Das wird nun wohl ein längerer Bericht mit vielen Bildern. Sorry schon mal![]()
So, ich wollte hier ja schon länger mal Zwergi, meine Handaufzucht aus der Praxis, vorstellen. Mittlerweile ist sie 8 Monate alt. Ich habe sie Anfang Mai von der Arbeit mit nach Hause genommen. 4 von 6 Geschwister waren schon gestorben, das Tierheim überfordert da bisher keine Erfahrung mit Handaufzuchten. Als sie dann bei der Behandlung gefragt haben ob wir denn jemand kennen der Handaufzucht machen könnte habe ich erst mal geschwiegen. Meine Chefin hat mich abwartend angeschaut aber nix gesagt. Ich konnte natürlich schlussendlich nicht nein sagen und hab gesagt ich probiere es. Chancen standen super schlecht. Sie war nur halb so schwer wie das Geschwisterchen (77g mit 10 Tagen, Geschwisterchen hatte fast 160g), war total ausgetrocknet und super schwach. Viel Hoffnung hatten wir nicht aber wer nicht wagt der nicht gewinnt sozusagen.
So sah sie aus. Da war sie 10 Tage alt:
Hier mit etwa 2 /1 Wochen:
Sie trank schlecht, nahm aber stetig gaaaanz langsam zu. Alle 2 Stunden füttern war wirklich ein Spaß. Im gleichen Monat wurde meine Hündin noch schwer krank und war ein Intensivpflegefall. Gleichzeitig hatte ich glaube ich auch noch Baby Eichhörnchen da. Das alles neben 2 Jobs. Ich war echt bedient.
Entgegen der Erwartung hat Zwergi aber gekämpft. Den Namen hat sie bekommen weil wir das Geschlecht ja noch nicht kannten. Sollte also eigentlich nur vorrübergehend sein.
Sie wuchs so vor sich hin, war total entwicklungsverzögert und leider zeigten sich dann auch schwere Fehlstellungen der Vorderbeine und eine Zahnfehlstellung. Als ich die extreme Fehlstellung der Vorderbeine sah dachte ich ich müsste sie einschläfern lassen. Es war klar, dass diese Beine niemals das Gewicht später tragen können. Wir haben ihr dann Calcium gespritzt, ich habe ihr Vitamin D gegeben, meine Tochter hat sich regelmäßig in den Garten in die Sonne mit ihr gesetzt und ich habe sie auf verschiedenen unebenen Untergründen hoppeln lassen. Was auch immer schlussendlich geholfen hat, ob es Zufall war oder nicht, die Fehlstellung ist weg und die Zähne sind auch normal.
Ich fand den Größenvergleich mit der gleichen Milchdose irgendwie witzig. Sie war soooo klein.
Hier sieht man die Fehlstellung ganz gut. So saß sie immer da und so ist sie auch gehoppelt. Selten hatte sie die Beine mal einigermaßen gerade.
Von Anfang an hatte sie keine Angst vor den Hunden. Sehr zu meinem Leidwesen später denn sie hat sie immer belästigt und man musste höllisch aufpassen das nix passiert.
Einzug in einen 1,40m Käfig. Sie sah total verloren da drin aus. Natürlich kam noch ein etwas Einrichtung rein. Hab nur grad kein Bild davon.
Erster Kontakt zu einem meiner Kaninchen. Sie kannte ja leider überhaupt keine Artgenossen und genau das ist bei Handaufzuchten ja oft ein Problem.
So hat sie oft im Schoß meiner Tochter geschlafen:
Mit etwa 10 Wochen (sie war immer noch viel zu klein für ihr Alter) habe ich eine Zusammenführung mit meiner Invalidengruppe gewagt. Größtenteils lief es ganz gut. Zwergi war einfach nur Nett und wollte Anschluss haben und die anderen beiden haben sie nicht so für voll genommen.
Eine zeit lang hatte sie dann immer diesen super dicken Bauch. Gefühlt habe ich mir ständig nur Sorgen um dieses Kaninchen gemacht. Kotprobe habe ich mindestens einmal die Woche gemacht, da war nix. Später hatte sie dann Kokzidien aber da war sie schon etwas älter.
Sie wächst und wächst:
Gar nicht mehr so klein![]()
Die Ohren machen weiterhin was sie wollenMal hängen beide, dann steht wieder eins, dann hängt das andere usw. Immer wieder lustig.
Zwergi ist auch gar kein Zwergi mehr sondern wiegt 3,7Kg. Freitag haben wir sie kurzfristig schon kastriert (war eigentlich für nächstes Jahr angedacht) weil sie hormonell extrem drüber war. Sie hat den ganzen Tag nur gebuddelt. Also so richtig extrem und alles zerstört. Den Holzrand der Toilette hat sie komplett abgenagt. Sie terrorisierte alle.
Kastration lief gut, Gebärmutter war für ein Kaninchen mit 8 Monaten überraschend dick und groß. Nicht verändert aber halt eben auffallend dick und groß. Die stand also ganz schön unter Hormonen. Seit heute ist sie wieder ganz die alte. Ich hatte eigentlich alles zugestellt weil sie ja erst mal nicht unbedingt hoch springen sollte. War ihr egal. Da die Absperrungen noch höher waren als die eigentlichen Möbel hab ich halt heute alles wieder freigegeben. Sie buddelt auch schon wieder. Ich hoffe wirklich das wird besser. Der Senior ist genervt. Er ist irgendwas zwischen 10 und 13 Jahre alt.
Aufwachen aus der Narkose:
Schon wieder deutlich wacher. Infusionsschlauch hat sie ganz langsam durchgebissen während sie einen angeschaut hat. Kleine Hexe. Medikamentengabe ist bei ihr ein Albtraum. Ich habe schon so lange Kaninchen und seeehr viele unterschiedliche. Hatte auch schon viele mit intensivmedizinischer Betreuung sozusagen. Leute kamen zu mir weil sie es nicht geschafft haben ihrem Tier die Medikamente zu geben. War für mich nie ein Problem. Dieser kleine Teufel bringt mich aber echt an meine Grenzen. Die tobt so dermaßen obwohl sie richtig fest von mir fixiert wird. Kann man sich nicht vorstellen. Klar bekomme ich das Zeug rein aber ein Spaß ist es nicht. Immerhin lässt sie, entgegen meiner Vermutung, den Body bisher leben.
Hab natürlich noch viel mehr Bilder aber das sind ja so schon jede Menge![]()




























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Der Kampf hat sich wirklich gelohnt, wenn man dieses wunderschöne, glückliche Kaninchen sieht!






Habs in dem Moment nicht mal bemerkt weil ich nicht auf den Boden geschaut habe. 2 Stunden später etwa war sie auf einmal neurologisch echt auffällig. Als ich in die Küche kam hab ich dann hinten neben dem Haus das Schwänzchen liegen sehen. Den Schock könnt ihr euch sicher vorstellen. War natürlich ein Sonntag. Hab meine Chefin angerufen, die meinte ich solle vorbeikommen. Wir haben versucht die Wunde zu verkleben, hat nur mäßig funktioniert. Sie hat Antibiotikum und Schmerzmittel bekommen. Hätte es sich entzündet hätte sie in Narkose müssen um das ganze nochmal ordentlich zu versorgen und zu vernähen. Zum Glück war das nicht der Fall. Ein Puschel ist ihr sogar wieder gewachsen aber mehr natürlich nicht.
Und dann noch dieser unglückliche Sturz.
Die Maus hatte echt Glück im Unglück. 

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