Also, ich bin (bewußt, seit ich ca. 7 Jahre alt war, vorher habe ich zwar mit den Tieren gespielt, aber nicht alles so genau im Kopf) nun insgesamt mit der Haltung von Kaninchen seit 52 Jahren beschäftigt. Das heißt, ich war in dieser Zeit nicht einen Tag ohne mehrere Kaninchen. Anfangs die Stallhasen meiner Mutter, später dann meine eigenen und die meiner Mutter.
Wir haben hier ein Myxogebiet, mindestens alle 2-3 Jahre ein Massensterben. Meine Mutter verlor einige Kaninchen durch Myxo. Meine wurden 1mal im Frühjahr geimpft gegen Myxo. Mein Ta damals sagte, die Mücken fliegen im Sommer, also braucht man bei Hauskaninchen im Winter nicht impfen. Außerdem ist die Wirkung nicht plötzlich über Nacht zu Ende. Dies habe ich bis zu dem neuen Impfstoff in diesem Frühjahr so gehandhabt, obwohl der neue Ta gerne 2mal geimpft hätte und es ging bisher immer gut. RHD gab es erst später.
In diesen Jahren, muß ca. 1979 gewesen sein, gab es ein Jahr mal keinen Myxoimpfstoff. Ich hatte gerade einen jungen kräftigen Rammler und dachte, das überlebt der schon, wenn er infiziert wird. Es gab eine ganz übles Myxosterben in dem Sommer. Alle Wildies waren betroffen. Er wurde infiziert und wir versuchten es 4 Wochen lang. Er hatte so schwere Veränderungen, daß wir ihn dann einschläferten, da sein Zustand sich eher verschlechterte. 3 Stallhasen meiner mutter erkrankten ebenfalls, einer überlebte ungeimpft. Ein Zwergkaninchen einer Bekannten, welches in den Vorjahren bereits mehrfach, jedoch auch nur 1mal im Frühjahr, geimpft wurde, erkrankte ebenfalls. Aber leicht mit nur Veränderungen in Form von Schorf und Schwellungen an der Nase. Beeinträchtigt war er dadurch nicht.
Dies zeigte m.E. schon, daß der Impfstoff mindestens 1 Jahr lang Wirkung zeigt und demnach eine Impfung pro Jahr bei nicht starkem Infektionsdruck, wie es der Herstellerprospekt auufzeigt, ausreichend sein kann.
Bei vielen Impfstoffen wird auch nur in einem bestimmten Zeitraum der Titer gemessen. Wie lange die Wirkung tatsächlich anhält, ist oft nicht nachgewiesen, weil längere Studien dazu zu teuer sind.
Mein Pferd wurde einige Jahre gegen Grippe und Herpes geimpft. Schließlich erkrankte es an chronischer Bronchitis. Seitdem wird sie nur noch gegen Tetanus geimpft. Wenn sie mal einen Infekt bekommt, behandele ich sie nur mit Echinacea comp. oder Engystol. Sie hatte in den 9 Jahren seitdem weder eine Grippe noch einen schwerwiegenden Infekt, während andere Pferde im Stall teils heftig erkrankten. Gegen Tetanus müssen Pferde je nach Impfstoff alle 1-2 Jahre geimpft werden. Menschen alle 10 Jahre. Seltsam, oder?
Beim Menschen habe ich gelesen, daß es keine Studien dazu gibt, ob sie durch eine Grippeimpfung nicht daran erkranken. Bisher sei nur der Titer für ein Jahr nachgewiesen. Ich habe mich vor 2 Jahren gegen Grippe impfen lassen und war danach 3 Wochen richtig schlecht drauf. Hatte dann aber 2 Jahre lang gar nichts. Nicht mal Schnupfen. In diesem Jahr hatte ich nun schon 8 Wochen lang ein unbekanntes Virus, das mich richtig lahm gelegt hat. Dabei wollte ich mich dies Jahr wieder impfen lassen. Dies Virus war leider schneller. Ich werde es aber nochmal ausprobieren, ob man mit Grippeimpfung tatsächlich 2 Jahre lang gegen diverse Viren geschützt ist.


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