Ich habe selbst Arthrose und muß oft Schmerzmittel nehmen. Seit 40 Jahren. Nicht täglich, aber oft schon. Ein Leben mit ständigen Schmerzen ist kein Leben. Es hat keine Lebensqualität. Da möchte ich lieber nicht leben. Einen Gewöhnungseffekt konnte ich bei Schmerzmitteln bisher nicht bemerken. Die Wirkung tritt immer ein, da die Bildung von Schmerzbotenstoffen verhindert wird. Es ist ja keine Betäubung. Steigen die Schmerzen, muß man evtl. nachdosieren. Bei so extremen Schmerzen, wie bei Tumoren kann ich dazu allerdings nichts sagen.

Ein Tier lebt in der Gegenwart. Sie denken nicht über die Zukunft nach. Lotte hat jetzt keine Schmerzen, fühlt sich wohl, hat alles, was ihr Spaß macht. Ich gebe das Novalgin 2mal am Tag. Das reicht aus. Ich freue mich, daß es ihr so gut geht.
Ich habe in der Reha einen Mann getroffen, der nahm seit Jahren in mega hohen Dosen Novalgin oder Tramal. Weiß nicht mehr genau. Es hatte ihm bis dahin nicht geschadet. Meine Freundin nimmt seit einer BeipaßOP vor über 10 Jahren mehrmals tägl. 9 verschiedene Medis mit hohen Nebenwirkungen laut Beipackzettel. Aber sie hat keine Wahl. Entweder nehmen oder sterben. Auch Bluthochdruck Patienten müssen lebenslang Medis schlucken und werden in der Regel alt damit. Rheumatiker nehmen oft dauerhaft Medis, Asthmatiker Cortison.
Lotte bekommt auch Mariendistelsamenextrakt, da sie bereits einen Leberschaden hatte. Sie trinkt viel, das spült dann wieder gut durch. Zudem sind Leber und Niere oft doch recht belastbar. Man weiß vorher nicht, was letztlich wann schadet.
Für Lotte heißt es, entweder sie hat ständig Aufgasungen und stirbt in Kürze daran, weil ich zu spät komme (und das war beim vorletzten Mal ganz dicht dran, da war sie schon total unterkühlt und weggetreten, als ich von der Arbeit kam. Wir dachten, sie schafft es nicht mehr. Es war wirklich gerade noch von der Schippe gesprungen.) Ein schöner Tod ist das garantiert nicht.
Oder sie nimmt das Novalgin, führt weiterhin noch ein schönes Leben und stirbt vielleicht in zwei Jahren an Leberschaden oder Altersschwäche. Beides ist, wenn es gut läuft, einfach nur ein Einschlafen. Ich finde die zweite Lösung einfach besser. Obwohl ich an ihr hänge, möchte ich doch, daß sie lieber schmerzfrei und fröhlich kürzer lebt, als mit Schmerzen und massiven Bewegungseinschränkungen sich noch lange quälen muß. Wenn ich Lotte so sehe, denke ich, sie würde es auch so wollen. Ein bißchen kenne ich meine Tiere schon.