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Thema: Die Notdienst-GOT kommt

Hybrid-Darstellung

  1. #1
    Erfahrener Benutzer
    Registriert seit: 11.03.2010
    Ort: Frankfurt
    Beiträge: 9.029

    Standard

    Zitat Zitat von Anja S. Beitrag anzeigen


    Zum Aspekt, ein Tier über Nacht dazulassen: Das würde ich nie so pauschal sagen und ich würde es vor allem immer von der häuslichen Situation und Erfahrung der Besitzer abhängig machen. Ich selbst (als THP mit Klinik 5 Minuten weg) würde auch nie mein Tier dort lassen - aber ich bin ausgebildet und kann im Notfall zum einen auch mit Medikamenten/Infusion u.ä. reagieren, zum anderen ist die Klinik eben sofort erreichbar.

    Wer das nicht hat - wer unerfahren ist, vielleicht auch ängstlich und überlastet mit der ganzen Notfallsituation, sich das vielleicht auch selbst nicht zutraut oder arbeiten muss, kein Auto für eine Notfallfahrt hat oder sonst etwas - da ist dann häufig die Klinik die bessere Wahl für das Tier! In der TK ist eben durchgängig eine Versorgung gewährleistet - und ein kreislaufinstabiles Tier wird dort wesentlich besser überwacht und ist einfach in der TK sicherer aufgehoben, als bei einem in medizinischen Themen nicht erfahrenen Halter. Das finde ich dann sehr verantwortungsbewusst, und leicht macht es sich sicher niemand, sein Tier dort zu lassen. Die TFA unserer Klinik bleiben durchgängig auf den beiden Stationen, haben also alle Tiere immer im Blick und päppeln alle 2 Stunden oder was eben notwendig ist. Wir sind aber auch eine große Klinik, da ist das optimal.

    Man muss das immer im Einzelfall individuell sehen.

    Das sehe ich für solche Fälle durchaus auch so.
    Jedoch habe ich es auch schon so erlebt, dass nicht regelmäßig gepäppelt wurde (auch bei meiner TÄ nicht) und keine intensive Behandlung vorgenommen wurde.
    Es kommt sehr auf den behandelnden Arzt im Notdienst an. Und da ist der eine auch engagierter plus kundiger/erfahrener als der andere. Und ich weiß, dass ich gerade bei Bauchproblemen oft besser Bescheid weiß als der eine oder andere TA.

  2. #2
    kaninchenmamas
    Gast

    Standard

    Hab es heute erst erfahren.

    Mein Tierarzt ist stinksauer darüber (obwohl er davon profitieren würde) und sagt, dass das auf Kosten der Tiere ausgetragen wird, weil sich Menschen dann überlegen ob sie am Wochenende gehen und Tiere ein höheres Sterberisiko haben.

    Verstehe ich das richtig?

    Wenn ich normal 50 Euro bezahlt hätte, bezahle ich mindestens 150?

    Da meine Tiere immer am Wochenende krank werden, freue ich mich jetzt schon auf die neue GOT

  3. #3
    2. Vorsitzender Avatar von Burkhard
    Registriert seit: 22.05.2014
    Ort: Hannover
    Beiträge: 3.157

    Standard

    Die TiHo hat 24 Stunden lang Notdienst, 7 Tage die Woche.
    Irgendwas um die 50€ brutto nehmen die aber schon immer.
    Sobald Du kurzfristig hin musst und keinen regulären Termin mehr bekommst, bist Du ein Fall für den Notdienst - wirst dann auch umgehend behandelt, meist sogar von 'deiner/deinem' TÄ/TA.
    Habe mich schon darüber aufgeregt, aber ihnen sind leider die Hände gebunden.
    Ich kam schon mehrfach in den 'Genuß' der erhöhten Gebührensätze.
    Normalerweise müsste man - bildlich gesprochen - den Mittelfinger zeigen und zur Konkurenz gehen.
    Aber welche?
    Mittlerweile sind mir 2 TÄ in Hannover bekannt, die sich auf Kaninchen spezialisiert bzw. sich entsprechend weitergebildet haben und zu denen man wohl bedenkenlos gehen könnte
    Allerdings beschränken sich deren normal Sprechzeiten nur auf wenige Stunden am Tag und verweisen einen im Notfall - richtig - auf die TiHo.
    Konservative sind Menschen, die mit 2 Beinen geboren wurde, aber nie gelernt haben, vorwärts zu gehen.
    Und sie versuchen, die Probleme von morgen mit den Lösungen von vorgestern in den Griff zu bekommen.

    "Wer so tut, als bringe er die Menschen zum Nachdenken, den lieben sie. Wer sie wirklich zum Nachdenken bringt, den hassen sie." - Aldous Huxley




  4. #4
    kaninchenmamas
    Gast

    Standard

    Wir haben hier chronisch kranke Tiere, die immer mal wieder das Fressen einstellen, was aber immer die gleiche Ursache hat (Zähne zu lang).
    Meist am Wochenende.

    Wenn ich nicht den Eindruck habe, dass das Tier zu sterben droht, wäre für mich auch die Konsequenz Medikamente aus meiner Notfallapotheke zu geben (ich spreche hier nur für meinen Fall).

    Wir haben hier in der Nähe etliche Tierärzte, bei denen die 200 Euro Nottierarztgebühr rausgeschmissenes Geld wären. Mittlerweile haben gute Tierärzte hier auch nicht mehr Dienst.

    Wenn ich mehr weiß als der Tierarzt und am Ende einen 3 stelligen Betrag bezahlen soll, dann überlege ich mir, ob das Sinn macht.

    Es macht für mich einen Unterschied, ob ich nur 50 Euro für sinnlose Medikamente zahle oder 200.

    Oftmals weiß man ja auch oft erst, welcher Tierarzt vom Notdienst taugt, wenn man ihn schon ausprobieren musste.

    Von daher bin ich insofern froh, dass ich weiß, wo es sich lohnt überhaupt hinzufahren, oder wo ich mein Geld rausschmeiße.

    Jetzt stelle ich mir vor (und so läuft es ja meistens bei Tierbesitzern), irgendwer hat Notdienst. Das kann mit Glück ein erfahrener Tierarzt sein, aber auch eine totale Katastrophe. Wenn man nie zum Notdienst musste, weiß man das ja nicht. Ich fahre hin, gebe 200 Euro für nichts aus und mein Tier ist trotzdem krank oder stirbt. Hatte da selbst so einen Fall. Januar 2012. Hab 50 Euro für nichts bezahlt und am Ende ist das Tier jämmerlich gestorben und hatte nicht mal Schmerzmittel. Die Einzigen, die bei der GOT stinkreich werden sind die Tierärzte.

  5. #5
    kaninchenmamas
    Gast

    Standard

    Wenn ich das auf meine im Bedarfsfall frequentierten TA-Praxen anwende, können die Praxen ihre regulären Samstagssprechstunden nicht mehr anbieten. Es wird doch niemand zusätzlich 50 € für einen regulären Impfertmin zahlen. Und ich habe Praxen, die bieten Samstagvormittag bzw. Samstagnachmittag ganz reguläre Sprechstunden an. Das wird sich zukünftig doch gar nicht mehr lohnen ?
    Die Frage wollte ich auch gerade stellen.

    Heißt das dann, am Samstag keine Sprechstunde mehr?

    Dann freue ich mich schon, wenn ich mit unseren Kaninchen mitten in der Woche dorthin muss und alles gnadenlos überlaufen ist, weil in der Woche alle gehen.

    Entschuldigt, aber die neue GOT ist die größte Abzocke, die es gibt.

    Aber klar. So kann man einen Beruf auch aufwerten.

    Wunderbar. Wenn ich auch das 4 fache kriege für meine Arbeit, wenn ich am Wochenende arbeite und 50 Euro pro Patient extra, muss ich mir am Ende des Monats ja keine Sorgen machen.

    Ich gönne es meinem Tierarzt von Herzen, aber das ist vollkommen überzogen.
    Das geht auf die Kosten von Tieren, weil sich manche Menschen dann wirklich überlegen müssen, ob sie am Wochenende mit ihren kranken Tieren zum Tierarzt gehen können.

    Ich kenne eine Frau, die knapst von ihrer Rente jeden Monat 100 Euro für ihren Hund ab, falls er krank ist und fürs Futter.
    Für diese Frau (und viele andere) ist die neue GOT eine volle Katastrophe.
    Sie müsste ihren Hund dann im Ernstfall sterben lassen oder warten bis zum Ende des Wochenende, wo mitunter das Gleiche heraus kommt.
    Geändert von kaninchenmamas (18.12.2019 um 14:50 Uhr)

  6. #6
    Erfahrener Benutzer Avatar von Tanja B.
    Registriert seit: 21.12.2010
    Ort: 26954 Nordenham
    Beiträge: 5.554

    Standard

    Das Groß der Tierärzte wird garantiert niemals "stinkreich", auch nicht mit der Notdienst-GOT
    Ich glaube, der Großteil der Tierbesitzer weiß nicht einmal ansatzweise, was für Betriebskosten in einer Tierarztpraxis so anfallen. Vor allem auch im Notdienst. Und einen Tierarzt bezahlt man nun mal nicht nach "Erfolg", sondern für seine Dienstleistung für das Tier da zu sein und es nach bestem Wissen zu behandeln.
    Dass nicht jeder Tierarzt sich mit Kaninchen auskennt, ist ja nun inzwischen wohlbekannt (genau wie sich nicht jeder Tierarzt mit Rindern, Bartagamen oder Igeln auskennt). Wenn man wirklich der Meinung ist, dass man mehr Ahnung hat, als der Tierarzt, der vor einem steht, kann man fast immer mit vernünftiger Argumentation bzw. Kommunikation die nötigen Medikamente erhalten, bis man montags zu seinem "Stammtierarzt" kann.
    Wenn man allerdings neunmalklug und besserwisserisch, weil "im Internet steht" und "ich hab bei Google gelesen...", daher kommt, womöglich noch im pampigen Ton vorgetragen, muss man sich nicht wundern, wenn das Gegenüber dicht macht.
    Ist jetzt auf niemand Bestimmten hier bezogen, soll nur allgemein zum Nachdenken anregen.
    Geändert von Tanja B. (18.12.2019 um 14:49 Uhr)

  7. #7
    kaninchenmamas
    Gast

    Standard

    Das sehe ich anders. Bei 5 Notfalltieren ist das schon ein ordentliches Sümmchen, das zusammen kommt. Und ich gehe davon aus, dass ein Notdienst habender Tierarzt nicht nur 5 Patienten hat. Zumindest nicht für einen ganzen Landkreis, wie es bei uns gängig ist.
    Wenn man statt 50 Euro zukünftig 200 bezahlt, kannst du dir ja ausrechnen, was das bedeutet.

    Ich kenne zwei Tierärzte im Umfeld, die keine bzw. eine Beschäftigte haben. Die Praxis ist im eigenen Wohnhaus.
    Wobei Praxis schon überzogen ist. Es ist ein Raum mit Untersuchungstisch. Diese Frau reißt sich um den Wochenenddienst.
    In der Woche hat sie nur 2 Mal auf.


    kann man fast immer mit vernünftiger Argumentation bzw. Kommunikation die nötigen Medikamente erhalten, bis man montags zu seinem "Stammtierarzt" kann.
    Da muss ich dir widersprechen. Was der Tierarzt abgibt und was nicht, entscheidet er selbst.
    Da kann man noch so nett bitten. Es gibt Tierärzte, die lassen dann erst recht die eigene Profession raushängen. Oder es kommt:

    "Kommen Sie doch morgen nochmal wieder."

    Warum hat man denn deiner Meinung nach die neue GOT beschlossen? Weil man die Tierbesitzer entlasten will?
    Geändert von kaninchenmamas (18.12.2019 um 14:56 Uhr)

  8. #8
    Gast
    Gast

    Standard

    Zitat Zitat von kaninchenmamas Beitrag anzeigen
    Warum hat man denn deiner Meinung nach die neue GOT beschlossen? Weil man die Tierbesitzer entlasten will?
    Das kann ich dir sagen: weil die Notdienste von "Nicht-Notfällen" überfrequentiert sind.

  9. #9
    Aktive Avatar von Dina
    Registriert seit: 28.11.2013
    Ort: NRW
    Beiträge: 3.231

    Standard

    Die Erfahrung, dass TÄ Medikamente nicht gerne rausgegeben oder umschreiben, habe ich auch gemacht, obwohl man mich gut kannte. Das trifft jetzt nicht auf jeden TÄ zu, aber es kommt darauf an, auf wen man trifft.

    Auch hieß es „ich geb ihm/ihr mal was, und wenn es nicht besser wird, müssen Sie morgen nochmal wieder kommen!“ Die wollen natürlich auch Geld verdienen. Kommt bei mir jedenfalls so an.

    Wer Notdienst hat, erfährt man hier leider erst vor Ort. Am Telefon dürfen sie das nicht sagen, meinten sie zu mir.

  10. #10
    Erfahrener Benutzer Avatar von Tanja B.
    Registriert seit: 21.12.2010
    Ort: 26954 Nordenham
    Beiträge: 5.554

    Standard

    Da kann aber der Tierarzt nichts dafür, wie viele Tiere der einzelne Tierbesitzer jeweils hat.
    Und ich schildere genauso meine Erfahrungen aus 12 Jahren Kaninchenhaltung mit etlichen Tierärzten.

    Zudem arbeite ich selbst beim Tierarzt (und das ist nicht meine erste Praxis) und berichte somit auch von "vorderster Front". Ich kann dir ja gern von unserem Notdienst berichten: Da haben wir von 0 Tieren im Notdienst bis 10 Tieren im Notdienst in einer Woche (!) - bei uns geht der Notdienst immer eine Woche, 5 Praxen teilen das untereinander auf - alles dabei. Also reich wird man davon garantiert nicht und dass der Tierarzt in der eigenen PRaxis wohnt, ist ja nun auch nicht immer Gang und Gebe.
    Natürlich sieht das in Tierkliniken anders aus, aber dafür haben Tierkliniken auch ganz ganz andere Kosten für etliche teure Geräte (Röntgen, Dentalröntgen, Ultraschall, CT, MRT, Laboranalysegeräte, etc.) in der Anschaffung und im Unterhalt sowie für Personal.
    Wir haben "nur" Analysegeräte und ein digitales Röntgen.

    Und warum sollte die neue GOT zur Entlastung der Tierbesitzer gedacht gewesen sein? Die Anpassung der GOT erfolgt in regelmäßigen Abständen, da die Vergütung der Tierärzte genauso der Inflation und steigenen laufenden Kosten ausgesetzt ist, wie die Lebenshaltungskosten und das Gehalt von Privatpersonen. Dass Gehälter in der freien Wirtschaft sich leider oftmals nicht ausreichend der Inflation und den steigenden Kosten anpassen, ist mir schon klar.
    Ich bin der Überzeugung, dass die meisten Tierärzte mit dem Pauschalbetrag von 50 € + x pro Notdienst-Konsultation auch nicht unbedingt glücklich sind, da eben jeder Fall doch sehr individuell ist. Manchmal sind 50 € zusätzlich zu all dem, was man sonst noch macht, sicher gerechtfertigt, aber manchmal wohl auch nicht. Aber zudem braucht es diese Veränderung eben auch, weil zu viele Tierhalter den Notdienst ausnutzen. Da rufen Halter in der Praxis an und fragen, ob sie "heute Abend um 18 Uhr mal vorbeikommen können, weil sie xy komisch finden, aber vorher hätten sie noch was vor.".
    Dennoch: Es gibt immer weniger Tierkliniken (Tierkliniken haben einen festgelegten Standard, den sie erfüllen müssen - eine 24 h Bereitschaft ist halt nicht "mal eben so" gewuppt) und auch immer weniger Tierärzte, die bereit dazu sind, Notdienst anzubieten. Da muss es eben auch einen gewissen Anreiz geben und im Endeffekt muss sich jeder Tierhalter fragen, was ihm lieber ist? Pro Notdiensteinsatz 50 € zusätzlich zahlen oder eben künftig am Wochenende und in der Nacht gar keinen Tierarzt mehr zur Verfügung zu haben, wenn er nicht grade in Stadtnähe wohnt.
    Geändert von Tanja B. (18.12.2019 um 15:13 Uhr)

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