von Simone H. Beitrag anzeigen
    Kaninchen selektieren auch mithilfe ihres recht gut entwickelten Geruchssinns. So sind z.B. Versuchstiere (die nie die Möglichkeit hatten, von ihren Eltern zu lernen, oder eine Wiese zu betreten) Untersuchungen zufolge in der Lage, recht gut zu selektieren.
    Daher kommt ja die Erkenntnis, dass es über die Muttermilch geht.
    Geruch und Geschmack lässt sich eh nicht trennen. Haben mich deshalb für das schöne alte Wort Geschmack entschieden, das in der Schweiz auch für Geruch verwendet wird
    Zwei Franzosen, zwei Schweizer, zwei Holländer, ein Japaner, zwei Loh, zwei Fürsorgefelle und ein "Weideunfall"

  4. #4
    ✧✧✧ Avatar von Simone D.
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    @april: Ich meinte das eher in Hinblick auf die Genetik, sprich die recht große Anzahl der Riechzellen, mit denen sie auf die Welt kommen. (Wobei ich damit jetzt nicht bestreiten möchte, dass neben den Sinnen auch der Lerneffekt beim Selektieren eine wichtige Rolle spielt).

    Apropos Milch ...das ist ganz interessant zum Thema:

    Die meisten Zellen des Riechhirns sind bereits bei der Geburt voll entwickelt. Wenn sie gerade zur Welt gekommen sind, werden Kaninchen von einem besonderen Botenstoff zu den Zitzen ihrer Mutter gelockt - dem Pheromon 2MB2. Obwohl sie noch so gut wie taub und blind sind, finden sie in der kurzen Zeit, die die Häsin zum Säugen an das Nest kommt (1- 2 mal am Tag für max. 2 - 5 Minuten) die Zitzen im Fell und trinken sich satt.
    http://www.kaninchen-wuerden-wiese-kaufen.de/sinne.htm
    Geändert von Simone D. (22.06.2012 um 16:09 Uhr)

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