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Thema: Alle drei Kaninchen krank - Milben und Koliken

Hybrid-Darstellung

  1. #1
    Erfahrener Benutzer
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    Da wir tierlieb sind und nicht nur das Leben unserer Kaninchen , sondern auch das anderer Tiere schützen wollen, möchtest du dich der Maus sicher nicht auf grausame weise entledigen. Ich hatte eine Bekannte die Schnecken im Garten einsammelte und mit dem Auto zu einer geeigneten, aber entfernten Stelle brachte. Mäusekot, mal ganz von den Milben abgesehen, kann, wenn er zu getrocknetem Staub wurde, auch für Menschen gefährlich werden. Was spräche dagegen die Maus zu fangen und in einer schönen mausgerechten Umgebung auzusetzen?

    Jetzt fällt mir wieder die Maus aus der Adventsgeschichte bei Piet ein und ich kriege ein schlechtes Gewissen, wenn ich dir diesen Rat gebe. Nein, also wirklich, tue ihr nichts, aber bringe sie an einen schönen Ort, wo sie Euch nicht schadet.

  2. #2
    Erfahrener Benutzer
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    Nunja, aber wenn man die so gefangene Maus mitten im Winter in eine andere "schöne Umgebung" setzt, in der sie keine Rückzugsorte hat, wird sie entweder gleich gefressen oder spätestens dann, wenn sie sich verzweifelt auf die Suche nach ihrem Zuhause und ihrer Familie macht, denn einzelne Mäuse gibt es nicht...

    schlussendlich lebt man entweder mit der Maus und all ihren Ärgernissen (und die Wahrscheinlichkeit, dass diese Maus das Hanta-Virus in sich trägt, das tatsächlich für Menschen gefährlich sein kann und weshalb man vorm Aufkehren von getrocknetem Mäusekot warnt, liegt wohl noch deutlich unter´m Promille-Bereich), oder man verurteilt sie und ihre Familie zum Tode, dann kann man es aber auch gleich mit einer Mauseschlagfalle erledigen, das ist ehrlicher.

    abgesehen davon dürften sich die Ärgernisse mit beginnendem Frühling auch deutlich verbessern: dann finden die Mäuschen nämlich auch anderswo genug zu Essen und lungern nicht mehr so oft bei den Kaninchen rum, zudem wird dann auch das Immunsystem der Mäuse besser, die dann mehr Kraft haben, um ihre Milben zu bekämpfen, die Nins selbst sind mit Wiese und co wahrscheinlich auch widerstandsfähiger, kurz: ich würde einfach abwarten, die Langohren ab und an auf Milben kontrollieren, vorsorglich unter die Einstreu und evtl. auch auf den Nins ein bisschen Kieselgur verteilen, und ansonsten die Mäusefamilie in Ruhe lassen...

  3. #3
    Erfahrener Benutzer
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    Das stimmt, ich würde dann auch lieber abwarten, als die ärmen Mäuse umzubringen. Mäuse sind nunmal keine Schnecken...und wer weiß, vlt. sind die ja auch damals wieder zurück gekommen. Es hat nur länger gedauert als bei den Mäusen...

  4. #4
    Erfahrener Benutzer Avatar von Margit
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    Huhu.

    Gibt es Studien dazu, dass Kokzidien in geringen Mengen immer zu finden sind? Ich habe dazu noch nichts gefunden.

  5. #5
    Erfahrener Benutzer
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    Nicht immer, aber oft.

    Eine richtige Studie kenne ich dazu auch nicht, aber irgendwie behaupten es alle so:

    http://www.kaninchenwiese.de/gesundh...eim-kaninchen/
    https://www.tieraerzteverband.de/smi...kokzidiose.php
    http://www.tiermedizinportal.de/tier...ninchen/565156
    https://www.kaninchen-haltung.com/kr...en/kokzidiose/
    https://www.vetzentrum.de/kaninchenk...und-behandeln/

    Im Prinzip macht es aber auch Sinn, uns eingeschlossen hat eigentlich jedes Lebewesen "Parasiten" im Magen-Darm-Trakt, z.T. sind diese auch nützlich für ihren jeweiligen Wirt, und Probleme gibt´s eigentlich immer nur dann, wenn aus irgend einem Grund die Parasiten (einer Art) überhand nehmen.

    Ich kenne nur eine Studie,
    (Kokzidien des Kaninchens (Oryctolagus cuniculus) – Verlauf natürlicher Infektionen bei Boden- und Käfighaltung in einer Versuchstiereinheit von Thorsten Kühn, Leipzig 2003, https://d-nb.info/970345259/34 m.w.N.)
    die u.a. die Immunität des Kaninchen nach Erstinfektion mit einem bestimmten Kokzidienstamm beschreibt und diese als
    "Verringerung der Anzahl Parasiten, die ihren Lebenszyklus vollenden, welche sich in verminderter Ausscheidung gegenüber Kontrolltieren (partielle Immunität) bis hin zu vollständiger Unterdrückung der Vermehrung"
    definiert - was ja übersetzt eine latente Infektion bedeuten würde.

  6. #6
    Erfahrener Benutzer Avatar von Margit
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    Danke für die ganzen Links. Lesen konnte ich jedoch nirgends, dass Kokzidien "normal" sind und sie eh jeder hat.

  7. #7
    Erfahrener Benutzer
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    ???

    Ich sagte nicht, dass Kokzidien "normal" sind, sondern dass einige wenige in den meisten Kaninchen vorhanden sind. Meist machen sie dann auch keine Probleme, d.h., das Kaninchen bekämpft sie von selbst, wenn sie aber überhand nehmen, stellen sie durchaus eine Gefahr dar.

    Zitat Kaninchenwiese: "Kokzidien (Coccidia) sind bei den meisten Kaninchen latent (= ohne Symptome zu verursachen, in geringer Menge) vorhanden und treten durch ungünstige Umgebungsbedingungen erst krankhaft (Kokzidiose) auf."

    Zitat Tierärzteverband: "Viele Kaninchen sind mit den Erregern der Darmkokzidiose latent infiziert, das heißt sie scheiden die Erreger in großen Mengen aus, ohne selbst zu erkranken. Kommt es jedoch zu einer Belastung der Tiere durch Infektionen, Transportstress oder Fütterungsfehler, bricht die Erkrankung aus. Bei geringgradigem Befall verläuft die Erkrankung symptomlos."

    Zitat Tiermedizinportal: "Viele Kaninchen tragen eine geringe Anzahl von Kokzidien in sich, ohne krank zu werden. Ein Umgebungswechsel oder Streitigkeiten in der Gruppe lösen bei Kaninchen Stress aus, und vermehrter Stress schwächt das Immunsystem der Tiere. Die Parasiten können sich stärker vermehren und dazu führen, dass das Kaninchen Symptome einer Kokzidiose entwickelt."

    Zitat Kaninchen-Haltung: "Rund 80 % der Hauskaninchenbestände dienen den Kokzidien als Wirt, allerdings weisen die meisten der Kokzidienträger keinerlei Krankheitszeichen auf. Man spricht davon, dass die Kokzidien latent vorhanden sind, also in einer so geringen Zahl, dass sie keine Krankheitssymptome verursachen."

    Zitat: vetzentrum: "Normalerweise leben die Kokzidien im Einklang mit ihrem Wirt ohne weitere Probleme zu verursachen. Gerät jedoch die natürliche Balance aus dem Gewicht und die Kokzidien vermehren sich sprunghaft, kommt es zur Erkrankung, der sogenannten Kokzidiose."

    Worauf willst Du eigentlich hinaus?

    Bei einem stärkeren Befall müssen Kokzidien selbstverständlich behandelt werden und stellen auch eine Gefahr für das Kaninchen dar, gleichwohl findet man sie in den meisten Kaninchen, nicht zuletzt, weil man sich diese auch ständig von neuem mit Gemüse, Wiese, Heu und co ins Gehege schleppen kann. Wenn dann im Kot des Tieres mal zwei, drei Kokzidien auftreten, ist dies (noch) kein Grund zur Besorgnis, meist bekämpft das Kaninchen diese dann erfolgreich von ganz alleine, aber wenn es zu viele werden, muss unbedingt - konservativ - behandelt werden, dann reichen Kräuter und co nicht aus.

    Deshalb auch der Hinweis auf die Studie, die die Immunität von Kaninchen nach Erstinfektion mit einem spezifischen Kokzidienstamm erklärt: das Kaninchen kann dann diesen Kokzidienstamm mit seinen körpereigenen Abwehrkräften so erfolgreich bekämpfen, dass sich diese Oozysten kaum noch im Körper vermehren können und dort dann auch keinen Schaden i.S. einer Kokzidiose verursachen können. Dumm nur, dass eine Immunität gegen einen Kokzidienstamm nicht gegen die ganzen anderen Kokzidiensorten schützt und dass das ganze auch nur dann funktioniert, wenn das Immunsystem intakt ist. Gleichwohl spricht das Vorhandensein von - nur - vereinzelten Kokzidien gerade dafür, dass das Immunsystem funktioniert, also (noch) kein krankhafter Zustand vorhanden ist, der Körper das ganz alleine bekämpfen kann.

    Oder, vereinfacht gesagt: nur, weil man in deinem Nasenabstrich einen einzelnen Schnupfenerreger findet, bedeutet das nicht, dass du Schnupfen hast, das wäre erst so, wenn die Nase läuft und man ständig niesen muss. Bis dahin stehen die Chancen gut, dass deine Abwehrkräfte den Schnupfenvirus ganz alleine besiegen, ohne dass je eine Krankheit ausbricht.

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