Liebes Forum,
auf der Suche nach einem (Leih?-)Kaninchen für meinen frisch verwitweten Widder habe ich heute mit jemandem vom Kaninchenschutz telefoniert: Unser Kaninchen hat Zahnprobleme und rezidivierende Abszesse und frisst selbständig leider fast nur noch geraspeltes Wurzelgemüse und ein paar Sonnenblumenkerne und wird ansonsten von uns gefüttert (die Blätter und Kräuter kann er nicht mehr gut fassen mit den verbleibenden Zähnen).
Die Dame vom Kaninchenschutz meinte nun, wir bräuchten unbedingt ein Tier, das auch ein Handicap hat und idealerweise auch ein Zahnkaninchen ist, da ein gesundes Kaninchen ihn nur mobben und jagen würde. Einerseits kann ich das irgendwie nachvollziehen; andererseits bin ich nicht sicher, ob das wirklich absolut so gesagt werden kann, dass gesunde Kaninchen kranke Kaninchen immer mobben und jagen. Die Frau sagte, das käme nicht vor, dass ein gesundes Tier ein krankes akzeptiert.
Tatsächlich hätte ich aber schon gerne ein einigermaßen gesundes Tier, weil ich die letzten Jahre immer mindestens 1x pro Woche (selten alle 2 Wochen) beim Tierarzt war und ich das nervlich und auch finanziell nicht mehr so gut stemmen kann: Tierarztbesuche sind an sich kein Problem, auch OPs und Nachsorgen nicht, aber wenn ich bei der Neuaufnahme eines Tieres schon weiß, dass es so weitergeht und ich mir noch mehr Baustellen ins Haus hole, dann ist das irgendwie schwierig (vorsichtig formuliert).
Habt ihr zufällig Erfahrungswerte? Kann das auch gelingen, dass ein gesundes (ruhiges) und ein gehandicaptes Kaninchen neu zusammenfinden?
Ich hätte kein Problem mit behinderten Tieren (blind usw.), aber wenn ich ein Zahnkaninchen neu hole, hab ich Angst, dass sich alles wiederholt: Meine beiden Kaninchen wurden im letzten Jahr im Grunde ständig operiert und gespült; es wurde ein CT angefertigt und das Jochbein aufgesägt usw., und ich möchte das nicht alles noch einmal durchmachen (es sei denn, natürlich, es ergibt sich im Laufe des Lebens).
Gibt es auch Zahnkaninchen, die langfristig stabil sind und nicht ständig Abszesse bekommen und neue Zahnbildungen usw.?
Die andere Frage betrifft die Ernährung: Natürlich weiß ich, dass Knollen kein gutes Futter für die Tiere sind, und bisher, als seine Freundin noch lebte, lagen hier auch immer massenhaft Löwenzahn, Kräuter und Blätter und Möhrenkraut; seine Freundin hat beides gegessen: mit ihm ein bisschen Pastinake und zusätzlich das Grünzeug. Die Frau vom Kaninchenschutz meinte nun, es sei das "Todesurteil" für jedes gesunde Kaninchen, wenn ich es teilhaben ließe an 2x täglich Pastinake, die das Männchen derzeit bekommt (jeweils ein ca. daumengroßes Stück).
Ich freue mich über eure Gedanken und / oder Erfahrungen.


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