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Thema: Zahnloses Kaninchen ethisch vertretbar?

Hybrid-Darstellung

  1. #1
    Aktive Avatar von Claudia S.
    Registriert seit: 19.01.2014
    Ort: Ludwigsfelde
    Beiträge: 4.483

    Standard

    Seit Juni wohnt Pflegekaninchen Peer bei mir. Er kam mit einem enormen Kieferabszeß, Kiefer schon angegriffen. Ihm wurde die komplette untere linke Zahnreihe entfernt und der untere linke Schneidezahn, 2,5 Wochen später der verbliebene untere Schneidezahn.

    Sollte er in den nächsten 6 Monaten einen neuen Abszeß bekommen, rät die TÄ zur Euthanasie, da der Kiefer sehr instabil ist.

    Peer frisst super gern Wiese und benutzt dazu auch seine Vorderpfoten um diese festzuhalten und zu rupfen. Daneben angefeuchtete Cunis und Blütenpollen. Sollte er eine weitere OP nach diesen 6 Monaten brauchen, werde ich für eine OP sein, da er super lebensfroh ist, aktuell aber auch gerade mal 20 Monate alt.

  2. #2
    PS-Versager
    Registriert seit: 10.08.2009
    Ort: nördlich Hamburg
    Beiträge: 17.139

    Standard

    Ich würde das Gesamtbild betrachen.
    Zustand des Tieres und auch Zustand des Kiefers und somit Prognose.

    Zustand des Tieres ist ja gut, sagst Du.

    Was rät denn der Tierarzt, würde der operieren wollen und hält das für sinnvoll?
    Wie Claudia schon schrieb ist aufgelöster Kieferknochen irreversibel, somit macht das alles nur Sinn wenn der Knochen noch halbwegs intakt ist.

  3. #3
    Aktive Avatar von Claudia S.
    Registriert seit: 19.01.2014
    Ort: Ludwigsfelde
    Beiträge: 4.483

    Standard

    Zitat Zitat von Alexandra S. Beitrag anzeigen
    Was rät denn der Tierarzt, würde der operieren wollen und hält das für sinnvoll?
    Zitat Zitat von Stressarella Beitrag anzeigen
    Fr. Dr. Schw. aus Dortmund würde dazu raten, aber ich mache mir gerade extreme Vorwürfe, ob ich das meinem Bruce wirklich antun kann.
    .

  4. #4
    Erfahrener Benutzer
    Registriert seit: 16.09.2015
    Ort: Köln
    Beiträge: 902

    Standard

    Er hat doch offensichtlich jede Menge Lebenswillen. Und es gibt genug Möglichkeiten, ihn mit schmackhaftem und gesundem Futter zu versorgen.

  5. #5
    Benutzer Avatar von Stressarella
    Registriert seit: 26.06.2018
    Ort: Gelsenkirchen
    Beiträge: 69

    Standard

    Vielen Dank für eure Antworten (: Vor allem vielen Dank an dich, Inwi Das macht mir Mut.

    Also.. ich versuche jetzt mal, auf alles zu antworten.

    Alter ist leider unbekannt. Er hatte vor mir schon zwei andere Besitzer, bei denen er allein gelebt hat und die ihn dann immer nach 1-2 Jahren jeweils abgegeben haben. Also ist er schätzungsweise mind. 6-7 Jahre alt. Als ich ihn als neues Partnerkaninchen für mein Mädel übernommen habe, war er in einem katastrophalen Zustand. Der Kiefer war dermaßen entzündet, dass er sich schon deformiert hatte. Es waren auch einige OPs und viele schlaflose Nächte nötig, bis er wieder einigermaßen auf Spur war. Seitdem ist er total aufgeblüht und liebt seine Freundin über alles. Er liebt sein Futter, vor allem Birne und rote Beete und Brokkoli und Kohlrabi und..naja eigentlich fast alles. Das mache ich alles aktuell schon sehr klein und er kommt gut damit zurecht.

    Die rechte Zahnreihe unten wurde vor ca. 2 Monaten gezogen bzw. waren nur noch 3 Zähne da, die alle gespalten waren. Daher kam der erste Kieferabszess. Der ist danach auch super abgeheilt und wir hatten ein paar Wochen Ruhe. Letzte Woche Donnerstag war die letzte Kontrolle, bei der noch alles gut war. Dann der Schock gestern.. ich habe ihn beim Fressen beobachtet und aus dem Gefühl heraus sein Kinn kontrolliert. Mich traf erstmal der Schlag.. der Abszess war wieder da und das alte Loch wurde bereits vom Eiter wieder aufgedrückt, sodass er daraus quoll. Habe natürlich sofort gespült & desinifziert, Rücksprache mit der Ärztin gehalten. Heute morgen waren wir da und sie sagte, dass es nun von der linken Seite kommt. Wir dämmen jetzt erstmal die Entzündung mit Antibiotika bis nächste Woche, aber es läuft darauf hinaus, dass auch diese Zahnreihe weg muss. Sie sagt, dass der Unterkiefer zwar verändert ist, aber ein durchgehender Kieferknochen mit genug Knochensubstanz vorhanden wäre. Sie rät zu dem Eingriff. Ich würde natürlich alles dafür tun, auch wenn ich noch nicht weiß, wie ich das nach den letzten 3 Monaten stemmen soll.

    Leider musste ich mir jetzt schon des Öfteren aus meinem sozialen Umfeld anhören, dass es nur noch Tierquälerei sei, was ich da mache. Ein Kaninchen ohne Zähne wäre sehr makaber etc. Ds trifft mich natürlich hart.
    Dabei hat Bruce innerhalb der letzten 7 Tage trotz des neuen Abszesses zugenommen! Von 1,9 KG auf 2,1 Kg.

  6. #6
    Erfahrener Benutzer Avatar von Lotta&Lenny
    Registriert seit: 13.09.2015
    Ort: Dortmund
    Beiträge: 1.567

    Standard

    auf Dein soziales Umfeld, die keine Kaninchen haben, brauchst Du mal gar nicht hören...

    wenn ich erzähle, dass ich abends zu hause sein muss um Lenny zu versorgen und erzähle, dass er gelähmte Hinterläufe hat (EC erwähne ich schon gar nicht, weil das keinen interessiert, was das ist), werde ich ich auch schief angeguckt und am besten ist immer die Frage: was kostet denn ein neues?


    ich freu mich, dass hier so viele positive Geschichten kommen...
    An alle die behaupten, sie wüssten wie der Hase läuft...
    Er hoppelt!

  7. #7
    Benutzer Avatar von Stressarella
    Registriert seit: 26.06.2018
    Ort: Gelsenkirchen
    Beiträge: 69

    Standard

    Ja .__. Bei einem Hund oder einer Katze würden sie es verstehen, aber hier ist es ja "nur" ein Kaninchen. Ich könnte niemals über die Wertigkeit meiner Tiere entscheiden. Jedes Leben ist wertvoll, egal ob Hamster, Kaninchen oder eben Katze.
    Schade ist vor allem auch bei EC, dass sogar Tierärzte hier schnell aufgeben, statt um das Leben zu kämpfen.

    Ich freue mich auch darüber, dass so viel positives Feedback gekommen ist (: Ich habe mich eher darauf eingestellt, dass ich direkt an den Pranger gestellt werde.

    Frau Dr. Schw. ist da zum Glück sehr optimistisch und sieht in dem Fall keinen Grund zur Euthanasie; anders als der Tierarzt davor.

  8. #8
    Banausenbändigerin Avatar von inwi
    Registriert seit: 20.07.2015
    Ort: NRW zwischen Aachen + Heinsberg
    Beiträge: 3.032

    Standard

    Zitat Zitat von Stressarella Beitrag anzeigen
    Leider musste ich mir jetzt schon des Öfteren aus meinem sozialen Umfeld anhören, dass es nur noch Tierquälerei sei, was ich da mache. Ein Kaninchen ohne Zähne wäre sehr makaber etc. Ds trifft mich natürlich hart.
    Am besten du stellst deine Ohren auf Durchzug

    Beim Sniggi haben nicht nur Tierärzte von den OPs abgeraten, verschiedene Zahntierärzte haben die OP "aus Tierschutzgründen" abgelehnt und zur Euthanasie geraten... ich könnte eine Liste machen.
    Verantwortlich ist man nicht nur für das, was man tut,
    sondern auch für das, was man nicht tut.

    -Laotse-

  9. #9
    Erfahrener Benutzer Avatar von Lenamaus
    Registriert seit: 11.02.2010
    Ort: Duisburg
    Beiträge: 912

    Standard

    Also ich will hier mal von meinem Joschi erzählen. Das ist aber jetzt schon fast 40 Jahre her.

    Ich bin mal mit ihm, als er etwas älter war zum Tierarzt gegangen und da hat er festgestellt, dass er nur noch zwei Zähne hatte. Ich schwöre, ich habe nichts davon gemerkt. Er hat alles gegessen und war quitschfidel.
    Ist mir heute noch schleierhaft. Vielleicht gewöhnt sich die Kauleiste irgendwie daran und wird härter, ich weiß es nicht. Er ist damit fast 12 Jahre alt geworden.

    Deshalb glaube ich, wenn man es sogar weiß und das Futter dann dementsprechend vorbereitet, es dem Tier nicht viel ausmacht ob es Zähne hat oder nicht.

    LG
    Iris

  10. #10
    "Hold the Ears stiff" Avatar von nin-fan
    Registriert seit: 25.07.2008
    Ort: Föhren / RLP
    Beiträge: 4.348

    Standard

    Unser Peanut ist 10 Jahre alt, kam vor 2 Jahren mit katastrophalem Kiefer zu uns. Trotz regelmäßiger Kontrollen beim TA sind 98 % seiner Backenzähne "verschwunden". Laut Röntgenbildern gibt es keine Wurzelreste im Kiefer, scheinbar sind sie ihm einfach ausgefallen.

    Im April mussten ihm dann noch alle Schneidezähne gezogen werden, er hat also nur noch 2 Stummelchen und kommt damit gut zurecht.
    Da er auch noch extremst wählerisch (verkorkst trifft es eher ) ist was Futter betrifft, lebt er inzwischen nur noch von Cunis, Haferflocken und Saaten. Die haut er sich aber in Massen rein.

    Wie alt ist Dein Bruce denn? Wurde der Eiter mal an ein Labor geschickt zwecks Antibiogramm? Gerade bei Abszessen habe ich wirklich gute Erfahrungen mit der Gabe von Penicillin gemacht.

    Ich drück Deinem Kleinen fest die Daumen .
    Man hat nicht ein Herz für Menschen und eines für Tiere.
    Man hat ein einziges Herz oder gar keins.

    - Alphonse de Lamartine -

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