Ein verantwortungsvolles TH impft vor der Abgabe, dann können die Kleinen auch noch bei der Mama bleiben und wenn sie dann abgegeben werden, ist der Impfschutz schon aufgebaut.
Ein verantwortungsvolles TH impft vor der Abgabe, dann können die Kleinen auch noch bei der Mama bleiben und wenn sie dann abgegeben werden, ist der Impfschutz schon aufgebaut.
Tierschutz ist kein Anlass zur Freude, sondern eine Aufforderung sich zu schämen, dass wir ihn überhaupt brauchen. (Prof. Dr. theol. Erich Gräßer, Theologe und Politiker)
Das geht wohl eben gerade nicht, weil sie dann noch bei der Mama trinken können und die AK der Mutter die eigene AK-Produktion verhindern...deshalb muss man ja sogar zwei Wochen nach dem Absetzen warten..? Hab ich vorher auch nie drüber nachgedacht...
Edit: das TH will ja impfen, ist bloß eine Frage, wie...*kopfkratz*
Geändert von flowerline (15.08.2017 um 07:12 Uhr)
Es ist nicht bekannt, ob überhaupt Antikörper über die Milch abgegeben werden. Gerade bei RHDV-2 steht das sehr in Frage, da dort die Nestlinge eben schon sehr früh verstorben sind bei Züchtern.
Liebe Grüße von Kathi und ihren Kaninchenfellen, erreichbar unter kathis-kaninchenfelle@posteo.de
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Hoppywood Teil 1: https://www.kaninchenschutzforum.de/...ad.php?t=48411
Hmm... aber so richtig drauf verlassen kann man sich ja eher nicht oder..?Rein immunologisch werden auf alle Fälle Antikörper mitgegeben (wenn die Mutter welche hat), wahrscheinlich nur nicht genug... Wäre denn eine Boosterung nach einigen Wochen mit Filavac sinnvoll und machbar?
Kathi, denken wir nur an Betty und ihre Babys, die nur wenige Wochen alt waren ...
Filavac kann in der vierten Lebenswoche geimpft werden, ohne dass die Jungtiere von der Mutter weg müssen. Allerdings muss dann in der zehnten Lebenswoche erneut Filavac geimpft werden. - So jedenfalls mein Stand.
Und ich meine, mich erinnern zu können, dass auch Nobivac bereits mit acht Wochen geimpft werden kann, wenn's dann um Myxo/RHD1 geht, muss ich aber nachlesen.
Hat's Kaninchen keinen Spaß, schenk' ihm grünes Gras.
Auch Grünkohl und Radiccio machen das Kaninchen froh.
Das wäre dann logisch... Danke für den Tipp!
Wenn die Nestlinge UND die Mutter versterben, dann hatte natürlich auch die Mutter nicht die passenden Antikörper...Und es hängt wahrscheinlich ja auch von der Frequenz des Säugens ab, denn unter einem bestimmten Alter können Jungtiere ja noch gar keine AK bilden.
Das Problem der maternalen Antikörper hat weniger damit zu tun, ob die Jungen noch gesäugt werden - die Anzahl der hier mitgegebenen Antikörper ist eher gering, sondern der größte Teil der Antikörper wird noch über die Plazenta bzw. über die Erstmilch mitgegeben, wodurch sich bei den Jungen zunächst eine sog. passive Immunität gegen diverse Krankheiten/Erreger entwickelt.
Diese passive Immunität baut sich in den nächsten Wochen zunehmend ab, aber es sind noch so viele maternale Antikörper vorhanden, dass durch eine Impfung keine Immunität aufgebaut werden kann, die Impfantigene werden durch die mütterlichen Antikörper sofort neutralisiert.
Wie lange diese Zeit dauert, hängt von den jeweiligen Krankheiten ab, von der Anzahl der Antikörper, die bei der Mutter vorhanden waren sowie von der Tierart, kurz: genau wird niemand sagen können, wie lange diese Refraktärzeit anhält bzw. ab wann durch eine Impfung das Immunsystem des Jungtiers so stimuliert werden kann, dass sich auch ein hinreichender Krankheitsschutz bildet.
Wenn man 100%ig sicher gehen wollte, vor allem in Gebieten mit hohem Infektionsdruck, müsste man daher jeden Impfstoff zweimal impfen, einmal frühestmöglich, und dann nochmals ein paar Wochen später für den Fall, dass sich aufgrund maternaler Antikörper kein hinreichender Impfschutz aufbauen konnte.
Wir hatten letzten Sommer zwei Jungtiere verloren, die im Alter von 7 Wochen gegen Myxo geimpft wurden, dann aber weitere sechs Wochen so schwer an Myxo erkrankten, dass sie starben. Die Jungtiere stammten aus einem 11er Wurf, alle wurden noch im Tierschutz zeitgleich mit dem gleichen Impfstoff geimpft, im Alter von 10 - 12 Wochen an verschiedene Halter abgegeben und fast alle starben dann kurz darauf an Myxomatose, bis auf fünf (davon zwei bei uns), die sie gar nicht erst bekamen.
Da ich es für unwahrscheinlich halte, dass es am Impfstoff oder irgendwelchen versteckten Erkrankungen bei der Impfung lag, und ich mir auch nicht vorstellen kann, dass die Schnake mit den Myxo-Erregern immer nur zwei Tiere von uns gestochen hat, die anderen beiden aber nie, bleibt mir hier eigentlich auch nur die Erklärung, dass bei manchen Tieren die passive Immunität noch nicht weit genug abgebaut war, als dass sich eine Immunität aufgrund der Impfung hätte entwickeln können, obwohl ja Nobivac lt. Beipackzettel schon ab der 5.Lebenswoche greifen soll...
Diabi, das hieße dann konkret, Jungtiere bei entsprechendem Infektionsdruck grundsätzlich lieber mit zehn Wochen nachimpfen oder?![]()
OT: Wobei ich aus der Humanmedizin durchaus auch Regularien kenne, dass die Mutter über die Muttermilch "frische" Antikörper nachliefert... zB verändert sich bei Menschen die Milch dahingehend, dass im Krabbelalter der Gehalt an Immunglobulinen nochmal auf eine ähnliche Konzentration ansteigt wie im Kolostrum...das sollte bei anderen Säugetieren eigentlich ähnlich sein.
@flowerline: Ich bin kein Mediziner und hab´im Bereich der Immunologie allenfalls ein gesundes Halbwissen... ein Gutteil davon fußt auf meinen Gesprächen mit der Tierärztin von Intervet (gehört zur Unternehmensgruppe MSD, dem Nobivac-Hersteller), weil ich damals einfach nicht begreifen wollte, warum so viele Tiere eines Wurfes trotz Impfung an Myxo verstarben und der Rest auf Mr. Google...
MSD erläutert diese Problematik leider nur bei Hund und Katze (http://www.msd-tiergesundheit.de/New...tikoerper.aspx) - und ich bin mir auch nicht sicher, ob bei Kaninchen überhaupt dazu geforscht wird - und bei MSD wird hauptsächlich auf vorgeburtliche Übertragung bzw. die Weitergabe mit der Erstmilch abgestellt.
Aber wenn ich lese, dass Jungtiere z.T. schon mit 4 Wochen an RHD2 sterben, wüsste ich nicht, wie man anders überhaupt versuchen könnte, gerade junge Kaninchen hinreichend vor RHD2 zu schützen, als durch eine doppelte Impfung bzw. Grundimmunisierung. 10 Wochen abzuwarten kann in einem Gebiet, wo es viele RHD2-Fälle gibt, schon um Wochen zu spät sein, wie der tragische Fall hier im Forum zeigt, wo eine Häsin mit allen Jungtieren an RHD2 verstorben ist.
Wenn man früher impft, ist man wegen der mütterlichen Antikörper, einerlei, ob durch Säugen oder sonst übertragen, halt nicht sicher, ob sich überhaupt ein Impfschutz aufbaut, aber dann hat man wenigstens versucht, das Jungtier zu schützen, müsste aber wegen des unklaren Impfsschutzes eigentlich nochmal impfen.
Interessant zu wissen wäre, ob man den Immunstatus vorab überprüfen kann. Ich fürchte nur, dass sich diesbezüglich, selbst wenn man es prüfen könnte, niemand die Mühe macht, schließlich sind es ja "nur" Kaninchen...
Das ist auf jeden Fall erstmal ein Plan, dann werden wir das mit dem TH dahingehend absprechen.Leuchtet mir eben auch ein...
Btw macht man sich die Mühe, einen Impfstatus zu prüfen bzw eine Titerkontrolle selbst bei Menschen sehr selten.. Ist wahrscheinlich der Aufwand höher, als zu impfen und meist "schadet" ja eine Impfung zuviel auch nicht...
Geändert von flowerline (15.08.2017 um 13:06 Uhr)
Ich verstehe auch das Argument von Jennys Tierärzten nicht, dass sich die neuen Impfstoffe erst "beweisen" müssten. Filavac war ja schon im EU-Ausland (Frankreich, Niederlande) im Einsatz. Muss man das Rad immer wieder neu erfinden in Dtl. und dauert es deswegen immer so lange, bis die Impfstoffe hier zugelassen werden? In der Theorie könnte man ja, wenn sich im Nachbarland eine aggressive Seuche ausbreitet und ein Impfstoff entwickelt wurde, reagieren, bevor sich der Mist hier komplett ausgebreitet hat.![]()
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