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Thema: Die Notdienst-GOT kommt

Hybrid-Darstellung

  1. #1
    Amber.
    Gast

    Standard

    Zitat Zitat von Tanja B. Beitrag anzeigen
    Da ich ja direkt im "Problembereich" sitze, kann ichs total verstehen, dass die GOT dahingehend angepasst wird

    Du glaubst nicht, was für "Notfälle" bei uns teilweise in die Praxis kommen, wenn wir eben Notdienst haben.
    Und in Kliniken ist das sehr ähnlich. Da kommt dann - weil Kliniken ja so praktisch rund um die Uhr geöffnet sind - ein Katzenbesitzer rein, dessen Katze seit einer Woche Flohbefall hat und "eigentlich wollte ich nur schnell ein Mittel haben". Genau für solche Leute ist das Gesetz wichtig. Dann überlegen sich diese "Pappenheimer" das vielleicht nochmal, ob es wirklich nötig ist.

    Es ist doch wie immer:
    - diejenigen, die umsichtig mit ihren Tieren sind, können auch einschätzen, wann sie wirklich einen Notfall haben und wann nicht und sind dann auch bereit, den Sondereinsatz entsprechend zu vergüten
    - diejenigen, die nicht umsichtig mit ihren Tieren sind, können meist schlecht einschätzen, wann sie einen Notfall haben und gehen tendenziell zu spät oder zu "früh" zum Tierarzt (so Sachen, die auch bis Montag warten können - mein Hund lahmt seit zwei Wochen z.B.)
    - diejenigen, die umsichtig mit ihren Tieren sind, aber Angst haben, dass sie in die Situation kommen, nicht genügend Geld für die erhöhte GOT aufbringen zu können, werden ihre Tiere vermutlich entweder versichern oder - was bei Kaninchen meist sinnvoller ist - sich entsprechend etwas zur Seite legen.

    Und ja ich weiß, das ist jetzt eher theoretisch, dass man sich immer genügend Geld zur Seite schaffen kann, um den Tierarzt zu jeder Zeit und mit jeder Summe immer total problemlos bezahlen zu können. Grade wenn man so chronische "Wochenendkränkler" hat.

    Dennoch ist die Erhöhung der GOT bzw. die Änderung der Notdienstabrechnungsmöglichkeiten wichtig und richtig für die Tierärzte, ansonsten darf man sich künftig nicht mehr beschweren, wenn man in der Tierklinik nur an den unmotivierten, übermüdeten und nur das Nötigste tuenden Assistenzarzt gerät, der mies bezahlt und gezielt für solche Notdienste "ausgenutzt" wird. Das mal als Betrachtung von der anderen Seite.
    Ich kann deine Sichtweise durchaus verstehen, empfinde sie aber dennoch als ungerecht gegenüber den verantwortungsvollen Tierhaltern, denn durch die Erhöhung werden diese so gesehen mit gestraft und letztlich wette ich, dass es diese Pappanheimer trotzdem geben wird, trotz der Erhöhung.
    Ich persönlich empfinde den Weg aber auch nicht richtig, dass jetzt hohe Kosten eingesetzt wird, um die Leute dazu zu zwingen, nur in aller schlimmsten Fall zum Notdienst zu gehen, sei es bei Menschen oder bei Tieren.

    Für euch Fachleute ist es einfach zu entscheiden, ob das jetzt ein Notfall ist oder nicht, doch auch Kaninchen erfahrene Leute fällt es manchmal schwer zu entscheiden ob das jetzt dringend ist oder nicht. Geht mir zumindest oft so.
    Man nehme doch nur das Wochenende. Wenn man selbst arbeiten musste den ganzen Tag und man spät Nachts Heim kommt und das Tier anders ist als sonst... man weiß doch gar nicht, wie lange das Tier schon so ist. Ich warte dann nicht lang, sondern fahre und manchmal stand es dann auch doch gar nicht so schlimm um das Tier...

    Lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig, das rate ich immer wieder, weil man sich sonst unendliche Vorwürfe macht, wenn es dann doch schlimm war, aber wie viele werden jetzt nicht mehr zum Notdienst fahren, weil die Preise nun noch höher werden?
    Margits sorge kann ich sehr gut nachempfinden, denn die Teile ich nach dem Bericht nun auch sehr....

    Und mit dem zurück legen von Geld, denke, dass das wir größtenteils sowieso schon machen, aber wenn ich schon lese, dass es zukünftig an die 300€ sein wird, nur um eine Aufgasung zu untersuchen und zu behandeln, dann mal ehrlich, wie viel soll man denn da zurück legen? Das ist doch kaum zu schaffen...

    Wenn die Tierärzte kein Nerv haben solche Pappenheimer anzunehmen, sollten sie diese weg schicken mit dem Hinweis, dass das kein Notfall ist. Daraus würden sie sicher mehr lernen, als mehr Geld zu zahlen und aber trotzdem das zu bekommen, was sie wollten.

    Ich fände es aber allgemein auch schon besser, wenn man Telefonisch nachfragen könnte im Notdienst. Wie das hier in Köln ist, weiß ich nicht, aber die Tierklinik in Duisburg macht z.B. nur das Tonband an, dass man im Notfall kommen soll.
    Da ist dann aber auch wieder die Frage, was ist denn ein Notfall und was nicht?

  2. #2
    Erfahrener Benutzer
    Registriert seit: 17.07.2011
    Ort: Frankfurt/Main
    Beiträge: 6.289

    Standard

    Genau, das im Notfall nachfragen können ist super - machen die Tierkliniken hier auch genau so . Die klären schon am Telefon ab, ob das überhaupt ein Notfall ist (beim Kaninchen z.B., wie lange es nicht mehr frisst, wie der Allgemeinzustand ist usw.). Zweimal wollten sie mich eher nicht da haben, aber ich wollte (gerade weil ich erfahren bin, ich kann das ja einschätzen, aber das wissen sie ja am Telefon nicht). Ich hab beide Male drauf bestanden, zu Recht.

    Und positiv: Durchweg auch alle jungen Tierärzte, die dort erst in Weiterbildung nach dem Studium sind, haben mit Kaninchen richtig reagiert. In unseren Tierkliniken ist dann eher das Problem, dass sie auf die Chirurgie sehr spezialisiert sind und schnell alle möglichen Katastrophen sehen (ist ja kliniktypisch, da kommen oft die schwersten Fälle hin) - aber das kann ich dann wieder gut einschätzen und ja auch Röntgenbilder selbst lesen (es war also schon einige Male so, dass ich dann gemeint hab, kriegen wir hin, ist nicht so tragisch - wenn sie schon am liebsten operiert hätten).


    Zum Aspekt, ein Tier über Nacht dazulassen: Das würde ich nie so pauschal sagen und ich würde es vor allem immer von der häuslichen Situation und Erfahrung der Besitzer abhängig machen. Ich selbst (als THP mit Klinik 5 Minuten weg) würde auch nie mein Tier dort lassen - aber ich bin ausgebildet und kann im Notfall zum einen auch mit Medikamenten/Infusion u.ä. reagieren, zum anderen ist die Klinik eben sofort erreichbar.

    Wer das nicht hat - wer unerfahren ist, vielleicht auch ängstlich und überlastet mit der ganzen Notfallsituation, sich das vielleicht auch selbst nicht zutraut oder arbeiten muss, kein Auto für eine Notfallfahrt hat oder sonst etwas - da ist dann häufig die Klinik die bessere Wahl für das Tier! In der TK ist eben durchgängig eine Versorgung gewährleistet - und ein kreislaufinstabiles Tier wird dort wesentlich besser überwacht und ist einfach in der TK sicherer aufgehoben, als bei einem in medizinischen Themen nicht erfahrenen Halter. Das finde ich dann sehr verantwortungsbewusst, und leicht macht es sich sicher niemand, sein Tier dort zu lassen. Die TFA unserer Klinik bleiben durchgängig auf den beiden Stationen, haben also alle Tiere immer im Blick und päppeln alle 2 Stunden oder was eben notwendig ist. Wir sind aber auch eine große Klinik, da ist das optimal.

    Man muss das immer im Einzelfall individuell sehen.


    Liebe Grüße, Anja

  3. #3
    Erfahrener Benutzer
    Registriert seit: 11.03.2010
    Ort: Frankfurt
    Beiträge: 9.029

    Standard

    Zitat Zitat von Anja S. Beitrag anzeigen


    Zum Aspekt, ein Tier über Nacht dazulassen: Das würde ich nie so pauschal sagen und ich würde es vor allem immer von der häuslichen Situation und Erfahrung der Besitzer abhängig machen. Ich selbst (als THP mit Klinik 5 Minuten weg) würde auch nie mein Tier dort lassen - aber ich bin ausgebildet und kann im Notfall zum einen auch mit Medikamenten/Infusion u.ä. reagieren, zum anderen ist die Klinik eben sofort erreichbar.

    Wer das nicht hat - wer unerfahren ist, vielleicht auch ängstlich und überlastet mit der ganzen Notfallsituation, sich das vielleicht auch selbst nicht zutraut oder arbeiten muss, kein Auto für eine Notfallfahrt hat oder sonst etwas - da ist dann häufig die Klinik die bessere Wahl für das Tier! In der TK ist eben durchgängig eine Versorgung gewährleistet - und ein kreislaufinstabiles Tier wird dort wesentlich besser überwacht und ist einfach in der TK sicherer aufgehoben, als bei einem in medizinischen Themen nicht erfahrenen Halter. Das finde ich dann sehr verantwortungsbewusst, und leicht macht es sich sicher niemand, sein Tier dort zu lassen. Die TFA unserer Klinik bleiben durchgängig auf den beiden Stationen, haben also alle Tiere immer im Blick und päppeln alle 2 Stunden oder was eben notwendig ist. Wir sind aber auch eine große Klinik, da ist das optimal.

    Man muss das immer im Einzelfall individuell sehen.

    Das sehe ich für solche Fälle durchaus auch so.
    Jedoch habe ich es auch schon so erlebt, dass nicht regelmäßig gepäppelt wurde (auch bei meiner TÄ nicht) und keine intensive Behandlung vorgenommen wurde.
    Es kommt sehr auf den behandelnden Arzt im Notdienst an. Und da ist der eine auch engagierter plus kundiger/erfahrener als der andere. Und ich weiß, dass ich gerade bei Bauchproblemen oft besser Bescheid weiß als der eine oder andere TA.

  4. #4
    kaninchenmamas
    Gast

    Standard

    Hab es heute erst erfahren.

    Mein Tierarzt ist stinksauer darüber (obwohl er davon profitieren würde) und sagt, dass das auf Kosten der Tiere ausgetragen wird, weil sich Menschen dann überlegen ob sie am Wochenende gehen und Tiere ein höheres Sterberisiko haben.

    Verstehe ich das richtig?

    Wenn ich normal 50 Euro bezahlt hätte, bezahle ich mindestens 150?

    Da meine Tiere immer am Wochenende krank werden, freue ich mich jetzt schon auf die neue GOT

  5. #5
    2. Vorsitzender Avatar von Burkhard
    Registriert seit: 22.05.2014
    Ort: Hannover
    Beiträge: 3.157

    Standard

    Die TiHo hat 24 Stunden lang Notdienst, 7 Tage die Woche.
    Irgendwas um die 50€ brutto nehmen die aber schon immer.
    Sobald Du kurzfristig hin musst und keinen regulären Termin mehr bekommst, bist Du ein Fall für den Notdienst - wirst dann auch umgehend behandelt, meist sogar von 'deiner/deinem' TÄ/TA.
    Habe mich schon darüber aufgeregt, aber ihnen sind leider die Hände gebunden.
    Ich kam schon mehrfach in den 'Genuß' der erhöhten Gebührensätze.
    Normalerweise müsste man - bildlich gesprochen - den Mittelfinger zeigen und zur Konkurenz gehen.
    Aber welche?
    Mittlerweile sind mir 2 TÄ in Hannover bekannt, die sich auf Kaninchen spezialisiert bzw. sich entsprechend weitergebildet haben und zu denen man wohl bedenkenlos gehen könnte
    Allerdings beschränken sich deren normal Sprechzeiten nur auf wenige Stunden am Tag und verweisen einen im Notfall - richtig - auf die TiHo.
    Konservative sind Menschen, die mit 2 Beinen geboren wurde, aber nie gelernt haben, vorwärts zu gehen.
    Und sie versuchen, die Probleme von morgen mit den Lösungen von vorgestern in den Griff zu bekommen.

    "Wer so tut, als bringe er die Menschen zum Nachdenken, den lieben sie. Wer sie wirklich zum Nachdenken bringt, den hassen sie." - Aldous Huxley




  6. #6
    kaninchenmamas
    Gast

    Standard

    Wir haben hier chronisch kranke Tiere, die immer mal wieder das Fressen einstellen, was aber immer die gleiche Ursache hat (Zähne zu lang).
    Meist am Wochenende.

    Wenn ich nicht den Eindruck habe, dass das Tier zu sterben droht, wäre für mich auch die Konsequenz Medikamente aus meiner Notfallapotheke zu geben (ich spreche hier nur für meinen Fall).

    Wir haben hier in der Nähe etliche Tierärzte, bei denen die 200 Euro Nottierarztgebühr rausgeschmissenes Geld wären. Mittlerweile haben gute Tierärzte hier auch nicht mehr Dienst.

    Wenn ich mehr weiß als der Tierarzt und am Ende einen 3 stelligen Betrag bezahlen soll, dann überlege ich mir, ob das Sinn macht.

    Es macht für mich einen Unterschied, ob ich nur 50 Euro für sinnlose Medikamente zahle oder 200.

    Oftmals weiß man ja auch oft erst, welcher Tierarzt vom Notdienst taugt, wenn man ihn schon ausprobieren musste.

    Von daher bin ich insofern froh, dass ich weiß, wo es sich lohnt überhaupt hinzufahren, oder wo ich mein Geld rausschmeiße.

    Jetzt stelle ich mir vor (und so läuft es ja meistens bei Tierbesitzern), irgendwer hat Notdienst. Das kann mit Glück ein erfahrener Tierarzt sein, aber auch eine totale Katastrophe. Wenn man nie zum Notdienst musste, weiß man das ja nicht. Ich fahre hin, gebe 200 Euro für nichts aus und mein Tier ist trotzdem krank oder stirbt. Hatte da selbst so einen Fall. Januar 2012. Hab 50 Euro für nichts bezahlt und am Ende ist das Tier jämmerlich gestorben und hatte nicht mal Schmerzmittel. Die Einzigen, die bei der GOT stinkreich werden sind die Tierärzte.

  7. #7
    kaninchenmamas
    Gast

    Standard

    Wenn ich das auf meine im Bedarfsfall frequentierten TA-Praxen anwende, können die Praxen ihre regulären Samstagssprechstunden nicht mehr anbieten. Es wird doch niemand zusätzlich 50 € für einen regulären Impfertmin zahlen. Und ich habe Praxen, die bieten Samstagvormittag bzw. Samstagnachmittag ganz reguläre Sprechstunden an. Das wird sich zukünftig doch gar nicht mehr lohnen ?
    Die Frage wollte ich auch gerade stellen.

    Heißt das dann, am Samstag keine Sprechstunde mehr?

    Dann freue ich mich schon, wenn ich mit unseren Kaninchen mitten in der Woche dorthin muss und alles gnadenlos überlaufen ist, weil in der Woche alle gehen.

    Entschuldigt, aber die neue GOT ist die größte Abzocke, die es gibt.

    Aber klar. So kann man einen Beruf auch aufwerten.

    Wunderbar. Wenn ich auch das 4 fache kriege für meine Arbeit, wenn ich am Wochenende arbeite und 50 Euro pro Patient extra, muss ich mir am Ende des Monats ja keine Sorgen machen.

    Ich gönne es meinem Tierarzt von Herzen, aber das ist vollkommen überzogen.
    Das geht auf die Kosten von Tieren, weil sich manche Menschen dann wirklich überlegen müssen, ob sie am Wochenende mit ihren kranken Tieren zum Tierarzt gehen können.

    Ich kenne eine Frau, die knapst von ihrer Rente jeden Monat 100 Euro für ihren Hund ab, falls er krank ist und fürs Futter.
    Für diese Frau (und viele andere) ist die neue GOT eine volle Katastrophe.
    Sie müsste ihren Hund dann im Ernstfall sterben lassen oder warten bis zum Ende des Wochenende, wo mitunter das Gleiche heraus kommt.
    Geändert von kaninchenmamas (18.12.2019 um 14:50 Uhr)

  8. #8
    Erfahrener Benutzer Avatar von Tanja B.
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    Beiträge: 5.554

    Standard

    Das Groß der Tierärzte wird garantiert niemals "stinkreich", auch nicht mit der Notdienst-GOT
    Ich glaube, der Großteil der Tierbesitzer weiß nicht einmal ansatzweise, was für Betriebskosten in einer Tierarztpraxis so anfallen. Vor allem auch im Notdienst. Und einen Tierarzt bezahlt man nun mal nicht nach "Erfolg", sondern für seine Dienstleistung für das Tier da zu sein und es nach bestem Wissen zu behandeln.
    Dass nicht jeder Tierarzt sich mit Kaninchen auskennt, ist ja nun inzwischen wohlbekannt (genau wie sich nicht jeder Tierarzt mit Rindern, Bartagamen oder Igeln auskennt). Wenn man wirklich der Meinung ist, dass man mehr Ahnung hat, als der Tierarzt, der vor einem steht, kann man fast immer mit vernünftiger Argumentation bzw. Kommunikation die nötigen Medikamente erhalten, bis man montags zu seinem "Stammtierarzt" kann.
    Wenn man allerdings neunmalklug und besserwisserisch, weil "im Internet steht" und "ich hab bei Google gelesen...", daher kommt, womöglich noch im pampigen Ton vorgetragen, muss man sich nicht wundern, wenn das Gegenüber dicht macht.
    Ist jetzt auf niemand Bestimmten hier bezogen, soll nur allgemein zum Nachdenken anregen.
    Geändert von Tanja B. (18.12.2019 um 14:49 Uhr)

  9. #9
    Erfahrener Benutzer Avatar von Margit
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    Standard

    Zitat Zitat von Amber. Beitrag anzeigen
    Zitat Zitat von Tanja B. Beitrag anzeigen
    Da ich ja direkt im "Problembereich" sitze, kann ichs total verstehen, dass die GOT dahingehend angepasst wird

    Du glaubst nicht, was für "Notfälle" bei uns teilweise in die Praxis kommen, wenn wir eben Notdienst haben.
    Und in Kliniken ist das sehr ähnlich. Da kommt dann - weil Kliniken ja so praktisch rund um die Uhr geöffnet sind - ein Katzenbesitzer rein, dessen Katze seit einer Woche Flohbefall hat und "eigentlich wollte ich nur schnell ein Mittel haben". Genau für solche Leute ist das Gesetz wichtig. Dann überlegen sich diese "Pappenheimer" das vielleicht nochmal, ob es wirklich nötig ist.

    Es ist doch wie immer:
    - diejenigen, die umsichtig mit ihren Tieren sind, können auch einschätzen, wann sie wirklich einen Notfall haben und wann nicht und sind dann auch bereit, den Sondereinsatz entsprechend zu vergüten
    - diejenigen, die nicht umsichtig mit ihren Tieren sind, können meist schlecht einschätzen, wann sie einen Notfall haben und gehen tendenziell zu spät oder zu "früh" zum Tierarzt (so Sachen, die auch bis Montag warten können - mein Hund lahmt seit zwei Wochen z.B.)
    - diejenigen, die umsichtig mit ihren Tieren sind, aber Angst haben, dass sie in die Situation kommen, nicht genügend Geld für die erhöhte GOT aufbringen zu können, werden ihre Tiere vermutlich entweder versichern oder - was bei Kaninchen meist sinnvoller ist - sich entsprechend etwas zur Seite legen.

    Und ja ich weiß, das ist jetzt eher theoretisch, dass man sich immer genügend Geld zur Seite schaffen kann, um den Tierarzt zu jeder Zeit und mit jeder Summe immer total problemlos bezahlen zu können. Grade wenn man so chronische "Wochenendkränkler" hat.

    Dennoch ist die Erhöhung der GOT bzw. die Änderung der Notdienstabrechnungsmöglichkeiten wichtig und richtig für die Tierärzte, ansonsten darf man sich künftig nicht mehr beschweren, wenn man in der Tierklinik nur an den unmotivierten, übermüdeten und nur das Nötigste tuenden Assistenzarzt gerät, der mies bezahlt und gezielt für solche Notdienste "ausgenutzt" wird. Das mal als Betrachtung von der anderen Seite.
    Ich kann deine Sichtweise durchaus verstehen, empfinde sie aber dennoch als ungerecht gegenüber den verantwortungsvollen Tierhaltern, denn durch die Erhöhung werden diese so gesehen mit gestraft und letztlich wette ich, dass es diese Pappanheimer trotzdem geben wird, trotz der Erhöhung.
    Ich persönlich empfinde den Weg aber auch nicht richtig, dass jetzt hohe Kosten eingesetzt wird, um die Leute dazu zu zwingen, nur in aller schlimmsten Fall zum Notdienst zu gehen, sei es bei Menschen oder bei Tieren.

    Für euch Fachleute ist es einfach zu entscheiden, ob das jetzt ein Notfall ist oder nicht, doch auch Kaninchen erfahrene Leute fällt es manchmal schwer zu entscheiden ob das jetzt dringend ist oder nicht. Geht mir zumindest oft so.
    Man nehme doch nur das Wochenende. Wenn man selbst arbeiten musste den ganzen Tag und man spät Nachts Heim kommt und das Tier anders ist als sonst... man weiß doch gar nicht, wie lange das Tier schon so ist. Ich warte dann nicht lang, sondern fahre und manchmal stand es dann auch doch gar nicht so schlimm um das Tier...

    Lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig, das rate ich immer wieder, weil man sich sonst unendliche Vorwürfe macht, wenn es dann doch schlimm war, aber wie viele werden jetzt nicht mehr zum Notdienst fahren, weil die Preise nun noch höher werden?
    Margits sorge kann ich sehr gut nachempfinden, denn die Teile ich nach dem Bericht nun auch sehr....

    Und mit dem zurück legen von Geld, denke, dass das wir größtenteils sowieso schon machen, aber wenn ich schon lese, dass es zukünftig an die 300€ sein wird, nur um eine Aufgasung zu untersuchen und zu behandeln, dann mal ehrlich, wie viel soll man denn da zurück legen? Das ist doch kaum zu schaffen...

    Wenn die Tierärzte kein Nerv haben solche Pappenheimer anzunehmen, sollten sie diese weg schicken mit dem Hinweis, dass das kein Notfall ist. Daraus würden sie sicher mehr lernen, als mehr Geld zu zahlen und aber trotzdem das zu bekommen, was sie wollten.

    Ich fände es aber allgemein auch schon besser, wenn man Telefonisch nachfragen könnte im Notdienst. Wie das hier in Köln ist, weiß ich nicht, aber die Tierklinik in Duisburg macht z.B. nur das Tonband an, dass man im Notfall kommen soll.
    Da ist dann aber auch wieder die Frage, was ist denn ein Notfall und was nicht?
    Ich war vor ein paar Wochen mit Merlin, einem Pflegling, in Duisburg. Er wurde mir an dem Abend todkrank gebracht und hatte eine lebensgefährliche Aufgasung im Blinddarm. Das wusste ich schon vorher und wusste auch, ich brauche sofort einen Arzt.

    In Duisburg, es war nachts, tummelten sich genügend Tierhalter mit augenscheinlich fitten Tieren. Als ich nochmal auf die Lebensgefahr von Merlin hinwies, hieß es seitens der TK, die anderen wären auch alle Notfälle, man könnte uns nicht vorziehen.

  10. #10
    Erfahrener Benutzer
    Registriert seit: 17.07.2011
    Ort: Frankfurt/Main
    Beiträge: 6.289

    Standard

    Ja, das ist für die Tierkliniken/Tierärzte auch echt schwierig zu unterscheiden, weil sie sich ja schon am Telefon auf die Aussagen der Besitzer verlassen müssen. Da können sie auch nicht einschätzen, dass meine oder deine Aussage, Margit, eben bereits eine Diagnose ist und keine aus Angst vielleicht übertriebene Darstellung eines überforderten Besitzers - denn der empfindet eben oft genug die "Bagatelle" ebenso als Notfall.

    Beispiel: Ein Tierbesitzer ruft mich spätabends an, sein Tier verblutet, es blutet überall ... - ich will ihn schon in unsere TK schicken, erbitte mir ein Handyfoto - und die Blutung entpuppt sich als 3 Blutstropfen . Die Panik und der Schreck des Tierbesitzers waren größer - er hat das wirklich lebensbedrohlich empfunden. Wie soll man das am Telefon wirklich einschätzen können - das ist echt schwer, die TK will da sicher auch nichts übersehen.


    Liebe Grüße, Anja

  11. #11
    Erfahrener Benutzer Avatar von Lotta&Lenny
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    Beiträge: 1.581

    Standard

    das mit dem überall ist Blut hatte ich auch schon mal und es war mir im Nachhinein total peinlich und fürchterlich unangenehm

    ich will sonntags das Gehege draussen sauber machen, es war leicht nass vom Regen und ich seh nur überall Blutfützen... ich sofort in Panik beim TA angerufen... am nächsten Tag flogen wir nämlich in den Urlaub... ich konnte sofort kommen... beim Einpacken schon mal beide nach offenen Wunden abgesucht.. nichts... hab noch schnell ein Foto gemacht von dem ganzen Blut und bin dann direkt los... beim TA angekommen habe ich dann am Empfang gesagt, dass ich auch ein Foto gemacht habe, er guckt sich das an, zoomt ran und sagt: da liegt doch eine Kralle.... ich war total überrascht, habe ich in meiner Panik überhaupt nicht gesehen... und im gleichen Moment war es mir schon peinlich... er war aber total nett, hat uns mit in ein freies Zimmer genommen und beide angeguckt, bei Lenny hat er dann die Pfote gefunden, es sah alles gut aus und wir konnten direkt wieder gehen... ich brauchte auch nichts bezahlen...

    aber mir war es wirklich sehr peinlich, dass ich dafür in den Notdienst gefahren bin...
    An alle die behaupten, sie wüssten wie der Hase läuft...
    Er hoppelt!

  12. #12
    Erfahrener Benutzer Avatar von Tanja B.
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    Beiträge: 5.554

    Standard

    @Amber: Ich schreib da morgen noch was zu

  13. #13
    Erfahrener Benutzer Avatar von Margit
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    Ort: Ratingen
    Beiträge: 7.737

    Standard

    Zitat Zitat von Anja S. Beitrag anzeigen
    Ja, das ist für die Tierkliniken/Tierärzte auch echt schwierig zu unterscheiden, weil sie sich ja schon am Telefon auf die Aussagen der Besitzer verlassen müssen. Da können sie auch nicht einschätzen, dass meine oder deine Aussage, Margit, eben bereits eine Diagnose ist und keine aus Angst vielleicht übertriebene Darstellung eines überforderten Besitzers - denn der empfindet eben oft genug die "Bagatelle" ebenso als Notfall.

    Beispiel: Ein Tierbesitzer ruft mich spätabends an, sein Tier verblutet, es blutet überall ... - ich will ihn schon in unsere TK schicken, erbitte mir ein Handyfoto - und die Blutung entpuppt sich als 3 Blutstropfen . Die Panik und der Schreck des Tierbesitzers waren größer - er hat das wirklich lebensbedrohlich empfunden. Wie soll man das am Telefon wirklich einschätzen können - das ist echt schwer, die TK will da sicher auch nichts übersehen.
    In der TK, in die ich im Notfall fahre, läuft nur eine Bandansage, dass man mit Notfällen sofort vorbei kommen soll. An der Rezeption müssten sie eigentlich schon unterscheiden können, ob ein Tier topfit dahin kommt oder völlig apathisch. Das erwarte ich zumindest von den Menschen, die dort arbeiten.
    Merlin hat die Warterei an dem Abend zumindest überlebt, er ist aber einen Tag später leider verstorben. Er wurde mir zu spät gebracht.

  14. #14
    Erfahrener Benutzer Avatar von Mareen
    Registriert seit: 05.03.2018
    Ort: Braunschweig
    Beiträge: 668

    Standard

    Wie war das denn bisher bei euren Tierärzten kostenmäßig in Notfällen geregelt?

    Meine Praxis hat immer nur einen erhöhten Betrag für die Untersuchung genommen (ich meine um die 15-20€ mehr) und ansonsten normal abgerechnet. Das sich das langfristig nicht rechnet, war mir schon länger bewusst.

  15. #15
    Gast
    Gast

    Standard

    Zitat Zitat von Mirabelle Beitrag anzeigen
    Wie war das denn bisher bei euren Tierärzten kostenmäßig in Notfällen geregelt?
    Es gibt für das Kieler Umland eine Notdienstnummer (so eine 0180er Nummer), da wird man mit den notdiensthabenden TA verbunden. Ansonsten, wenn ich in meine Stammpraxis anrufe, werde ich entweder durchgestellt (wenn die Notdienst haben) oder ich werde zu einem von 5 oder 6 anderen Tierärzten durchgestellt. Dort hat man sich untereinander in einem Verbund organisiert unabhängig vom tierärztlichen Notdienst in Kiel.

    Es gibt aber auch Tierärzte, die bieten Samstags reguläre Sprechstunden an. Ich habe das Glück und kann reguläre Sprechstunden um 10 - 12 Uhr und von 16 - 18 Uhr beanspruchen. Die regulären Sprechstunden werden auch normal abgerechnet, sonst sind sie als Notfallsprechstunde gekennzeichnet!

    Und wenn alle Stricke reißen: Tierklinik (30 Minuten Fahrt) mit telefonischer Anmeldung außerhalb der Sprechzeiten am Wochenende (Samstag 10 - 12 Uhr und Sonntag 10 - 11 Uhr), aber sonst eben 24h Notdienst, muss man aber vorher anrufen.

    Wenn ich mir das so durchlese, bin ich komfortabel ausgestattet . Allerdings bin ich froh um mein "Wissen", denn wenn ich mit der Aufgasung antanze, weiß längst nicht jeder, was zu tun ist. Wenn ich mir vorstelle, ich wäre Haltungsanfänger oder hätte schlicht keine Ahnung... mh... dann wird das wohl ne Glückssache.

  16. #16
    Erfahrener Benutzer Avatar von Mareen
    Registriert seit: 05.03.2018
    Ort: Braunschweig
    Beiträge: 668

    Standard

    Hm das beantwortet meine Frage so gar nicht Ich wollte gerne wissen welchen Aufschlag ihr jetzt im Notfall zahlt.

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