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Thema: Warum vegetarisch/vegan leben (Argumente etc.) II

Baum-Darstellung

  1. #11
    addicted to pole Avatar von Mona K.
    Registriert seit: 23.07.2011
    Ort: Ruhrgebiet
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    Standard

    Wisst ihr, was die Hauptgründe sind, die mich (noch) von vegetarisch/vegan abhalten? Ich kann es ganz schwer in Worte fassen, aber ich versuch's mal.

    Zum Einen, und das gebe ich offen zu, fehlt es ein wenig am Wollen - ich will nicht auf so viel leckeres verzichten, solange ich keine adäquate Alternative habe. Dazu habe ich schlicht und einfach nicht das Durchhaltevermögen. Traurig, aber wahr. Ich bin sehr gerne bereit, neue Dinge auszuprobieren (vor allem bei Milch habe ich schon alle möglichen Alternativen durch und nehme mittlerweile diese auch für viele Dinge, z.B. Müsli mit Kokosmilch oder Eiweißshake mit Mandelmilch, aber Kaffee z.B. muss mit einem Schuss Kuhmilch sein, alternativ eher schwarz als mit Pflanzenmilch.

    Zum Anderen fühle ich mich überfordert. Hier soll ich auf Plastik verzichten, dort auf Käse, dann auf das Auto, auf die und die Gesichtscreme... Klingt jetzt vielleicht doof, aber für mich gibt es aktuell unzählig viele Kleinigkeiten, die man für Klima oder Tierwohl nicht mehr tun oder benutzen sollte. Gefühlt müsste ich eigentlich wie vor 500 Jahren leben. Der Gedanke, dass das, was ich tue, eh falsch ist, überfordert mich innerlich.

    Weil ich aber natürlich weiß, dass das alles schädlich für Mensch, Natur oder Tiere ist, möchte ich nicht komplett den Kopf in den Sand stecken nach dem Motto: "Wenn eh alles falsch ist, was ich mache, mache ich lieber so weiter wie bisher." (wie es ja viele Menschen tun und für sich als Rechtfertigung nutzen um in ihrer Komfortzone zu bleiben) versuche ich mich heranzutasten. Schritt für Schritt. Weil das besser ist als gar nichts. Die Wattepads sind durch waschbare Baumwollpads ersetzt. Duschgel, Shampoo, Deo und Bodylotion gibt's nur noch in vegan und bio. Das Auto ist ein Hybrid und im Ort versuche ich, zu Fuß alles zu erledigen, sofern meine Zeit es zulässt. Wurst kaufe ich gar nicht mehr.

    Vielleicht komme ich irgendwann dahin, vegan zu leben. Ich merke aber, wenn ich zu viel auf einmal verlange, stresst es mich innerlich enorm.

    Von daher finde ich Anklagen à la "wie kann man sich nur Tierschützer nennen" etc. - so sehr ich euch von ethischer Seite her verstehen kann - wenig förderlich, wenn man jemanden dazu bewegen möchte, mehr zu tun. Druck erzeugt häufig einfach nur Gegendruck und dann machen viele Leute dicht. Daher halte ich von dieser Argumentationsweise nichts.

    PS: Was mich aber genauso ankotzt wie euch: die Ignoranz mancher Leute. "Das will ich gar nicht wissen!" Natürlich nicht, denn dann müssten sie anfangen nachzudenken... und würden vielleicht zu dem Schluss kommen, sich ändern zu müssen bzw. ihre Lebensweise. Und Veränderung ist für viele Leute ein Problem.
    Geändert von Mona K. (23.08.2019 um 15:30 Uhr)
    be a flamingo in a flock of pidgeons.

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