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Thema: Meine (etwas andere) 4-Tage Radtour

  1. #1
    Erfahrener Benutzer Avatar von Ralf
    Registriert seit: 22.03.2011
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    Standard Meine (etwas andere) 4-Tage Radtour

    Die Tour war lange im voraus geplant und somit waren auch alle Hotels vorher gebucht.
    Büddenstedt - Magdeburg - Wolmirstedt - Tangermünde - Havelberg - Rühstedt - Wittenberge und von dort mit dem Zug zurück.

    Die fett gedruckten Orte waren die Übernachtungsorte. Ich hab mich schon Monate vorher auf die Tour gefreut und eigentlich konnte nur eine Unwetterwarnung das verlängerte Wochenende (Freitag bis Montag) "versauen". Aaaaaaaaber es kam ganz anders.

    Denn die Bahn bot ja ab 01.06. das 9 EUR Ticket an. Und da ich den Zug kurzfristig buchen wollte (wegen Unwetter und so) schaute ich im Vorfeld mal auf die Zügverbindungen. Und quasi täglich schrumpfte die Zahl der Züge die einen Fahrradplatz anboten. Verdammte Hacke. Irgendwann war es mir dann echt zu gefährlich auf dem Wittenberger Bahnhof zu stehen und von dort nicht mehr weg zu kommen. Also kurzfristige Umplanung auf Rundtour. Jetzt hieß es Büddenstedt - Magdeburg - Wolmirstedt - Tangermünde - Gardelegen - Büddenstedt. Alles in allem ca. 280 KM. Von der Länge ziemlich identisch mit der Ursprungsroute. Jetzt blieb noch das olle Wetter. Aaaaaaaber warum soll man nicht auch mal (halbwegs) Glück haben. Für Freitag waren ungefähr 28 Grad, für Samstag 34 Grad, für Sonntag wieder 28 Grad und für Montag 20 Grad und Regen angesagt. Aber Regen ist wurscht, entsprechende Kleindung habe ich und auch meine Taschen haben Überzüge zum Regenschutz. Es konnte also losgehen....

    Freitag früh um 8.00 Uhr war alles gepackt und das Fahrrad präpariert.



    Die erste Etappe hatte lt. Navi ungefähr 74 KM, also here we go. Der erste Stopp nach ungefähr 200m....ich hatte vergessen mich mit Sonnenöl einzusprühen. *räusper* Aber ab da flutschte es dann.... na ja, zumindest, bis mich Sachsen-Anhalt auf die ganz besondere Art und Weise begrüßte.



    Liebe Entscheidungsträger, bitte sorgt dafür, dass solche Kukident Teststrecken verschwinden. Wenn Du da als Radfahrer lang fahren musst, ist das die Hölle. Wir schreiben 2022 und da sollten solche Bilder eigentlich der Vergangenheit angehören. Also frisch durchgeschüttelt ging es weiter und weiter. Landschaftlich ist das wirklich toll in Sachsen-Anhalt.



    Irgendwann ging es ziemlich steil bergan und ich freute mich schon auf den Weg bergab. Aber da hatte ich die Rechnung ohne den Wirt bzw. ohne den alten Kolonnenweg gemacht. Jede Platte hatte einen mehr oder weniger großen Absatz (was man auf dem Bilds so nicht sieht) und so wurde Rad und Radfahrer erneut durchgeschüttelt und von der strammen Bergabfahrt war nur ein laues Schleichen über. Mist!



    Aber irgendwann hatte auch diese Schleichfahrt ein Ende und Sachsen-Anhalt zeigte mir seine ganze Weite. Was hier nicht so recht rüber kommt: es war eine Berg- und Talfahrt erster Güte. Trotzdem hat der Streckenabschnitt hier wahnsinnig viel Spaß gemacht.





    Als ich dann 20 Km hinter mir hatte wurde es Zeit für ein etwas längeres Päusken. Zum einen weil ich Durst bekam, aber auch weil die Sonne langsam höher stand (es war 9:30 Uhr) und es immer wärmer wurde. Also Zeit zum nachcremen und trinken. Und da war die Bahnunterführung wie geschaffen.





    Wenn ich allerdings diese Schmierereien an den Bahnhöfen sehe, könnte ich jedesmal Irgendwann ging es dann frisch gestärkt weiter. Und war ich vorher noch froh über die schönen langen Strecken abseits der Straßen kam jetzt eine ziemlich lange Strecke auf einer Landstraße. Nicht nur, dass man da viele Kilometer in der prallen Sonne fährt, auch die Raserei und die rücksichtslose (teils gefährliche) Überholerei ist übel.



    Als ich dann endlich wieder auf einen Feldweg einbiegen konnte, war ich anfangs entsetzt, wieder so ein blöder Plattenweg mit Durchschüttelgarantie... aber ich wurde eines besseren belehrt. Dieser Weg ließ sich wirklich ganz hervorragend befahren. Die Übergänge zwischen den Platten waren gerade und so konnte ich gut dahin gleiten. Nur der Mangel an Bäumen war blöd, denn so langsam merkte ich die Sonne ziemlich heftig. Wobei ich hier die Sonne vom nächsten Tag noch nicht auf dem Schirm hatte.





    Man glaubt echt nicht, wie weitläufig Sachsen-Anhalt hier ist. Da guckst Du die Straße entlang und siehst keine Ende.



    Dann kam ich an einer ehemaligen Mistplatte (Lager) einer DDR LPG vorbei und da ich die Dinger immer schon mal aus der Nähe sehen wollte bin ich mal abgestiegen und habe mir das Teil mal aus der Nähe angeguckt. Aber typisch Mensch, wo früher Mist oder Sauerblatt eingelgert wurde, lagen jetzt Müll und Autoreifen.







    Die Fahrerei in der Hitze forderte irgendwann ihren Tribut und so suchte ich mir gegen 10:30 Uhr ein schattiges Plätzchen, wo ich nun ein längeres Päuschen einlegen konnte.



    Hier gabs dann auch Mittagessen.





    Aber ein Blick auf die Schonung gegenüber ließ mein Herz höher schlagen.





    Die müssen menschliche Nähe gewohnt sein, denn sonst wären die beiden längst über alle Berge gewesen. Die sind dann auch irgendwann langsam davon geschlichen und haben sich in der Weite der Schonung versteckt. Was ich aber total widerlich fand: Warum gibt es Menschen, die sowas in die Schonung werfen? Da haben irgendwelche Idioten ihren (Essens)Abfall entsorgt. Wildtiere wissen ja auch ganz genau, wie man eine Wurst aus der Pelle holt. Leider lag das zu weit weg, als das ich da ran langen konnte.



    Irgendwann dann ging es weiter. Und was soll ich sagen: Da waren sie wieder: die unendlichen Weiten von Sachsen-Anhalt.



    Aber als die Uhr Richtung Mittag ging, querte ich die A14. Diese geht ab Magdeburg Richtung Süden nach Halle / Leipzig und dann Richtung Dresden. Hier lagen dann 40km hinter mir und noch ca. 35 vor mir.



    Und von hier aus war auch schon der Dom zu Magdeburg zu sehen.



    Der Weg durch Magdeburg bis hin zur Elbe konnte ich zu großen Teilen auf einer Fahrradstraße fahren. Die Straße ist breit genug für ein Auto, aber Fahrradfahrer haben dort Vorrang. Ich bin dann zweimal -als ein Auto hinter mir hergefahren ist- nach rechts ausgeschert und habe trotz Vorrang angehalten, um das Auto vorzulassen. Und zweimal sind die an mir vorbei gefahren, ohne auch nur im gerinsgsten Anstalten zu machen sich zu bedanken. Ok, ab da sind dann eben alle hinter mir hergeschlichen. Keine Ahnung, ob ich das zu eng sehe, aber kann man sich nciht wenigstens mal kurz bedanken oder ist das heute uncool? Ich kenne ûnd handle jedenfalls noch nach dem guten alten Slogan aus den 70ern:



    Später dann landete ich in der Innenstadt an der Johanneskirche. Diese ist zwar nicht so groß und gewatig wie der Dom, aber trotzdem allemal sehenswert.



    Nach nunmehr knapp 50 Km fühlte ich mich wie die Statue vor der Kirche!



    Nach einer weiteren Banane ging es dann weiter und jetzt kam der Streckenabschnitt, weswegen ich die Tour haupotsächlich geplant hatte: der Elberadweg. Es ging über mehrere große und kleine Brücken....





    bis ich schließlich in den Elbauen ankam. Plötzlich war die Hitze nicht mehr so schlimm, so angenehem war das fahren hier. Einfach eine wunderschöne Landschaft und die Elbe immer an der Seite.





    Am Ende der Elbauen dann kam das Wasserstraßenkreuz Magdeburg. Hier kreuzen sich die Elbe und der Elbe-Havel Kanal. Besser gesagt, der Elbe-Havel Kanal wird mit einer Brücke über die Elbe geleitet. Irgendwie fazinierend, dass Millionen m3 Wasser mit ener Brücke über einen Fluß geleitet werden. Unten die Elbe...



    ...und oben drüberweg der Elbe-Havel Kanal.





    Nun aber ging es mit Riesenschritten auf das Ziel des 1. Tages zu: Wolmirstedt. Der letzte kleinere Ort vorher...



    ... über einen ewig langen und einsamen Radweg



    kam ich schließlich in Wolmitstedt an. Die Vorfreude auf das Hotelzimmer und die Möglichkeit die Beine hochlegen zu können stieg. Aber da hatte ich die Rechnung ohne den Wirt bzw. ohne die deutsche Bahn gemacht. Denn nur ein paar hundert Meter vor dem Hotel befand sich ein beschrankter Bahnübergang und genau hier waren die Schranken geschlossen.



    Na ja, egal. Beine durchstrecken und warten, dass der Zug kommt. Ok, ist ja ziemlich heiß hier in der prallen Sonne am Bahnübergang, vielleicht doch mal den Helm abnehmen. Blöd, der Zug kommt immer noch nicht. Na ja, steige ich halt mal vom Fahrrad ab. Boa, wat ne Hitze hier ohne Schatten. Die meisten Autos haben den Motos noch an. Was würde ich jetzt für ne Klimaanlage geben. Dann erklingt das typische Geräusch, wenn sich ein Zug nähert. Also wieder rauf aufs Rad und Helm wieder auf, Tacho wieder an machen und warten bis der Zug durch ist. Es ist ein kleiner Regionalzug, der ruckzuck durch ist. Pedal hoch und Fuß startbereit drauf.... Na nu??? Klemmen die Schranken bei der Hitze? Hallo??? Bis mir dann klar wird: das ist ein zweispuriger Übergang... Da kommt noch ein Zug... Das was ich hier versuche so lustig wie möglich rüber zu brigen, war tatsächlich der schlimmste Moment am ersten Tag. Irgenwie gingen da fast 15 Minuten ins Land bis sich die Schranken öffneten. Und so lange stand ich in der prallen Sonne, weil weit und breit kein Baum war. Umso größer die Erleichterung als die Schranken sich dann öffneten und es dann Richtung Hotel ging. Dort kam ich dann nach 74 Km



    und einer ungefähren Fahrzeit von 6 Stunden an. Und vom Akku war noch alle 5 Balken zu sehen. D.h. ich bin ungefähr 60 km ohne Motor gefahren. Ja, der Poppes schmerzte schon ein wenig, aber alles im Rahmen. Dank regelmäßigen nachcremen waren Arme und Gesicht zwar mit guter Farbe versehen, aber nicht verbrannt. Mein Hotel, der Wolmirstedter Hof, war klein aber sauber



    und mein Fahrrad bekam über Nacht eine extra Garage spendiert. Und da in Wolmirstedt zufälligerweise auch nch Stadtfest war, belohnte ich mich nach einer ausgiebigen Dusche mit diesem tollen Getränk...



    Hier endet Tag 1 der 4-Tages Radtour, denn nach einem Bauernteller als Abendessen beim Griechen sank ich dann zufrieden, aber doch reichlich erschöpft, ins Bett. Hier nochmal ene Übersicht der Strecke:



    PS: keine Ahnung, ob es jemanden interessiert, wie die Tour weitergeht. Ich ende erstmal nach Tag 1.
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    „Tiere sind meine Freunde und ich esse meine Freunde nicht.“ George Bernard Shaw

  2. #2
    Erfahrener Benutzer Avatar von Bugs&Bunny
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    Irgendwie habe ich gerade das Gefühl vor einer Bahnschranke zu stehen.
    Es geht nicht weiter und die Nacht ist noch sooo lang...

  3. #3
    Erfahrener Benutzer Avatar von Almuth N.
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    Du schreibst Mal schön weiter! ich habe richtig mitgefiebert (und geschwitzt )

  4. #4
    Erfahrener Benutzer Avatar von Eva B.
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    Ich finde es sehr interessant, gerne mehr

    Am Wasserstraßenkreuz ist meine Heimat, ich war im Januar mal wieder da oben drauf und bin fast weg geflogen Man kann von dort aus auch schön die Kaliberge von Zielitz sehen.
    Artgerecht ist nur die Freiheit -Hilal Sezgin-


    Nichts ist beglückender, als den Menschen zu finden, den man den Rest des Lebens ärgern kann. -Agatha Christie-

  5. #5
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    mach mal bitte schön weiter .... toll geschrieben, tolle Bilder ... habe echt das Gefühl, mitgefahren zu sein. Super Leistung. Hast du dich vorbereitet? Fährst du täglich Fahrrad?

  6. #6
    Erfahrener Benutzer Avatar von Ralf
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    Ich danke Euch für die netten Worte. Dann werde ich mich mal heute abend an Teil 2 machen.

    Zitat Zitat von Eva B. Beitrag anzeigen

    Am Wasserstraßenkreuz ist meine Heimat, ich war im Januar mal wieder da oben drauf und bin fast weg geflogen Man kann von dort aus auch schön die Kaliberge von Zielitz sehen.
    Die gibt es am 2. Tag auf einem Foto. Allerdings nur aus der Ferne.

    Zitat Zitat von Zuckerschnecke Beitrag anzeigen
    mach mal bitte schön weiter .... toll geschrieben, tolle Bilder ... habe echt das Gefühl, mitgefahren zu sein. Super Leistung. Hast du dich vorbereitet? Fährst du täglich Fahrrad?
    Vorbereitet habe ich mich nur insofern, als dass ich die Hotels gebucht und die Route geplant hatte. Ich versuche so oft es geht mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren (knapp 20 KM Hin- und Rücktour) und mache gerne auch mal Samstags oder Sonntags ne etwas längere Tour (30 - 40 KM). Und auch da ist es immer emin Bestreben mit möglcihst vollen Akku wieder zu Hause anzukommen. Und auch da bin ich allermeistens alleine unterwegs. Sehr oft kam schon die Frage, warum immer alleine? Zum einen kann ich mir die Pausen dann selber einteilen (auch für die ganzen Fotos muss ich jedesmal vom Rad steigen) und zum anderen kann man beim Rad fahren so herrlcih die Gedanken kreisen lassen (natürlich icht im Straßenverkehr).
    Vergiß niemals, dass auf der anderen Seite ein Mensch sitzt.

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  7. #7
    Gründungsmitglied Avatar von Britta
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    Gerne mehr!
    Liebe Grüße, Britta

  8. #8
    Erfahrener Benutzer Avatar von Mööp85
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    Die Elbauen sehen toll aus, wären ja auch gar nicht so weit weg von hier. Vielleicht sollten wir auch mal ne Frahhradtour machen.

    Fahrradstraße, gibts hier auch, aber irgendwie weiß hier kaum jemand wie die "funktioniert" die ist Teil meines Arbeitsweges.

    Ich finds ja schon immer schlimm, an der roten Ampel ohne Schatten zu halten, 15min Bahnübergang, stell ich mir sehr unangnehm vor

  9. #9
    Erfahrener Benutzer Avatar von Ludovica99
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    Alle Achtung, was für ein Abenteuer deine Radtour, bin auch gespannt wie es weitergeht. Toll erzählt, sehr lebensnah, habe auch richtig mitgelitten am Bahnübergang.
    Das letzte Bild vor der Bahn-Unterführung sieht fast aus wie Toskana ...
    Wir werden im Herbst wahrscheinlich den Drauradweg angehen - von Südtirol bis nach Slowenien.

  10. #10
    Erfahrener Benutzer Avatar von Eva B.
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    Zitat Zitat von Mööp85 Beitrag anzeigen
    Die Elbauen sehen toll aus, wären ja auch gar nicht so weit weg von hier. Vielleicht sollten wir auch mal ne Frahhradtour machen.

    Fahrradstraße, gibts hier auch, aber irgendwie weiß hier kaum jemand wie die "funktioniert" die ist Teil meines Arbeitsweges.

    Ich finds ja schon immer schlimm, an der roten Ampel ohne Schatten zu halten, 15min Bahnübergang, stell ich mir sehr unangnehm vor
    Bis nach MD brauchst du ja nur eine Stunde mit dem PKW
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  11. #11
    Erfahrener Benutzer Avatar von Ralf
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    Der 2. Tag ist in Arbeit, aber das gestrige schöne Wetter lud nicht gerade dazu ein, am Lappi zu sitzen. Aber es kommen bestimmt demnächst Regentage, die ich entsprechend nutzen werde.
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  12. #12
    Erfahrener Benutzer Avatar von Eva B.
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    Echt nicht ich habe gestern fast den ganzen Tag drinnen verbracht.
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  13. #13
    Erfahrener Benutzer Avatar von Ralf
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    Ich spielte kurzzeitig mit dem Gedanken das Lappi auf die Terrasse zu holen, aber nachdem wir einen Rotwein geöffnet hatten, habe ich den Plan wieder über den Haufen geworfen.
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  14. #14
    die Sensenfrau im Omi-Team Avatar von Jenny M.
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    Zitat Zitat von Ralf Beitrag anzeigen
    Ich spielte kurzzeitig mit dem Gedanken das Lappi auf die Terrasse zu holen, aber nachdem wir einen Rotwein geöffnet hatten, habe ich den Plan wieder über den Haufen geworfen.
    Ich hätte mich sehr über einen ausgiebigen Bericht unter Rotweineinfluß gefreut. Wäre sicher besonders lustig.

  15. #15
    Erfahrener Benutzer Avatar von Ralf
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    Zitat Zitat von Jenny M. Beitrag anzeigen
    Zitat Zitat von Ralf Beitrag anzeigen
    Ich spielte kurzzeitig mit dem Gedanken das Lappi auf die Terrasse zu holen, aber nachdem wir einen Rotwein geöffnet hatten, habe ich den Plan wieder über den Haufen geworfen.
    Ich hätte mich sehr über einen ausgiebigen Bericht unter Rotweineinfluß gefreut. Wäre sicher besonders lustig.
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  16. #16
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    ich warte auch

    Mir fehlt von der Elberadtour noch das Stück zwischen Dresden und Hitzacker - also auch was du da fährst. Hitzacker bis Cuxhaven bzw. Hamburg / Wedel ging tageweise von Bremen aus (in Nicht-9 Euro-Ticket-Ticket oder Pandemie-Zeiten kann man ja zwischenzeitig mit Zug hin und zurück zum letzten Endpunkt), und Quelle bis Dresden habe ich mal im Anschluss an eine Konferenz in Prag gemacht (war super!). Hamburg bis dänische Grenze. Ich fürchte, dieses Jahr wird die Komplettierung nichts mehr, aber dein Bericht macht wieder Lust!

  17. #17
    Erfahrener Benutzer Avatar von Ralf
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    Der Wetterbericht für Tag 2 der Tour war nicht unbedingt das, was Du Dir als Radfahrer wünscht. Leicht bewölkt und Temperaturen bis 34 Grad. Deswegen war ich auch schon um 7.15 Uhr im Frühstücksraum, um gegen 8.00 Uhr aufzubrechen. Die heutige Strecke war mit 64,5 km ungefähr 10 km kürzer als die gestrige und führte von Wolmirstedt nach Tangermünde. Aufgrund der vorhergesagten Temperaturen war ich über die kürzere Strecke aber nicht böse. Heute stand auch ein Fährfahrt über die Elbe auf dem Programm.



    Fahrrad aus der Garage holen, Sachen bepacken, kurz alles checken und dann: here we go!



    Die Sonne stand noch nicht sehr hoch und es war so gut wie windstill, als ich nach einer knappen halben Stunde jetzt unter dem Elbe-Havelkanal durchfuhr. Ich bin echt keine Bangebüchse, aber so ein bisschen komisches Gefühl ist es ja schon, wenn man weiss, wie viel Wasser plötzlich über einem ist. Und mir sind noch die Schlagzeilen aus den 70er Jahren erinnerlich, als nur ca. 70 km von meinem Zuhause entfernt, damals der Elbe-Seitenkanal gebrochen war.



    Am Ende des Tunnels hiess es dann eine Kehrtwende machen und nun auf den Deich des Elbe-Havelkanals zu fahren. Und ruck-zuck stand ich oberhalb des Tunnels am Elbe-Havelkanal. Da wo ich den roten Pfeil (links Mitte) gesetzt habe, bin ich aus dem Tunnel gekommen.



    Zu dieser frühen Uhrzeit war es herrlich friedllich und die Temperaturen sehr angenehm zum Rad fahren. Was sich (leider) sehr bald ändern sollte.





    Hier kann man auch den Kaliberg sehen. (Etwas rechts von der Mitte) Es war hier zu dieser Zeit echt traumhaft schön.



    Aber auch wenn ich hier gerne noch länger verweilt wäre, vor mir liegen noch ca. 60 km und angesichts der Wettervorhersage heißt es jetzt in die Pedale treten. Aber nur kurze Zeit später komme ich an die Doppelschleuse Hohenwarthe. Wenn man so nahe dran steht, ist das ein wahnsinnig imposantes Bauwerk.





    Zunächst mal ging es weiter, immer irgendwie in der Nähe des Deiches zum Kanal...



    aber irgendwann ging es dann durch die Dörfer im Hinterland. Und wie man hier auf dem gegen 9.00 Uhr aufgenommenen Foto sieht, hat sich Sachsen-Anhalt zur Recht vom Slogan "Willkommen im Land der Frühaufsteher" verabschiedet.



    15 Minuten später war ich dann GsD wieder abseits der Straßen. Allerdings merkte man die Sonne jetzt schon ziemlich heftig und nachdem ich viele KM in der Sonne ohne viel Schatten gefahren bin...



    gönnte ich mir unter dem ersten Baum mit einem etwas größeren Schatten meine erste größere Pause. Wieder mit Banane und Traubenzucker. Angesichts der angesagten Temperaturen hatte ich meinen Wasservorrat auch von 2 auf 3 Liter aufgestockt. Und hier gab es dann zum ersten Mal einen größeren Schluck aus den mitgeführten 3 Flaschen Wasser.



    Aber nur kurz währte die Freude über diesen Feldweg, denn schon bald musste ich wieder zurück auf die Straße und hier war Schatten wirklich Mangelware. GsD hielt sich der Wind in Grenzen und ich musste nicht noch dagegen an trampeln.



    Aber ich wußte ja, was am Ende der langen Straße stand



    Mit dieser Fähre bin ich vor etlichen Jahren schon mal mit Jenny M. zu einem IS gefahren. Und damals wie heute war es brütend heiß. Die Überfahrt ist zwar nicht sonderlich spektakulär, aber irgendwie doch mal eine Abwechselung zum Fahrrad fahren. Und für 2 EUR ist es allemale besser, als schwimmen. Diese Fähre ist übrigens in Rogätz.





    Weiter gings...allerdings nicht weit, denn als ich direkt am Weg diese Schönheit sah, musste ich einfach anhalten. Und sie kam auch gleich angetrabt und ließ sich bereitwillig streicheln. Für mich eine willkommene Gelegeheit mal wieder ein paar Worten zu sprechen. Die war wirklich toll. Sie war mit einigen anderen in dieser Koppel, aber sie war die einzige, die ankam. Ich hab auch gleich geschaut,aber die waren gut versorgt. Einen riesen Batzen Heu und ein großen Bottich Wasser.



    Es ging dann weiter auf gut asphaltierten Wegen immer entlangt den Seitenarmen der Elbe.





    Nach 27 KM passierte es dann!!!



    Nach einem harmlosen bremsen mit Vorder- und Hinterradbremse, erklang ein lautes kratzendes, schabendes Geräusch. Und das in einer unglaublichen Lautstärke. Nochmal kurz anbremsen...und wieder diese Geräusch. Nachdem ich kurz nacheinander Vorder- und Hinterradbremse gezogen hatte, stand fest: Das Geräusch kommt von der Hinterradbremse. Bei jeder Betätigung der Bremse erklang das Geräusch. Augenscheinlich war kein Defekt oder Beschädigung auszumachen. Da ich zu 80% mit der Hinterradbremse bremse, stand für mich fest: Die Beläge sind runter und müssen erneuert werden. Dabei war der Hobel erst im Februar zur Inspektion. Ich kann nicht verhehlen, dass der eine oder andere unschöne Fluch über meine Lippen kam. Und das, wo mein Zweiradhändler ein guter Kumpel ist. Warum hat er das bei der Inspektion nicht entdeckt? Was ich so sehen konnte, war zwar noch Belag erkennbar, aber ob das reicht? Wohl nicht. Ab hier hiess dann wohl oder übel nur mit der Vorderradbremse bremsen. Nicht, dass ich mir auch noch die Scheibe kaputt mache. Ach Mann!!!

    Was mich moralisch wieder etwas aufbaute, war die wunderschöne Landschaft, die sich zur Elbeseite hin aufbaute. Die Flora in den Elbauen war wirklich total saftig und die Landschaft sehr weitläufig.





    Inzwischen war es 11.00 Uhr vormittags und die Sonne brannte jetzt ziemlich unerbitterlich. Und solche Ortsdurchfahren wie die hier in Kehnert, waren echt die Hölle, denn die Schwarzdecke warf die Hitze zurück, die schalen Straßen stauten die Hitze zusätzlich und von oben brannte die Sonne in den Nacken und auf die Arme. Ich denke es ging langsam auf die 30 Grad zu.



    Und jetzt zeigt mein Smartphone (und gleichzeitig Navi), dass es bei der Hitze nur bedingt brauchbar für diesen Job ist. Das Teil wurde heiß und schaltete den Bildschirm auf totale Sparflamme um nicht weiter aufzuheizen, was natürlich kontraproduktiv war, denn bei der grellen Sonne fuhr ich so ziemlich "blind" durch die Gegend. Im Display war auch das Symbol für Überhitzung zu sehen. Bevor ich meinen treuen Wegbegleiter schrotte musste ich also eine längere Zwangspause einlegen. Mist, ich wollte eingentlich so schnell wie möglich am Ziel ankommen und nicht durch die größte Gluthitze am Nachmittag fahren. Dieses schattige Plätzchen im Wald wurde schließlich zum Pausenplätzchen ausgewählt.



    Ich denke nach 15 Minuten bin ich dann weiter gefahren. Zwar war die Landschaft hinter dem Wäldchen wirklich wunderschön, aber leider auch ohne Bäume! Aber jetzt bin ich wirklich zum ersten Mal seit längerem wieder ganz nah an der Elbe lang geradelt.





    Es war jetzt kurz vor 12.00 Uhr und dieser Radweg zog sich ziemlich hin und so nutzte ich dann die nächste Chance auf Schatten und Ruhe aus. Schon deswegen, weil mein Handy wieder Hitzealarm ausgelöst hatte. Die Hütte hier war wirklich genial für ein Päusken.



    Ja, das Lächeln wirkt etwas gequält!



    Bis zum Ziel Tangermünde waren es jetzt nur noch wenige KM, was aber jetzt kam, war der härteste Streckenabschnitt. Hier gab es nur sehr sehr spärlich Schatten und dann kilometerweit auf einer aufgeheizten Landstraße fahren... Und so machte ich zwischendurch unter einem der wenigen Bäume die etwas mehr Schatten spendeten, erneut ein Päusken. Immerhin wollte ja nicht irgendwo ohnmächtig vom Rad fallen. Meine Wasservorräte waren jetzt übrigens erschöpft und die Bananen auch.



    In einem der letzten Ortschaften vor Tangermünde dann dieser tolle Anblick (den ich erst nach abkühlen des Handys fotografieren konnte). Irgendwie bewundernswert, die hatten da oben tatsächlich noch weniger Schatten als ich.



    Anschließend kam der schönste Abschnitt des ganzen Tages. Erst etwas quälend in der prallen Sonne am Deich entlang...





    ...aber dann ging es zwischen vielen Bäumen in direkter Nachbarschaft zur Elbe weiter. Hier war es herrlich "kühl", schon alleine weil rechts die Elbe floß und links kleinere Bächlein. Aber auch die ganze Atmosphäre war toll. Kommt wahrscheinlich auf den Bildern nicht so durch, aber in meinem Kopf habe ich ganz tolle Bilder dieses Abschnittes gespeichert.





    Und am Ende dieses Radweges stand ich dann plötzlich vor meinem heutigen Zeil: Tangermünde.



    Nun ging es über allerhand historisches Kopfsteinpflaster hinein in den Ortskern. Dann stand ich plötzlich vor meinem Hotel. Beim ersten Anblick reichten meine Gedanken von "geniales Märchenschloss" bis hin zu "wat ne Bruchbude".



    Die Dame an der Anmeldung war total nett und freundlich. Dann bekam ich meinen Zimmerschlüssel für Zimmer 94 im 2. OG. Ohne Fahrstuhl, mit 4 Taschen Gepäck die Treppen hochgeastet´und dann stand ich vor Zimmer 94: der Pastorenkemenate!



    Leute ich hab mich fast lang hingelegt vor lachen. Ich war schon in unzähligen Hotels. Von billigen Absteigen bis hin zum 5 Sterne Luxushotel habe ich schon alles gesehen, aber das hier war der Burner.









    Klar war das Zimmer winzig, aber hey, wann hat man schon mal die Gelegeheit so heilig zu schlafen. Ich hatte nur Angst die Jungfrau Maria erscheint mir im Schlaf. Hier war echt alles auf Pastor getrimmt. Herrlich! Und das so einem "Ungläubigen" wie mir!

    Tangermünde ist wirklich eine wunderschöne Stadt. Und auch wenn ich hundekaputt war, habe ich die kleine Runde durch die Stadt genossen.









    Ganz zum Abschluss dieses anstrengenden aber tollen Tages gönnte ich mir in den Exempel Stuben...



    ...ein Kuhschwanzbier...



    ...eine Gärtnerpfanne...



    ...und zur Verdauung ein Furzwurz!



    Einige Worte zum Abschluss: Das bremsen nur mit der Vorderradbremse ist stark gewöhnungsbedürftig und nur allzu oft habe ich aus alter Gewohnheit auch die Hinterradbremse betätigt, was mein Rad jedesmal mit einen scheppenden und knarzenden Geräusch quttierte. Am Ende hatte ich das zwar ganz gut intus, aber mit dem ganzen Gepäck zusätzlich war es manchmal schon ziemlich eierig zu fahren. Aber egal, ich begab mich dann mal in Raum 94 zur Jungfrau Maria, um meine geschundenen Arme und das Gesicht mit After sun einzucremen und anschließend wie ein klaines Kind einzuschlafen. Bis zum Tag 3 war es ja nicht mehr weit...
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  18. #18
    Erfahrener Benutzer Avatar von Lea
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    Der Furzwurz und das Zimmer gefallen mir
    Und die Bilder und die Beschreibung sind so herrlich mitreißend

  19. #19
    Streber-Tussi mit Charme Avatar von Taty
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    Toller Reisebericht, Respekt für diese Tour, bei den Temperaturen
    Das Patrorenzimmer ist echt der Knaller
    Liebe Grüße

    Taty

  20. #20
    Erfahrener Benutzer Avatar von Ralf
    Registriert seit: 22.03.2011
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    Beiträge: 6.648

    Standard

    Dankeschön!

    Hier noch 2 Bilder aus der Pastorenkemenate, weil ich das alles so unglaublich genial fand.



    In diesem Schrank waren lauter uralte Bücher. Größtenteils das alte Testament, aber auch solche Bücher hier...

    Vergiß niemals, dass auf der anderen Seite ein Mensch sitzt.

    „Tiere sind meine Freunde und ich esse meine Freunde nicht.“ George Bernard Shaw

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