Also ich hatte auch total große Probleme nur 2 Kaninchen M/W zu vergesellschaften, weil das Böckchen ständig gezwickt und gebissen hatte - und das auch vorher schon in anderer Haltung gemacht hatte. Allerdings hatten die Tiere auch zu wenig Platz und die Haltung war nicht so besonders.
Jedenfalls dache ich tatsächlich ich werde die Beiden niemals zusammen fressen - geschweige denn zusammen auf dem Klöchen hocken sehen, so wie es bei meinem vorigen Pärchen war. Und ich hatte so oft geschmunzelt, wenn die Beiden zusammen im Klöchen saßen - einfach zucker!
Es hat mich viel Mühe gekostet - aber das was letztlich wirklich geholfen hatte, war das ich mein Böckchen einfach auch gezwickt hatte, wenn er es bei ihr gemacht hatte (denn sie haute - wenn überhaupt nur ab - und hat sich nie gewehrt), und vor allem aber die Trennung.
Ich hätte die Beiden niemals zusammen auf kleinerem Raum setzen können. Er hätte sie kaputt gebissen und ihr Wesen hätte es total verstört. Sie war ja eh schon so ein Sensibelchen. Es hat ihr immer super gut getan, dass ich für sie Partei ergriffen habe, mich um sie gekümmert und sie gestreichelt habe. DAnn schmiss sie sich sogar auch mal an mein Bein.
Die Trennungen habe ich mehrmals durchgeführt. Das erste Mal 5 Tage lang (die Beiden waren da aber auch schon 2 Monate zusammen), danach nochmal kürzer und zuletzt war es etwa 1 Woche, aber da habe ich ihr die Entscheidung überlassen. Also, sie saß an der Tür und ich machte sie weit auf - diesesmal ging sie nicht wieder zurück, sondern wollte zu ihm. Von da an, gab es auch keine Probleme mehr. Er hat sie nie wieder irgendwie gebissen oder gezwickt. Sie hat die Zeit gebraucht, um sich an die neue Umgebung und Umstände zu gewöhnen - ganz in Ruhe, und er hat gemerkt, dass es alleine doch nicht so toll ist. Dann ging es stetig bergauf und die Nähe wurde langsam immer mehr.
Und: seit etwa 6 Wochen ist gemeinsames Fressen möglich. Sie sitzen auch zusammen im Heu und vor 1,5 Wochen habe ich sie auch erstmals zusammen im Klöchen hocken gesehen - seither auch schon öfter.
Vielleicht probierst Du das mal aus...
Jiri einfach aus der Gruppe nehmen und in einen separaten Raum mit kleinem Gehege verfrachten. So 3-5 Tage. Und dann nur wieder dazusetzen, wenn Du Zeit hast das Verhalten zu beobachten. Sobald er wieder anfängt - wieder rausnehmen. Dann länger.
Zum Einen stärkt das den anderen Tieren ein wenig den "Rücken", und zum Anderen kommt Jiri somit aus der (schlechten) Gewohnheit - denn vor allem diese muss irgendwie unterbrochen werden. Dahinter steckt ja meist auch ein irgendwie geartetes Trauma/Erfahrung. Es ist eine Chance und kann wirklich was bringen.
Ich drücke Dir jedenfalls die Daumen.
P.S.: Die Ratschläge mit weiteren Untersuchungen - insbesondere Röntgen sind gut gemeint, ABER - ein so junges Tier würde ich nicht unbedingt Röntgenstrahlungen aussetzen. Auch wenn die Ärzte das verhamlosen sollten - es ist keineswegs harmlos und trägt als Folgen Krebsschäden - die erst später auftreten. So was dauert dann. Man sollte hier ein wenig mehr Risiko und Nutzen abwägen und nicht mal schnell ein Röntgenbild machen. Ich habe Strahlenschutzkenntnisse und bin geschult - da wird einerseits verharmlost, andererseits gibt es harte Fakten und es kommt sehr darauf an, welche Bereiche geröntgt werden.


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