Seite 27 von 27 ErsteErste ... 17 25 26 27
Ergebnis 521 bis 538 von 538

Thema: Ukraine

  1. #521
    Erfahrener Benutzer
    Registriert seit: 20.12.2021
    Ort: Oldenburg
    Beiträge: 224

    Standard

    Menschenschlag... Ich glaube (und hoffe) nicht, dass dieses Argument irgendwo in den EU Statuten steht, und vielleicht ist es genau das, was für mich etwas zu sehr mitschwingt in bedingungsloser Begeisterung für Ukraine-Unterstützung. Ich kenne selbst mehr Syrer als Ukrainer, war viel in der Welt unterwegs, und fühle mich Osteuropäern in keiner Weise näher als vielen anderen Menschen"schlägen", die ich kennengelernt habe (falls es sowas überhaupt gibt). Für mich ist Polen so ein Beispielland: Ich kann dem Land nicht vergessen, dass Forderungen kamen wie "für uns nur christliche Flüchtlinge bitte", und das relativiert für mich alles aktuelle Heldentum in Ukrainehilfe von polnischer Seite (vs. Bashing von deutschem Agieren) als heuchlerisch und rassistisch. Nicht dass sie (und jeder andere) nicht gerne für die Ukraine und Ukrainer tun sollen, was sie tun, aber abgesehen von politisch-strategischen Erwägungen, sollte das genauso auch für jeden anderen Flüchtling möglich sein, und nicht an Hautfarbe, Glaube und "kulturellen Hintergrund" gebunden.

    Dass es in Deutschland auch Korruption gibt, sollte nichts relativieren. Daran muss auch gearbeitet werden. Es gibt ingesamt im Moment noch zu viel Korription in der EU, und das spricht eher dagegen, Länder mit bekanntem Korruptionsproblem noch mit dazu holen. Es gibt offizielle Rankings, und da ist die Ukraine denn doch deutlich schlechter als Deutschland.

  2. #522
    Erfahrener Benutzer
    Registriert seit: 13.07.2016
    Ort: Deutschland
    Beiträge: 4.465

    Standard

    hasili-Zitat:
    Aber mal eine Frage: Woher weißt Du so genau (rein informativ) was im russischen Fernsehen läuft ?

    Weil im deutschen Fernsehen Ausschnitte aus den russischen Sendungen eingespielt werden in denen man das sieht und Reporter die dort gearbeitet haben, haben das bestätigt.Leider kommen diese Sendungen bei uns in Deutschland oft spät am Tag. Zum Beispiel bei Markus Lanz werden solche Ausschnitte gezeigt.

  3. #523
    Erfahrener Benutzer
    Registriert seit: 11.03.2010
    Ort: Frankfurt
    Beiträge: 9.029

    Standard

    Zitat Zitat von Fellfie Beitrag anzeigen

    Als Zeichen an Putin finde ich es gut, dass die Ukraine Beitrittskandidat ist.
    Wenn eh nichts P. "beeindruckt", wie Du ja auch geschrieben hast, dann stimmt das so auch nicht.


    Ich denke doch, dass es für ihn ein weiteres Argument ist.

    Aber klar ist mir auch, dass er auch ohne dieses seinen Vernichtungskrieg geführt hätte/weiterführen wird.....aber das war mir von Anfang an klar..und was er innenpolitisch weiter betreibt, ebenso.
    Auch wenn man sich gerne getäuscht hätte.

  4. #524
    Erfahrener Benutzer Avatar von Ludovica99
    Registriert seit: 11.09.2008
    Ort: alpine Heuwiese
    Beiträge: 2.316

    Standard

    Man könnte es auch Integrationsfähigkeit nennen. Von den vielen Ukrainern die um mich herum angekommen sind, sind viele schon in Arbeit
    Das vermisse ich an 2015 wo Menschen gekommen sind die gutgläubig den Schleppern ins Netz gegangen sind, es warte hier ein 5000 Euro netto Job auf sie, die darum reihenweise die Jobs ( die zu ihrer Ausbildung passten) wieder niedergelegt hatten. Das war hier im Kreis ein Phänomen über das viel geklagt wurde.
    Trotz Arbeitserlaubnis ist es dann wohl schwer von diesem Anspruchsdenken runterzukommen und so kann ich aus meinem Umfeld ( und ich habe beruflich mit vielen Arbeitgebern zu tun) relativ wenig Erfolg hinsichtlich Integration melden.
    Das scheint nicht nur hier in meiner Region so zu sein
    https://www.google.com/amp/s/m.faz.n...36764.amp.html
    Ich bin auch von Osteuropa nicht sonderlich angetan, aber eines muss man ihnen lassen, Polen , Tschechien etc haben ihr Land in Rekordzeit auf Kurs gebracht. Mit einer Arbeitslosigkeit teils unter 2%. Und die Ukrainer waren schon zu einem guten Teil Teil des polnischen Erfolges da Ukrainer in grossen Scharen in den polnischen Fabriken gearbeitet haben.
    Klar müssen die Strukturen im Land erst verändert werden aber ich kann mir die Ukraine sicher besser in der EU vorstellen als zb Albanien oder die Türkei
    Geändert von Ludovica99 (26.06.2022 um 13:47 Uhr)

  5. #525
    Erfahrener Benutzer
    Registriert seit: 20.12.2021
    Ort: Oldenburg
    Beiträge: 224

    Standard

    Wo ist die Henne, wo das Ei? Wie kann man Flüchtlingen pauschal weniger Integrationsfähigkeit unterstellen, obwohl doch die Bedingungen von Anfang an völlig andere waren und noch sind? Hat man 2015 gesagt, sofort in den Arbeitsmarkt, sofort ins Studium gerne auch ohne Schulabschluss? Wäre mir neu. UNd ich denke auch, es ist was anderes, ob man bis vorgestern noch in einem "normalen" Umfeld mit Arbeit und Schule und pipapo war und vielleicht noch davon ausgeht, in wenigen Wochen zurück zu sein, oder eine monate- oder gar jahrelange Odyssee hinter sich hat, aus einen jahrzehntelangen Kriegsgebiet, und dann ohne Perspektive, wann man denn tatsächlich sich endlich mal integrieren kann.

    Ich finde Anspruchsdenken: wenn so TV-Sendungen kommen, wie langsam die deutsche Bürokratie ist (ja ist sie) und wie viel besser das in Ukraine liefe (wann hat die denn zuletzt wie viele Flüchtlinge gleichzeitig versorgt?), wie der Botschafter auftritt, wie der Präsident dauernd Selbstbeweihräucherung betreibt (schlimmster Krieg des Jahrhunderts (in wie vielen war der denn schon, und für welche anderen Kriege hat er sich engagiert?), best ausgebildetes Leute (Dazu gibt es Daten: nein, unterdurchschnittliche Bildungserwartung im europäischen Vergleich), super schnell lernfähig an schweren Waffen (macht man woran fest, wenn doch Daten zu Kriegstoten/verwundeten/verlusten unter Verschluss bleiben?), dass EU Beitritt der Ukraine das beste wäre, was der EU seit langem passiert ist.... brech ...
    Geändert von arundlecastle (26.06.2022 um 14:07 Uhr)

  6. #526
    Erfahrener Benutzer Avatar von Ludovica99
    Registriert seit: 11.09.2008
    Ort: alpine Heuwiese
    Beiträge: 2.316

    Standard

    Also bitte, nach 7 ! Jahren zählt nicht mehr ob jemand mit dem Auto schnell über die Grenze konnte oder einen langen Fussmarsch hatte. Du willst doch nicht behaupten dass immer noch soviel in H4 leben weil damals die Prozesse langsamer waren. Im übrigen hatten gerade Syrer recht bald die gleiche Expressanerkennung wie jetzt fie Ukrainer
    Traumatisiert sind im übrigen beide Gruppen, das ist völlig wurscht wie man sich retten könnte.

    Thema Bildung, mein aktueller Kunde hat einige Ukrainerinnen eingestellt. Das läuft reibungslos, sprechen sehrgut englisch ( besser als die deutschen Kollegen:-D)
    Und im OECD Ranking fällt auf dass sie im technischen Bereich sehr stark sind
    Geändert von Ludovica99 (26.06.2022 um 14:15 Uhr)

  7. #527
    Erfahrener Benutzer Avatar von Bugs&Bunny
    Registriert seit: 23.05.2016
    Ort: 45476 Mülheim
    Beiträge: 2.221

    Standard

    Und nicht zu vergessen, dass viele der 2015 Geflüchteten mit schlimmen Traumata hier angekommen sind.
    Ich hatte Kinder in der Schule, die erzählten, wie ihre Mutter auf der Flucht erschossen werden sollte, während ihre 3 Kinder weinend an ihr hingen. Zum Glück wurde sie dann doch verschont.
    Und ich möchte nicht wissen, was diese Menschen auf ihrer Flucht sonst noch erlebt haben, wovon sie niemandem erzählen.

    Natürlich kommen hier auch Ukrainer mit Traumata an.
    Aber allein schon die oft frühzeitige und deutlich kürzere Flucht, dürfte die Häufigkeit und Schwere der traumatischen Erlebnisse minimieren.
    Einzelschicksale natürlich immer außen vor.

    Und doch, das ist ein deutlicher Unterschied.

    Ukrainer dürfen hier schnell arbeiten.
    Den Syrern wurde oft die Anerkennung ihrer z.T. hochwertigen Abschlüsse verwehrt.
    Es gibt viele die als Akademiker in unqualifizierten Hilfstätigkeiten gelandet sind.
    Und wenn man dann noch 3 bis 5 Kinder hat, dann landet man im ergänzenden Alg2.

    Auch bei uns gibt es Rassismus!
    Und das ist beschämend!

  8. #528
    Erfahrener Benutzer
    Registriert seit: 11.03.2010
    Ort: Frankfurt
    Beiträge: 9.029

    Standard

    Zitat Zitat von Ludovica99 Beitrag anzeigen
    Thema Bildung, mein aktueller Kunde hat einige Ukrainerinnen eingestellt. Das läuft reibungslos, sprechen sehrgut englisch ( besser als die deutschen Kollegen:-D)
    Und im OECD Ranking fällt auf dass sie im technischen Bereich sehr stark sind

    Das kann ich von meinen Deutschkursen bestätigen..und Kenntnisse im PC - Bereich sind enorm hoch.

    Ich stimme Ludovica zu.
    Nein, wenn Frauen, die nie eine Schule besucht haben, nie ein Buch in der Hand hatten ) eine Notiz, ein Beipackzettel oder Sonstiges noch irgendwelche Kennnisse über ihren Lebensbereich hinaus mitbekommen haben (könnte zig Beispiele nennen, )hierher kommen, dazu noch 4 oder 5 Kinder versorgen müssen, ist es ungleich schwerer sie so zu integrieren wie man sich das wünscht. Noch dazu einen dominanten Mann zuhause (nicht immer, da halte ich mal dagegen, denn ich erlebe das zum großen Teil nicht so), da sind diese Frauen und das kann genauso auch Männer betreffen, aber deutlich weniger, schlichtweg überfordert.
    Und deren Sprachen und Schrift (selbst wenn sie ein wenig schreiben können, was bei den Frauen aber meist nicht der Fall ist).
    Da ist Integration, ich spreche von beruflicher, kaum möglich.
    Geändert von hasili (26.06.2022 um 14:37 Uhr)

  9. #529
    Erfahrener Benutzer Avatar von Ludovica99
    Registriert seit: 11.09.2008
    Ort: alpine Heuwiese
    Beiträge: 2.316

    Standard

    Ukrainische Abschlüsse die staatlich geregelt sind wie zb Arzt, Jurist etc werden hier genauso wenig anerkannt.
    Und ehrlich gesagt ist eine strenge Prüfung in diesen Berufen nun wirklich wünschenswert.
    Aber natürlich kann jemand als Business Analyst oder Marketing Spezialist sofort einsteigen.

    Die erhoffe gute Ausbildung der Syrer war ja nun doch nur Wunschdenken
    https://www.zeit.de/2015/47/integrat...erausforderung
    Geändert von Ludovica99 (26.06.2022 um 14:38 Uhr)

  10. #530
    Erfahrener Benutzer Avatar von Simmi14
    Registriert seit: 23.02.2010
    Ort: Frankfurt a. M.
    Beiträge: 8.129

    Standard

    Nun, es ist egal, ob jemand aus Afrika, Russland/ Osteuropa oder asiatischenLändern kommt, man zeltet/steht vor der Ausländerbehörde in Frankfurt ab 3 /4 Uhr "solidarisch" nachts an, um Dinge erledigt zu bekommen. Feste Termine bekommt man nicht. Habe mich da für Freundinnen abgewechselt beim Anstehen. Für ukrainische Flüchtlinge hat man das jetzt ausgesetzt, sonst würde gar nichts mehr gehen.

    Und die Anerkennung von Abschlüssen in Dtl. muss dringend geändert werden. Der Bruder einer Kollegin ist seit Jahren in eine Zahnärztin aus Vietnam verliebt. Sie will aber nicht nach Dtl. und ihre gutgehende Praxis verlieren, da hier nichts anerkannt wird.

    Die russische Ex-Frau meines Bruders war in derselben Lage, trotz Top-Studienabschluss in Germanistik in Moskau musste sie hier von vorne anfangen. Die Abschlüsse von vier russischen Unis wurden damals anerkannt, aber von ihrer nicht. Und bei Ausbildungsbewerbungen wurde ihr unterstellt, mein Bruder hätte die Anschreiben verfasst. Sie wurde dann bei der IHK geehrt als beste Auszubildende und hat hinterher noch BWL studiert. Aber gut ausgebildete Leute machen dann halt einen Bogen um Dtl.
    Geändert von Simmi14 (26.06.2022 um 15:42 Uhr)

  11. #531
    Erfahrener Benutzer Avatar von Fellfie
    Registriert seit: 22.04.2011
    Ort: Stralsund
    Beiträge: 3.323

    Standard

    Zitat Zitat von hasili Beitrag anzeigen
    Zitat Zitat von Fellfie Beitrag anzeigen

    Als Zeichen an Putin finde ich es gut, dass die Ukraine Beitrittskandidat ist.
    Wenn eh nichts P. "beeindruckt", wie Du ja auch geschrieben hast, dann stimmt das so auch nicht.
    Wieso nicht? Ein Zeichen setzen hat vor allem mit dem zu tun, der es setzt, nicht mit der Gegenpartei. Ist doch wurscht, ob es ihn beeindruckt. Wichtig ist, dass die EU klar sagt, dass sie sich ebenso wenig beeindrucken lässt, wenn Russland die Muskeln spielen lässt, und klar dazu steht, dass man angegriffene Länder unterstützt, wo es geht. Vielleicht bringt es Putin zum Nachdenken. Vielleicht nicht. Aber das einfach hinzunehmen und zu kuschen, wäre aus meiner Sicht grundfalsch gewesen.



    Und was der Vergleich der Syrer und der Ukrainer angeht: Da bin ich ehrlich gesagt ein bisschen enttäuscht, wie hier auf den syrischen Flüchtlingen herum gehackt wird, denen es schwer gemacht wurde, wo es geht (es gab für sie beispielsweise ein Jahr Beschäftigungsverbot), während man den weißen Ukrainern jede Hilfe nachwirft und schaut, wie man ihnen sofort eine Stelle besorgen kann. Das ist überhaupt nicht zu vergleichen- allein schon weil weiße Ukrainer mit viel weniger Vorurteilen kämpfen müssen. Und ja, es kann gut sein, dass man nach 7 Jahren immer noch H4 bezieht, wenn man keine Hilfe erhält. Ist doch bei vielen Deutschen ganz genauso und die kennen das Land, die Gebräuche und die Sprache. Auch die Aussage, dass einige syrische Frauen noch nie ein Buch in der Hand hatten und deswegen kaum zu intergrieren sind, finde ich unmöglich. Ja, bestimmt gibt es solche Einzelfälle, aber Syrien war auf einem ähnlichen Niveau wie Deutschland bevor der Bürgerkrieg los ging, in vielen Teilen stand es Frauen auch frei, z.B. kein Kopftuch zu tragen, wenn sie es wünschen. Syrien war ein modernes Land. Aber 8 Jahre Bürgerkrieg zerstören eben auch alle Strukturen. Syrer (und Afghanen, Iraker etc.) werden als Menschen zweiter KLasse behandelt und sollen dann auch noch selber Schuld sein? Na ja.

  12. #532
    Erfahrener Benutzer
    Registriert seit: 11.03.2010
    Ort: Frankfurt
    Beiträge: 9.029

    Standard

    Zitat Zitat von hasili Beitrag anzeigen


    Und deren Sprachen und Schrift (selbst wenn sie ein wenig schreiben können, was bei den Frauen aber meist nicht der Fall ist).
    Da ist Integration, ich spreche von beruflicher, kaum möglich.
    Der Satz war irgendwie nicht zu Ende: Wollte sagen, dass deren Sprachen und Schrift sich sich weit von unserer abhebt. Das ist beim Russischen trotz kyrillischer Schrift längst nicht so extrem.

  13. #533
    Erfahrener Benutzer Avatar von Bugs&Bunny
    Registriert seit: 23.05.2016
    Ort: 45476 Mülheim
    Beiträge: 2.221

    Standard

    Danke Felfie, du hast es mal wieder auf den Punkt gebracht!
    Geändert von Bugs&Bunny (26.06.2022 um 18:06 Uhr)

  14. #534
    Erfahrener Benutzer
    Registriert seit: 13.07.2016
    Ort: Deutschland
    Beiträge: 4.465

    Standard

    Zitat Zitat von Fellfie Beitrag anzeigen
    Zitat Zitat von hasili Beitrag anzeigen
    Zitat Zitat von Fellfie Beitrag anzeigen

    Als Zeichen an Putin finde ich es gut, dass die Ukraine Beitrittskandidat ist.
    Wenn eh nichts P. "beeindruckt", wie Du ja auch geschrieben hast, dann stimmt das so auch nicht.
    Wieso nicht? Ein Zeichen setzen hat vor allem mit dem zu tun, der es setzt, nicht mit der Gegenpartei. Ist doch wurscht, ob es ihn beeindruckt. Wichtig ist, dass die EU klar sagt, dass sie sich ebenso wenig beeindrucken lässt, wenn Russland die Muskeln spielen lässt, und klar dazu steht, dass man angegriffene Länder unterstützt, wo es geht. Vielleicht bringt es Putin zum Nachdenken. Vielleicht nicht. Aber das einfach hinzunehmen und zu kuschen, wäre aus meiner Sicht grundfalsch gewesen.



    Und was der Vergleich der Syrer und der Ukrainer angeht: Da bin ich ehrlich gesagt ein bisschen enttäuscht, wie hier auf den syrischen Flüchtlingen herum gehackt wird, denen es schwer gemacht wurde, wo es geht (es gab für sie beispielsweise ein Jahr Beschäftigungsverbot), während man den weißen Ukrainern jede Hilfe nachwirft und schaut, wie man ihnen sofort eine Stelle besorgen kann. Das ist überhaupt nicht zu vergleichen- allein schon weil weiße Ukrainer mit viel weniger Vorurteilen kämpfen müssen. Und ja, es kann gut sein, dass man nach 7 Jahren immer noch H4 bezieht, wenn man keine Hilfe erhält. Ist doch bei vielen Deutschen ganz genauso und die kennen das Land, die Gebräuche und die Sprache. Auch die Aussage, dass einige syrische Frauen noch nie ein Buch in der Hand hatten und deswegen kaum zu intergrieren sind, finde ich unmöglich. Ja, bestimmt gibt es solche Einzelfälle, aber Syrien war auf einem ähnlichen Niveau wie Deutschland bevor der Bürgerkrieg los ging, in vielen Teilen stand es Frauen auch frei, z.B. kein Kopftuch zu tragen, wenn sie es wünschen. Syrien war ein modernes Land. Aber 8 Jahre Bürgerkrieg zerstören eben auch alle Strukturen. Syrer (und Afghanen, Iraker etc.) werden als Menschen zweiter KLasse behandelt und sollen dann auch noch selber Schuld sein? Na ja.
    Das kann ich nur unterstreichen. Ich bin auch enttäuscht wie Deutschland-ich beziehe mich nur auf Deutschland, obwohl es auch andere Staaten betrifft- mit den afghanischen Ortskräften umgegangen ist. Wenn ich Einheimischer eines Landes wäre, in dem Deutsche Soldaten einheimische Mitarbeiter suchen würden und würden an mich herantreten,ich würde nicht "Partner" eines Landes sein wollen, das eines Tages seine Mitarbeiter dermaßen alleine lassen könnte, wissend , dass mein Leben und das meiner Familie in höchster Gefahr wäre. Ganz zu schweigen von der Situation der Frauen. Niemand hat behauptet dass westliche Staaten sich in Afghanisthan aufgehalten haben um die Frauenrechte zu forcieren. Aber Rechte kennengelernt zu haben und sie dann nochmal zu verlieren, ist schlimmer, als sie nie gekannt zu haben.
    Wenn es diese Frauen tatsächlich schaffen in den Westen zu flüchten werden sie vlt. weder lesen noch schreiben können, aber es ist nicht ihre Schuld.

  15. #535
    Erfahrener Benutzer
    Registriert seit: 13.07.2016
    Ort: Deutschland
    Beiträge: 4.465

    Standard

    Ich habe mir gerade wieder bewußt gemacht, dass das Thema in diesem Thread die Ukraine ist. Also entschuldigt bitte, dass ich vom Thema abgewichen bin, aber es berührt mich sehr , dass "mein Land" Frauen in einem anderen Land sosehr enttäuscht hat. Das war mir jetzt einfach wichtig.

  16. #536
    Erfahrener Benutzer
    Registriert seit: 11.03.2010
    Ort: Frankfurt
    Beiträge: 9.029

    Standard

    Zitat Zitat von Fellfie Beitrag anzeigen




    Und was der Vergleich der Syrer und der Ukrainer angeht: Da bin ich ehrlich gesagt ein bisschen enttäuscht, wie hier auf den syrischen Flüchtlingen herum gehackt wird, denen es schwer gemacht wurde, wo es geht (es gab für sie beispielsweise ein Jahr Beschäftigungsverbot), während man den weißen Ukrainern jede Hilfe nachwirft und schaut, wie man ihnen sofort eine Stelle besorgen kann. Das ist überhaupt nicht zu vergleichen- allein schon weil weiße Ukrainer mit viel weniger Vorurteilen kämpfen müssen. Und ja, es kann gut sein, dass man nach 7 Jahren immer noch H4 bezieht, wenn man keine Hilfe erhält. Ist doch bei vielen Deutschen ganz genauso und die kennen das Land, die Gebräuche und die Sprache. Auch die Aussage, dass einige syrische Frauen noch nie ein Buch in der Hand hatten und deswegen kaum zu integrieren sind, finde ich unmöglich. Ja, bestimmt gibt es solche Einzelfälle, aber Syrien war auf einem ähnlichen Niveau wie Deutschland bevor der Bürgerkrieg los ging, in vielen Teilen stand es Frauen auch frei, z.B. kein Kopftuch zu tragen, wenn sie es wünschen. Syrien war ein modernes Land. Aber 8 Jahre Bürgerkrieg zerstören eben auch alle Strukturen. Syrer (und Afghanen, Iraker etc.) werden als Menschen zweiter KLasse behandelt und sollen dann auch noch selber Schuld sein? Na ja.[/QUOTE]



    Ich sehe hier bei niemandem ein "Herumhacken"und finde das auch nicht in Ordnung das so zu sagen.
    Es gibt aber nun mal Tatsachen, die man nicht einfach wegreden oder wegdenken kann. Und es geht auch nicht speziell um syrische Frauen.
    Dass Syrien ein gut entwickeltes Land war, weiß ich.
    Ich erlebe es vornehmlich mit Frauen aus Afghanistan, aus Somalia, ab und an Eritrea dem Irak. Es ist auch gar nicht das Land als solches entscheidend, sondern ihre Vorbildung und Lebensweise in ihrem Heimatland. Und das ist das Problem, ein doch recht hohes Bildungsniveau hier in Kürze nachholen zu sollen, was einfach nicht geht. Wer es nicht glaubt, soll einfach mal paar Kurse dieser Art unterrichten. Es gibt auch im Netz Foren oder Kommentare dazu, warum das in dieser Form nicht möglich ist. Nicht so, wie sie gestaltet sind. Eine B1 Prüfung abzuschließen, die für eine Vermittlung über das Jobcenter verlangt wird, ist hier nicht möglich.



    Da sollte man auch wahrscheinlich ansetzen, an der Überlegung wie hier viel mehr differenziert werden kann und je nach Gruppe dann gezielt zu einem evtl anderen Abschluss geführt werden kann.



    Ich arbeite schon lange mit all diesem Nationen zusammen und wo ich das mache, setzt man sich sehr ein, dass diese Leute Ausbildungsplätze bekommen..und auch einen Sozialarbeiter bei uns für sämtliche behördliche Dinge. Man kann aber die Schwierigkeiten nicht einfach wegwünschen, vielen fallen die Anforderungen an sie enorm schwer. Erst diese Woche sagten mir 2 junge Männer aus Syrien (beide 21 und 20), dass sie gerne eine Ausbildung machen würden, was ich ihnen raten würden(z.B, KFZ Mechaniker)..sie machten wohl über unser Zentrum ein Praktikum , aber sagten wie schwer sie das hier im Vergleich zu ihrem in S. schon fanden.
    Beide können nicht schlecht Deutsch sprechen, lesen auch, schreiben naja.

    Das hat mit persönlicher Schuldzuweisung rein gar nichts zu tun, wie hier gemutmaßt wurde.


    Und ganz persönlich sind mir diese Menschen sehr sympathisch, ich komme rein menschlich mit ihnen besser zurecht als mit Teilnehmern aus dem südosteuropäischen Raum.
    Geändert von hasili (27.06.2022 um 01:29 Uhr)

  17. #537
    Erfahrener Benutzer Avatar von Mini2402
    Registriert seit: 21.10.2011
    Ort: Wesel
    Beiträge: 360

    Standard

    Ich weiß grade nicht, wo ich das unterbringen soll, deswegen schreibe ich es mal hier rein. Meine Physiotherapeutin hat durch eine Freundin Kontakt zu einer ukrainischen Mutter die mit ihrem Sohn nach Deutschland geflüchtet ist. Jetzt ist die Ukrainerin unwissentlich in rechtliche Schwierigkeiten geraten. Hat jemand zufällig eine Idee wo man sich hinwenden kann oder kennt einen Anwalt für Ausländerrecht (Nennt man das so), der vl eine kleine Beratung machen könnte? Bei der Caritas meine ich haben sie schon gefragt wegen rechtlicher Beratung, die sind aber wohl komplett überlaufen. Vl hat ja jemand einen Tipp.

    Ich bin einfach nur schockier, wie mit diesen Menschen teilweise umgegangen wird. Sie ist in der Ukraine Deutschlehrerin gewesen, kann also perfekt Deutsch sprechen.
    Gruß Laura mit Lilly, Merlin und Lenny im Herzen

  18. #538
    Erfahrener Benutzer
    Registriert seit: 13.07.2016
    Ort: Deutschland
    Beiträge: 4.465

    Standard

    Zitat Zitat von Mini2402 Beitrag anzeigen
    Ich weiß grade nicht, wo ich das unterbringen soll, deswegen schreibe ich es mal hier rein. Meine Physiotherapeutin hat durch eine Freundin Kontakt zu einer ukrainischen Mutter die mit ihrem Sohn nach Deutschland geflüchtet ist. Jetzt ist die Ukrainerin unwissentlich in rechtliche Schwierigkeiten geraten. Hat jemand zufällig eine Idee wo man sich hinwenden kann oder kennt einen Anwalt für Ausländerrecht (Nennt man das so), der vl eine kleine Beratung machen könnte? Bei der Caritas meine ich haben sie schon gefragt wegen rechtlicher Beratung, die sind aber wohl komplett überlaufen. Vl hat ja jemand einen Tipp.

    Ich bin einfach nur schockier, wie mit diesen Menschen teilweise umgegangen wird. Sie ist in der Ukraine Deutschlehrerin gewesen, kann also perfekt Deutsch sprechen.
    Ich habe dir eine PN geschrieben.

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •