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Thema: Komplizierter Fall, Nierenkalk, Koliken, Hefen, etc..

Hybrid-Darstellung

  1. #1
    ✧✧✧ Avatar von Simone D.
    Registriert seit: 15.04.2007
    Ort: Im Süden
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    Standard

    Das Frischfutter zu steigern ist eine gute Idee, aber das Heu würde ich dafür nicht reduzieren. Lass ihm die Wahl.

    Wenn Kaninchen Verdauungsbeschwerden haben, futtern sie oft weniger – bei uns Menschen ist das ja ähnlich. Bis zu einem bestimmten Zeitpunkt kann eine Appetitlosigkeit auch eine sinnvolle Maßnahme des Körpers sein. Nur so lange anhalten, dass es kritisch wird, sollte sie natürlich nicht.

    Mit einer Zwangsernährung wäre ich vorsichtig, solange die Ursache nicht genau geklärt ist. Gerade bei sich anbahnenden Verstopfungen (oder Magenüberladungen) kann das unter Umständen böse enden. Mit viel Flüssigkeit (die ist jetzt sehr wichtig) kannst du nichts falschmachen.

    Falls nicht schon eine rapide Besserung eingetreten ist, wäre es nicht schlecht, wenn du zügig eine genauere Diagnose (mittels Röntgenbild) bekommst. Auch eine Infusion (für den Kleislauf) wäre etwas, das man dann beim Tierarzt ansprechen könnte. Falls dem so ist, sollte auch weiterhin eine engmaschige Betreuung inkl. der entsprechenden Medikamente gewährleistet sein.

    Wie geht es ihm gerade? Frisst er gerade wenig selbstständig, oder gar nichts? Mag er ein klein wenig Haferflocken?
    Ich drücke euch die Daumen

  2. #2
    Erfahrener Benutzer
    Registriert seit: 21.01.2013
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    Beiträge: 379

    Standard

    Liebe Simone,
    ich habe einige Deiner Beiträge gelesen und finde sie sehr stimmig. Und obwohl ich mich eher als erfahrene Halterin einstufen würde, stelle ich fest, dass ich hier und da wohl doch noch Defizite habe bzw. Fehler mache, was die Ernährung betrifft. Und was der eine verträgt, bekommt dem anderen leider nicht. Letztlich erhält man oft tierärztl. Ernährungstipss, die einfach nichts taugen.

    Rocky ist medizinisch gesehen komplett durchgecheckt, das Gebiss wurde von DrL kürzlich nochmal angesehen, neben seltenen Minispitzen alle paar Monate ist das also ok, er hat allerdings keinen komplett aufeinander liegenden Kiefer, sondern ein Stufengebiss. Vllt. kaut er mit zunehmendem Alter nicht ideal und das fördert Verdauungsprobleme. Dagegen wäre ich dann aber machtlos.

    Durch das EC hat er eine leicht schräge Körperhaltung zurückbehalten. Ob er dadurch bedingt vllt. Gelenks- oder Knochenprobleme hat oder sogar Kieferprobleme inkl. Schmerzen, ist zwar nicht sichtbar, aber für mich nicht ausgeschlossen. Sein Körperhaltung ist nicht symmetrisch und einseitig mehr belastet.

    Im Blutbild alle Werte ok, auch die Nieren, wenngleich die letzte nun 8 Wochen zurückliegt, in 4 Wochen ist bei Dr.L eine weitere Röntgenaufnahme bzgl. der Nieren geplant, dabei Check-up der Zähne.

    Verdauungsprobleme hatte er im Grunde nie, trotz Heufütterung (und Frisches). Selten einmal eine leichte Verstopfung. 2 Kotprobe wurden abgegeben, beide ergaben leichte Hefen. Die große Probe steht noch aus.

    Die Nieren sind leicht verkalkt, er trinkt über Tag sehr viel und pieselt dementsprechend. Durchgespült wird er also ideal.

    Aber hier und da muss es in seinem Verdauungstrakt zu Anschoppungen kommen, warum auch immer. Ich probiere jetzt 1 x tgl. ein wenig Olivenöl, um das Verdaute geschmeidiger zu machen, mal sehen, was das bringt.

    Zum Darmaufbau habe ich über Wochen Bene bac gereicht, ohne Erfolg, was eignet sich denn da sonst noch, vllt. Omniflora, aber ist das nicht mit Laktose ?

    Alles in allem glaube ich, dass wir schulmedizinisch nicht weiterkommen, leider. Daher werde ich, nachdem ich das Kotergebnis habe, naturheilkundliche Hilfe hinzuziehen.

    Heute Morgen ist er fit wie ein Turnschuh, tobt herum, als wäre nichts gewesen, hat einen Wahnsinnsappetit, aber wehe es wird Abend, dann setzen die Beschwerden wieder ein. Es fällt mir nicht leicht, ihm täglich Novalgin zu geben, er bekommt das einmal am Abend. Am liebsten wäre mir, er bräuchte das nicht und wir können ursächlich an die Problematik herangehen. Nur mir fällt nichts mehr ein.

    Liebe Grüße Lilli (die heute Nacht tatsächlich eine volle Mütze Schlaf bekommen hat - und Rocky natürlich auch).

    P.S. Ich überlege oft, ob nicht doch irgendwann der Bogen überspannt ist und ich ihn erlöse, aber er hat zwischendurch so viel Lebensqualität. Die Ärzte sagen, bzgl. der Nieren hört er auf zu Futtern, wenns schlimm wird. Da sind wir aber bei Weitem nicht.
    Geändert von Lilli (30.01.2013 um 12:04 Uhr)

  3. #3
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    Das Ergebnis der Probe ist da: Hefen nun negativ, Nachweis von Klebsiella (Enterokeim).

    Nun werden wir eine Antibiose mit Baytril einleiten müssen, auf Empfehlung der TÄ. Ich habe ein wenig Angst, dass das EC dann wieder ausbricht. Aber wir haben keine Wahl.

    Ich bin froh, dass wir nun etwas gefunden haben und hartnäckig geblieben sind.

    Macht es Sinn, während der antibiot. Therapie bereits Bene bac zu geben oder erst hinterher ? Wie könnte ich das Immunsystem positiv beeinflussen, denn die Medis schwächen ihn ja jetzt zusätzlich.

    LG Lilli

  4. #4
    can't change the world, but change the facts Avatar von stjarna
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    Beiträge: 2.133

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    Bäh, ,diese garstigen Klebsiellen. Stelle dich auf eine längere AB-Gabe ein, die Dinger können hartnäckig sein. Bei Joschi hat das Baytril nicht den gewünschten Erfolg gehabt, erst Marbocyl vertrieb die Biester. Es ging ihm in dieser Zeit auch wirklich nicht gut, er fraß mäkelig. Ich war anfangs überzeugt, es wäre etwas Organisches. Denn dass solch eine relativ harmlose Ursache solche Auswirkungen haben kann, hätte ich mir nicht träumen lassen.
    Danach musste noch eine Hefenbehandlung durchgezogen werden, da sein Darm mittlerweile sehr empfindlich und leicht aus dem Gleichgewicht zu bringen ist.
    Das Immunsystem habe ich mit Engystol unterstützt.
    Da es zu dem Zeitpunkt noch viel Wiese gab, habe ich ihm hauptsächlich diese gegeben, Gemüse blieb auch eher liegen. Möhrengrün ist eine blättrige Alternative. Wenn du es bekommst, dann stelle es ins Wasser, so dass es viel Wasser enthält wegen des Calziumgehalts. Und nicht im Übermaß geben. Stangensellerie kannst du auch noch anbieten.
    Alles Gute!
    Geändert von stjarna (31.01.2013 um 20:28 Uhr)

    copyright Grit Rümmler 2009

  5. #5
    ✧✧✧ Avatar von Simone D.
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    Zitat Zitat von Lilli Beitrag anzeigen
    Macht es Sinn, während der antibiot. Therapie bereits Bene bac zu geben oder erst hinterher ? Wie könnte ich das Immunsystem positiv beeinflussen, denn die Medis schwächen ihn ja jetzt zusätzlich.
    Ich kenne es so, dass man Medis für den Darmaufbau nach der erfolgreichen AB-Behandlung gibt. (Bzw. eine arttypische Ernährung ist solchen Medis i.d.R. überlegen...schade, dass das Angebot zu dieser Jahreszeit eingeschränkter ist).

    Während der Behandlung würde ich versuchen, die Darmflora mit frischen Kräutern und z.B. geringen Mengen Haferflocken zu stabilisieren. Das käme auch gleich dem Immunsystem zugute. Auch wenn kein Durchfall vorliegt, müsste sowas in etwa vom Prinzip her passen.

    Bei Bene Bac kann ich mir persönlich nicht vorstellen, wie es bei Kaninchen wirken soll. Sprich wie die Lactobazillen, die das Gefriertrocknen überleben, es durch Magensäure & Co. lebendig bis in den Dickdarm schaffen sollen und dort neue Kolonien bilden. Aber bei dem Thema scheiden sich vermutlich die Geister.

    Ich persönlich habe bisher auch zusätzlich sehr gute Erfahrungen mit der Kombi aus PetMun und Thymus von Plantavet gemacht. Einigen Usern hier ging es ähnlich, andere wiederum konnten keine Veränderung feststellen. Ähnlich verhält es sich mit Mucosa. Bioserin wäre z.B. auch etwas, von dem ich persönlich bisher den Eindruck habe, dass es für solche Geschichten unterstützend ganz gut funktionieren kann.

    Ich drücke die Daumen, dass ihr die Biester bald los seid
    Geändert von Simone D. (31.01.2013 um 21:56 Uhr)

  6. #6
    Erfahrener Benutzer
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    Uns wurde gesagt, erstmal eine Woche Baytril. Appetit hat Rocky nach wie vor wie ein Scheunendrescher und wenn er erstmal kein Bauchweh mehr hat, kann es nur noch aufwärts gehen. Ich hoffe, damit haben wir den Übeltäter gefunden. Eingeschleppt haben wir das wohl übers Heu. Die TÄ hat mir empfohlen, in Zukunft auf Pferdehöfen nachzufragen, wo ich hochwertiges Heu bekomme.

    Ich werde ihm während der Therapie weiterhin alles an Frischem anbieten. Hefen hat er nun keine mehr (vllt. flackert das durchs AB wieder etwas auf). Aber durch die Ernährungsumstellung haben wir sie minimieren können. Ist doch schonmal positiv.

    Danke Euch für den Zuspruch.
    LG Lilli

  7. #7
    Erfahrener Benutzer Avatar von Simmi14
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    Ort: Frankfurt a. M.
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    Mensch Rocky! Aber es kann ja auch gut sein, ne feste Ursache zu haben, die man bekämpfen kann. Drücke dafür die Daumen!
    Im Ernährungsboard gibt es auch nen Heuthread, wo man gutes Heu per Internet bestellen kann/ diskutiert wird, welcher Schnitt wo besonders gut geraten ist.

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