Warum nicht? Wie man in den zahlreichen Threads sieht, ist die Interpretationsspanne recht groß... vielleicht lohnt es sich ja, nochmal über die Gegebenheiten drüber zu schauen.
Nun könnte Stiefelchen natürlich eine ausgefuchste Drei-Zacken-Strategie fahren:
1. Umstellung auf Heu und Gemüse
2. Erzeugen eines Biogramms zur Erregerbestimmung (falls nicht schon passiert)
3. Ergänzen der Fütterung um alles, was auf Magerwiesen wächst - denn Löwenzahn, Hahnenfuss, Klee und Zuchtgras gedeiht durch Jauchedüngung besonders gut - wegen des Stickstoffs. Sie muss sich vor allem zeigen lassen, welche Pflanzen Bomben in Sachen Proteine sind und diese dann meiden. Oder einfacher: Magerwiese.
Zwei Franzosen, zwei Schweizer, zwei Holländer, ein Japaner, zwei Loh, zwei Fürsorgefelle und ein "Weideunfall"
Was ist Magerwiese?
Liebe Grüsse
Mecki-Maya
Welches AB wurde denn bisher gegeben?
Wie schon geschrieben, hatte mein Kimba über Monate Probleme mit Blasenentzündung und Struvitkristallen (an einem Wochenende ging es ihm damals sogar so schlecht, dass wir befürchteten, er würde es nicht überstehen).
Baytril hat nicht geholfen. Mit Retardon (ist kein typisches AB) haben wir die Entzündung wegbekommen und Kimba ist seid Jahren Struvitkristallfrei.
Grüße
Ariane mit
also ganzährige wiesenfütterung bedeutet sensen in etwa 8 monaten, 4 monate lang sammeln was da ist (größtmögliche auswahl)
das mit den bakterien und dem struvit las ich auch (medirabbit) und werde morgen nochmal nachfragen, ob antibiogramm mit dem urin gemacht wurde, sonst hole ich das sofort nach.
@dani69: danke
@ariane : ihr habt retardon eingesetzt - nach antibiogramm oder auf gut glück?
LG
Lebenskünstler ist, wer seinen Sommer so erlebt,
dass er ihm noch den Winter wärmt.
Das Retardon gab es auf gut Glück.
Was ich eben interessant finde, ist, dass alle uns gesagt haben, Kimba hat halt eine Veranlagung und wird immer Probleme mit Struvit haben. Aber nachdem die Blasenentzündung bekämpft war, hatte er keinen Struvit mehr im Urin und ich habe seinen Urin noch mehrmals untersuchen lassen.
Geändert von Ariane (14.07.2013 um 22:47 Uhr)
Grüße
Ariane mit
Hallo!
Ich scheine auch so ein Kaninchen zu haben, dass auf zu viel Wiese reagiert – Chili. Alles fing letztes Jahr an, als ich mit Wiesenfütterung und Allgäuheu angefangen habe. Ich habe Wiese wirklich ganz langsam gesteiger und irgendwann ging es los. Parallel habe ich auch noch das sehr gehaltvolle Allgäuheu angefangen zu füttern. Vermehrt BDK bis dann letztendlich Matschkot und auch Blasenschlamm waren die Folge. Natürlich habe ich erst einmal nicht an Wiese gedacht, da da ja die natürlichste Ernährung ist und auch das gute Allgäuheu … alle haben davon geschwermt. Dann ging es erst richtig los. Und es wurde immer schlimmer, da das große Testen losging zusätzlich zu allen möglichen Untersuchung – immer und immer wieder. Im Endeffekt war Chilis Darmflora dann am Ende. Und es hat Monate gedauert sie wieder mit sehr reduzierter, sehr gleichmäßiger Ernährung wieder aufzubauen.
Vor ca. zwei Woche dann ging es wieder langsam los … und wieder als ich ein gewisses Maß an Wiese gefüttert habe, auch Kräuter und Apfelbaumblätter. Sie hat extremes Bauchweh bekommen, Blasenschlamm gebieselt und Matschkot produziert.
Jetzt habe ich die Wiese wieder zurückgefahren und hauptsächlich Gras verfüttert mit wenigen Kräutern, hauptsächlich treibende. Zusätzlich gibt es Infusionen und es wird wieder besser. Kein Matschkot und die Blase beruhigt sich wieder. Im Urin wurde eine Menge an Oxalat-Kristallen gefunden.
Meine Tierärztin meinte eben auch, dass das Eiweiß in der Wiese in ihrem Fall dafür verantwortlich sein kann. Es ging los, als ich das frische Gras, extrem saftige Gras gefüttert habe, dass nach den langen Regentagen gewachsen ist. Sie meinte, dass dadurch extrem viel Energie drin stecken würde, genauso wie eigentlich auch bei der ersten Wiese im Frühjahr, wenn die Natur all ihre Kraft in das Wachstum steckt.
Sie meinte allerdings, ich solle die Wiese nicht komplett weglassen, sonder nur reduzieren und weniger Kräuter im Verhältnis füttern.
Ich denke, es gibt, wie bei uns Menschen auch, einfach Ausnahmen von der Regel – Stoffwechselprobleme, Unverträglichkeiten, chronische Verdauungsprobleme, organische Veränderungen, Autoimunschwächen usw. Und diese kann man nicht über einen Kamm scheren. Die Biologie ist so ein komplexes Thema. Noch nicht einmal der Mensch ist voll erforscht. Und was ist erst bei Kaninchen?
Außer Frage steht, dass eine Wiesenfütterung ad lib. das Beste ist – in der Regel. Und das ist das Problem. Für diese Fälle ist es extrem schwer den richtigen Weg zu finden. Ich suche auch noch … und dieser ewige, nie enden wollende Prozess zeert extem!
Bei Max ist das leider auch so. Umso mehr er frische, knackige Kräuter bekommt, desto schlimmer wird es.
Als ich zwei Monate lang darauf verzichtet hatte, hat er natürlich viel mehr Heu gegessen und es ging ihm viel besser bzgl. dem Grieß.
Das kann ja aber auch nur vertuschen, weil die Kräuter halt alles rausholen, es dann zu Schmerzen kommt und ohne die Kräuter drin sitzt und aktuell vll. nicht die Probleme verursacht, als wenn sich das Zeug durch die Harnröhre bewegt.
Kann denn jemand helfen bezüglich Proteingehalt einzelner Gräser und Kräuterarten? Das würde mich auch sehr interessieren …
Ne, das ist ja genau das, was ich mich frage. Klar, es ist nur eine Theorie. Ich dachte immer, dass gerade Heu sehr schlecht ist bei Grieß und man es gegen Wiese "tauschen" sollte, damit mehr Flüssigkeit aufgenommen wird.
Bei uns ist es ohne Wiese wesentlich besser, man sieht total wenig, also ganz leichten Grieß, wie es sein soll.
Da Wiese und Kräuter halt harntreibend sind und alles mit raus nehmen, könnte es ja sein, dass die Grießmenge bei beiden Fütterungen gleich viel ist, dass es sich aber ohne Wiese halt innerlich absetzt und irgendwann das Problem bereitet und mit Wiese kommts halt raus.
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