Hallo liebe Kathie,
schön, dass du dich auch meldest, das freut mich wirklich sehr.
Ich denke auch, dass Mats noch ein bisschen mehr Zeit braucht - da er - wie du genau zutreffend sagst - ein wahrer "Angsthase" ist. Ich kenne ja meine beiden Häsinnen, die würden blöd aus der Wäsche gucken wenn er plötzlich kontra geben würde. Wie gesagt, als ich Melissa dreimal "gebissen" hatte - unmittelbar nachdem sie auf Mats los ging - ist sie mir gegenüber nun völlig unterwürfig, legt sich vor mich und macht sich platt und fordert mich auf, sie zu streicheln, was ich natürlich auch mache. Mats hingegen lässt sie weitgehend in Ruhe. Bei Fee haben meine Bisse nichts bewirkt, sie hat sich nur gewundert und gedacht, was ist denn mit der los. Sie hat es aber nicht den Zusammenhang zu ihrer Attacke auf Mats erkennat - sie ist eben ein Kaninchen ...
Also die "Viel-Platz und viele Rückzugsmöglichkeiten-Methode" ist bei mir ausnahmslos IMMER gescheitert - ich hatte es ja damals in Zülpich immer wieder mit den beiden Päärchen Wölkchen und Max // Moppel und Paula versucht. Die vielen Versuche gingen gnadenlos schief denn die Tiere scheinen die "Eindringlinge" wirklich immer wieder zu vergessen wenn sie sie nicht ständig sehen. Immer wenn sie sich dann begegnen gehen sie erneut aufeinander los nach dem Motto: "Bist du/ seid ihr schon wieder hier? ... ich hab dich/euch doch gestern erst weggejagt!!" Auch können die "neuen Kaninchen" nicht den Geruch der Anderen annehmen wenn sie sich permanent in anderen Ecken des Geheges aufhalten bzw. ständig unter irgendwelchen Häuschen sitzen und sich nur raus trauen, wenn "der Feind" schläft, es also wieder nicht mitbekommt.
Erst als ich bei wenig Platz und in einer anderen Konstellation (nämlich mit Robert, Fee, Moppel und Paula - in Volkhoven-) auf neutralem Grund, wenig Platz und ohne Häuschen das ganze wiederholt habe, ging es endlich endlich gut. Wölkchen hat das ja leider nicht mehr erlebt. Als ich den Platz zu schnell vergrößert und Häuschen reingestellt hatte musste ich erneut abbrechen weil Moppelchen an fünf stellen genäht werden musste. Dann wieder bei Null angefangen und über 3 Monate peu a peu von zunächste 3 auf später 16 qm vergrößert (aber immer noch ohne Rückzugmöglichkeiten) war endlich klar - die Gruppe hat sich gefestigt und liebt sich sehr. Dann durften sie Ende April 2008 endlich ihr großes Außengehege im Garten beziehen.
zurück zur Wenig-Platz-Methode: Wenn der Neuling dann aber "nur in seinem Klo" sitzt und dort weder raus noch fressen darf hat man meistens doch was falsch gemacht. Wenn das so ist muss man sogar die Klos rausnehmen (und Zeitungen und Heu als Ruhestätten und Klo anbieten) damit das "mein" und "dein" nicht vorkommt und es "Nichts" zu verteidigen gibt.
Die Viel-Platz-Methode funktioniert meiner Ansicht nach noch seltener (mit "funktionieren" meine ich dauerhaft) als die "Liebe-auf-den ersten-Blick-Methode" die ja ein echter Glücksfall und zudem ausgesprochen selten ist.
Du bist ja VG-Profi bei so vielen Zusammenführungen im Jahr und man lernt ja von seinen Erfahrungen. Ich glaube auch nicht, dass die Kaninchen wirklich gesundheitsgefährdenden Stress haben, wenn man es richtig macht. Bei behinderten und eingeschränkten Tieren kann das natürlich anders sein, da kann ich nicht viel zu sagen aber ich denke niemand würde ein behindertes aber charakterlich dominantes, "spätkastriertes" Böckchen mit zwei dominanten unkastrierten Häsinnen zusammenführen ...
Ganz viele liebe Grüße und einen schönen Sonntag
Birgit



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