Der Typ MUSS gefunden werden! Es ist absolut nicht normal, dass Hunde ohne vorherige Kommunikation auf ihre Artgenossen losgehen, so heftig zubeißen (auch mit Kopfschütteln?), dass sie sie ernsthaft verletzen und Unterwerfungsgesten ignorieren. So verhalten sich nur wilde Tiere auf der Jagd, die eine Beute töten wollen. Vielleicht ist der Halter verschwunden, weil er dieses Verhalten gefördert hat, um gute Wachhunde zu haben, und es nun dummerweise ein Opfer gab? Oder weil er die Hunde nicht verlieren will, obwohl er mit ihnen völlig überfordert ist?
Unabhängig vom Grund sind die Hunde eine Gefahr für andere Tiere und Menschen, und der Halter ist nicht in der Lage, Verantwortung zu zeigen.

Mir fällt auf, dass es immer mehr Hunde auf den Straßen gibt, und es ist dank Internet leicht, an einen Hund zu kommen. Das Problem ist, dass mit der wachsenen Anzahl an Hunden auch die Zahl der Halter wächst, die ihre Vierbeiner nicht im Griff haben, ihnen aber maximale Freiheit gewähren wollen und sie ableinen. Die Faustregel, dass ein Hund erst abgeleint gehört, wenn er zuverlässig die nötigen Kommandos befolgt und niemanden belästigt, ist offenbar nicht mehr "in".

Letztes Jahr habe ich einen Vorfall beobachtet, der einer Nachbarskatze fast das Leben gekostet hat. Hinter meinem Wohnblock ist ein kleiner Garten und ein Hang, der zu einem Park führt. In den Park gehen viele Leute aus der Innenstadt und lassen dort ihre Hunde frei laufen.
Einer davon ist ein großer Mischling, der aussieht wie Kangal x Bernhardiner. Der kam den Hang runter in den Garten gerannt, direkt vor ihm eine Katze. Die konnte sich gerade noch über einen hüfthohen Zaun retten. Es hat kein halber Meter gefehlt.
Der Halter rief seinen Hund ohne Erfolg und kam dann den Hang hinuntergestolpert. In einer Hand hielt er einen Hundekeks und versuchte sein wilderndes Knuddelbärchen damit zu locken. Der Hund schaute kurz zu ihm, drehte sich dann aber weg und ging mit gesenkter Nase in die Gegenrichtung, weil der Geruch der Katze spannender war als der Keks, den er sich sowieso nicht verdient hat. Seit diesem Vorfall habe ich den Hund nur noch angeleint gesehen. Immerhin kam die Einsicht.

Diese Art von Menschen, die ihren Hunden gegenüber hilflos sind, weil sie keine Ahnung haben, was Fiffi eigentlich macht und warum, nehmen gefühlt immer mehr zu. Das Schlimme ist, dass ich mittlerweile Angst vor Hunden habe, die nicht unter Kontrolle sind und mich schon von weitem anpeilen, wenn ich z.B. mit dem Fahrrad unterwegs bin. Ich wurde mehrfach angegriffen und habe mich immer so verhalten, wie es empfohlen wird: Anhalten, Hund nicht anschauen und keine hektischen Bewegungen machen. Das hat immer funktioniert, aber die Halter hätte ich in dem Augenblick zur Sau gemacht, wäre der Hund nicht dabei oder wenigstens angeleint gewesen.
Ich bin mit Hunden nicht unerfahren und habe im Tierheim und im Elternhaus viel mit ihnen gearbeitet. Aber mir kommt es vor, dass Hunde heutzutage teilweise unberechenbarer und neurotischer sind. Ob es nur an den Haltern oder auch an den Hunden liegt, weiß ich nicht.