Hallo Zusammen!
Ich möchte hier auch von mir einen Erfahrungsbericht zur Weibchenkastration einstellen.(Ich hoffe es ist der richtige Thread, wenn nicht dann bitte verschieben)
Leider mit Komplikationen und keinem guten Ende.
Trotzdem möchte ich niemanden Angst machen, sondern nur Aufmerksam machen, damit ihr evtl. früher wie ich einschreiten könnt.
Also hier der Bericht:
Anfang Januar 2019 musste ich unsere Kaninchendame mit nur 5 Jahren über die Regenbogenbrücke begleiten. Sie hatte zu spät erkannten Gebärmutterkrebs, der dann auch schon in die Lunge gestreut hatte.
Unser Kastrat Purzel sollte nicht alleine bleiben und so wollte ich zwei weiblichen Hasenkaninchen aus dem Tierschutz ein neues zuhause geben.
Nach den schlechten Erfahrungen mit unserem vorherigen Weibchen entschied ich die beiden Mädels kastrieren zu lassen. Unsere Tierärztin macht das standartmäßig und empfiehlt es jeden Kaninchenbesitzer (wir haben den Tierarzt gewechselt, nachdem unser vorheriges Kaninchen falsch auf EC diagnostiziert wurde).
Am 15.02.19 wurde die Operation durchgeführt und verlief bei beiden Hoppels gut. Auch die Wundverheilung lief unproblematisch und bei der Nachsorgekontrolle war alles in Ordnung.
Nachdem alle unsere Kaninchen geimpft und die Kotproben bei allen dreien unauffällig waren haben wir die drei im März Vergesellschaftet. Nach harten Streitigkeiten zwischen den Kaninchen verlief die Zusammenführung sehr gut. Es wurde eine harmonische Dreiergruppe
Ende März wurde ich dann zum ersten Mal bei unserer Tierärztin vorstellig, da Klopfer(unser eines Weibchen) sich immer wieder tageweise zurückzog und nicht gut fressen wollte. Ich hatte da die Vermutung das sie kohlhaltige Sachen (Brokoli) nicht verträgt.
Leider verschlechterte sich ihr Zustand immer mehr und sie fraß wenig und nahm ab. Während dessen waren wir immer bei der Tierärztin in Behandlung. Es wurden Kokzidien bei ihr festgestellt. Sie wurde zwangsernährt und mit Schmerzmittel, Lactulose und Antibiotika behandelt.
Auf den Röntgenaufnahmen zeigte sich das Köttel an einer komischen Stelle im Bauchraum waren. Sie hatte auch Probleme beim Kot absetzten und drückte ihren Po immer so komisch nach unten.
Zeitweise erholte sich Klopfer wieder und es gab einzelne Tage wo sie fröhlich durch das Gehege hoppelte, dann saß sie wieder nur in einem Eck und knirschte mit den Zähnen.
Am Sonntag fuhr ich mit ihr als Notfall zur nächsten Tierklinik, weil sie mir gar nicht gefiel. Sie saß nur noch in zusammengekauert in einer Ecke. Doch diese schickte mich wieder nach Hause, mit der Aussage mein Kaninchen wäre gesund.
Am Montag schlug meine Tierärtin die Hände über den Kopf zusammen, da ihr Zustand so schlecht war. Nachdem sie erst 11 Monate alt war und sie das Zufüttern noch annahm wollte die Tierärztin noch weiter kämpfen. Ich hatte da im Hinterkopf schon die Euthanasie.
Drei Tage lang kämpfte ich, stand in der Nacht alle 2 Stunden auf um Klopfer mit der Spritze zu füttern. Schließlich verweigerte sie auch das zufüttern. Sie schluckte nicht mehr und lies alles wieder rauslaufen.
Nachdem sie immer mehr abbaute und auch, trotz Schmerzmittel, Schmerzen hatte entschied ich mich, mit der Tierärztin zusammen, am 03.04.2019 sie über die Regenbogenbrücke gehen zu lassen.
Unsere Tierärztin machte danach eine kurze Autopsie und stellte dabei fest, das die Bauchnaht mit dem Enddarm verklebt war und dieser schließlich seine Tätigkeit einstellte. Leider eine Komplikation der Kastration.
Mein Schock und meine Trauer war sehr groß!
Natürlich weis man um die möglichen Komplikationen der OP, trotzdem habe ich zwei Monate nach dem Eingriff nicht damit gerechnet. Ich dachte wir haben alles gut überstanden.
Aktuell habe ich jetzt ein schönes, harmonisches Pärchen. Mein anderes Weibchen (Hasi) hat alles gut überstanden und ist fit. Ich vermisse trotzdem die Dritte im Bunde und ich mache mir natürlich auch Vorwürfe.
Ich weis nicht ob man noch etwas machen hätte können, wenn wir die Diagnose schneller in Betracht gezogen/gefunden hätten.
Wahrscheinlich würde ich die Weibchenkastration wieder machen lassen, aber bei der Nachsorgeuntersuchung gleich nochmal röntgen lassen. Ich hoffe jedoch das wir jetzt erstmal von weiteren Tierarztbesuchen verschont werden und mein jetztiges Pärchen noch lange erhalten bleibt.
Liebe Grüße
Angie
Tina für immer im Herzen
Es tut mir unendlich leid für Dich!
Ich bleibe dabei das meine Weibsbilder nur kastriert werden bei einer Indikation, die Zahlen der Tiere die tatsächlich an GBM-Krebs sterben sprechen ja auch dafür. "Veränderungen" der GBM werden leider von vielen mit einem Problem verwechselt, dabei hat das erstmal genau gar nichts zu bedeuten.
Jede Frau ab 30 hat auch Veränderungen an der GBM, deswegen keinen Krebs.
Eine Kastra schützt leider auch nur bedingt vor Krebs, es sterben auch kastrierte ab Mamatumoren wenn es denn so sein soll....
Mein herzliches Beileid!
Bei mir wird alles kastriert. Gibt aber auch Pflegetiere, bei denen ich mich dagegen entscheide und es ging bisher gut. Aber meine Sensoren sind da feiner gestimmt, da ich schon sehr viele Pflegekaninchen und damit auch Weiberkastras hatte. Aktuell hab ich nur 2, waren Handaufzuchten von mir, aber kaum das pubertär wurden, rammelten sie sich zur "Besinnungslosigkeit". Beide waren wie ferngesteuert und lösten bei der anderen ständig Eisprünge/ sehr starke Hitzigkeit aus. Das habe ich mir 3 Monate mit angeschaut und mich dann zur OP entschlossen. Die beiden hatten nur noch Hormonstreß.
Ich verstehe beide Ansichten.
Da es doch ein großer Eingriff ist, würde ich glaube auch nur bei entsprechendem Befund an der GM oder aber dieser extreme Hitzigkeit kastrieren lassen.
Allerdings: Bei den meisten Weibchen, die hier waren, war entweder der eine oder der andere Fall vorhanden.
Lediglich eine ließ ich rein prophylaktisch kastrieren, sie war noch jung.
Bei der letzten kam es nicht so weit, weil sie ständig zahnkrank war und auch kein auffälliges Verhalten zeigte.
Ich hatte eine Häsin, die wirklich außer Rand und Band war vor hormoneller Übersteuerung, als sie kastriert wurde, entdeckte man ein Karzinom an der GM.
Und ja es ist schon richtig, dass nicht an anderer Stelle Krebs auftreten kann.
Eine hatte Jahre nach der Kastra immer und immer wieder Gesäugetumore, aber alle OPs gut überstanden und wurde 10 Jahre damit. Sie war sowieso für alle ein kleines Wunder.
Eine wurde 8 Jahre, nicht kastriert und hatte 2 GM-Tumore, lebte nur noch 3 Monate nach OP.
Habe jetzt eine neue Häsin, per RÖ-Bild noch keine Auffälligkeiten, aber sie ist auch sehr, sehr hibbelig. Ich weiß nicht ob es lange gut geht ohne Kastra.
Sieht man beim Schallen mehr als auf dem RÖ_Bild ?
Meine allererste Häsin, total hitzig in ihrem 1. Lebensjahr, bekam Hormonspritzen....auch nicht so gut. An Kastrationen von Weibchen hat sich hier noch keiner herangetraut. Sie ist sehr jung gestorben, wer weiß was geworden wäre.
Ja, da kann man sogar die dicke der GBM Wände messen etc.Sieht man beim Schallen mehr als auf dem RÖ_Bild ?
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