Hallo liebe Birgit,
ich denke, das ist eine allzu menschliche Reaktion, daß man seine Tiere, die man so liebt, ein bißchen vermenschlicht.Oft weiß man es ja auch nicht besser. Und dafür ist das Forum ja nützlich, man bekommt Infos und erkennt, da hat man falsch gedacht
So wie Du das beschreibst, ist es nicht die Idealsituation, die DU gerne hättest. Aber, es ist die Situation, wie sie im Leben der wilden Kaninchen tagtäglich vorkommt und daher absolut nichts unbekanntes oder fremdes für diese. Ich habe das Glück, daß vor meinem Bürofenster zwei Kaninchenpaare Lebensraum finden. Der ist allerdings auch begrenzt, da immer mehr gebaut wird. Es dürften vielleicht noch 3000 m² sein mit freier Fläche mit Unkraut und geschottert, einigen Containern und ca. 1500 m² Gestrüpp aus Sträuchern und Brombeeren und hohen Kiefern dazwischen, für die zwei Paare. Drumrum sind viele Gebäude und auch dazwischen leben andere Paare. Das ganze Gelände ist groß und weitläufig. Da kann ich gegen abend das ganz "normale" Kaninchenleben beobachten
. Und das läuft genauso ab, wie Du das beschreibst und wie es bei mir zu Hause zugeht. Es gibt den höhergestellten Rammler, der dem anderen sofort klar macht, wo seine Grenze ist. Respektiert der das nicht, gibts die wilde Jagerei über das Teilgrundstück. Verlassen darf das aber keiner, denn daran grenzen ja schon die Reviere der anderen Gruppen. Die beiden Weibchen gehen sich aus dem Weg. Wenn der Cheframmler sich so richtig aufgeregt hat über den Nachbarn, zeigt er dann auch erstmal seiner Frau, daß er der Chef ist
. Und wenn der Nachbar sich nicht sehen läßt und er Langeweile hat, dann geht er über die Grenze an den Containern entlang und guckt mal, wer da so zu finden ist und zeigt dem Anwohner, daß er der Größte ist oder kommt dann manchmal ebenfalls angejagt mit einem der Nachbarn im Gefolge und läßt seinen Frust darüber an seiner Frau oder dem Gehege Mitbewohner aus. Du siehst, alles wie im richtigen Leben
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Von daher wird Melli gar nicht sooo überrascht sein von ihrer aktuellen Situation und vielleicht im Moment darüber nachdenken, daß es jetzt so zwar nicht in ihrem Sinne ist, aber daß sie jetzt damit umgehen muß, eben weil das Leben sich verändert und damit die Lebensbedingungen. Und zum Glück sind Kaninchen extrem anpassungsfähig aus jeder Situation das für sie Beste zu machen, ohne darunter zu leiden. Melli tut genau das, was für sie jetzt das Beste ist, sich gegen die anderen unsichtbar zu machen und hat dann ihre Ruhe. Irgendwann werden die anderen sie akzeptieren. Sie lernen ja ebenfalls. Solange sie sie nicht verfolgen und verbeißen, würde ich Melli unterstützen, evtl. mit Sichtschutz, Verstecke hat sie ja schon, aber nicht sichtbar für die anderen bevorzugen. Damit würde sie nur wieder Objekt des Neides werden.
Das für Bewegungsorgen habe ich bei Tommi und Lotte beobachtet. Ich habe mich lange Zeit gewundert, daß er sie öfter so durch die Wohnung geschickt hat. Nicht gejagt, er trieb sie vor sich her. Bis mir klar wurde, das macht der überlegt, sie sitzt zuviel herum und döst und er selbst hat ja auch keine Bewegung alleine und so trieb er sie mehrmals am Tag vor sich her und so hatten beide ihre Bewegung.
Ich hatte in all den Jahren Glück und nur mit Lotte das Problem der extremen Hormonsteuerung. Einmal hatte ich zwei Weibchen, die sich schlecht vertrugen. Doch das hielt auch nach der Kastra der dominanten weiter an. Sie starb an Pasteurellen kurz darauf. Alle anderen Weibchen kamen gut klar und verhielten sich "normal". Nur einmal hatte ich eine Scheinschwangerschaft, aber mit einer Behandlung durch Contralac war das schnell vorbei und kam so auch nicht wieder. Lotte aber war extrem hormongesteuert und konnte wegen ihrer Herzprobleme nicht kastriert werden. Ich denke, sie wissen nicht, warum sie sich so fühlen, wie es ist. Aber wohl fühlen sie sich dabei nicht. Das war Lotte deutlich anzumerken und der Unterschied zu danach war krass. Erst als sie 6jährig den riesigen Tumor entwickelt hatte, eben wegen der ständigen Scheinschwangerschaften, sie kam da ja nie raus, ging es eh um Leben und Tod, mußte sie kastriert werden. Sie überlebte problemlos und wurde 10,5 Jahre alt. Sie war danach eine ganz liebe und zufriedene Häsin und so kuschelig und liebte beschmust zu werden. Sie lernte ein ganz neues Lebensgefühl kennen und wirkte so ausgeglichen. Sonst hatte ich noch kein Tier mit GB Erkrankungen. Doch Emmi und Manni leiden beide unter Emmis starker Hormonsteuerung. Heute morgen erst ging es wieder zur Sache. Emmi ist ständig in Aktion und ist ständig an Manni und piesackt ihn. Hatte gerade heute beim Ta Kotuntersuchung machen lassen und beim Gespräch danach wurde mir auch direkt geraten, nicht zu lange zu warten. Wenn es im Frühjahr noch schlimmer wird, sollte die Kastra besser schon dann durchgeführt werden. Im Mai wird Emmi 9 Monate alt und ich denke, wenn es so bleibt, werde ich das dann machen lassen. Das ist so belastend für alle. Gestern war wieder überall gespritzt und Pfützchen und Manni total abgenervt. Auch Emmi fühlt sich sichtlich nicht wohl dabei.
Von daher, schauen wir mal, was sich danach ergibtund solange gute Nerven für uns
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Oft weiß man es ja auch nicht besser. Und dafür ist das Forum ja nützlich, man bekommt Infos und erkennt, da hat man falsch gedacht 
. Aber, es ist die Situation, wie sie im Leben der wilden Kaninchen tagtäglich vorkommt und daher absolut nichts unbekanntes oder fremdes für diese. Ich habe das Glück, daß vor meinem Bürofenster zwei Kaninchenpaare Lebensraum finden. Der ist allerdings auch begrenzt, da immer mehr gebaut wird. Es dürften vielleicht noch 3000 m² sein mit freier Fläche mit Unkraut und geschottert, einigen Containern und ca. 1500 m² Gestrüpp aus Sträuchern und Brombeeren und hohen Kiefern dazwischen, für die zwei Paare. Drumrum sind viele Gebäude und auch dazwischen leben andere Paare. Das ganze Gelände ist groß und weitläufig. Da kann ich gegen abend das ganz "normale" Kaninchenleben beobachten
. Und das läuft genauso ab, wie Du das beschreibst und wie es bei mir zu Hause zugeht. Es gibt den höhergestellten Rammler, der dem anderen sofort klar macht, wo seine Grenze ist. Respektiert der das nicht, gibts die wilde Jagerei über das Teilgrundstück. Verlassen darf das aber keiner, denn daran grenzen ja schon die Reviere der anderen Gruppen. Die beiden Weibchen gehen sich aus dem Weg. Wenn der Cheframmler sich so richtig aufgeregt hat über den Nachbarn, zeigt er dann auch erstmal seiner Frau, daß er der Chef ist
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