In letzter Zeit wird im Forum vermehrt auf die Möglichkeit hingewiesen im Winter (also jetzt ;-) ) Brombeerblätter zu verfüttern, da es sich hier um eine immergrüne Pflanze handelt.
Meine Frage: Besteht hier eine großes Risko der (inneren) Verletzung, da die Brombeerblätter ja mit Dornen besetzt sind. Ich denke eigentlich, dass es kein artypisches Futter ist, da die Blätter ja an Sträuchern wachsen, die von den Tieren in der Natur ja nicht ohne weiteres erreichbar sind. Daher mache ich mir halt GEdanken.
Ferner die Frage, ob auch die Äste, bzw. es sind ja mehr Ranken, verfüttert werden können, ohne Gefahr zu laufen, das sich die Tiere im Mund- oder Rachenraum verletzten.
Dadurch, dass die Brombeere auch im Winter grüne Blätter behält, ist sie für das Wild eine wichtige Winternahrung (Stichmann). Je nach Wuchs können ihre Blätter auch von Kaninchen sehr gut erreicht werden. Ihre Blätter sind bei Kaninchen trotz ihrer Stacheln ganzjährig sehr beliebt. Nicht selten wird auch an den stacheligen Zweigen genagt.
Auch einige andere, recht stachelige Pflanzen werden von Kaninchen gerne befressen. Einige Distelarten (z.B. Acker-Kratzdistel) zählen in freier Natur zu den von Kaninchen häufig oder bevorzugt befressenen Pflanzen (Turček). Es scheint so, als haben sich die Tiere ein besonderes Geschick im Umgang mit solchen Pflanzen angeeignet.
Obwohl die Brombeere sich als gutes Winterfutter bewährt hat, und z.B. in unserem Infomaterial als arttypische Nahrung empfohlen wird, können wir Verletzungen nicht pauschal ausschließen. So wie pieksende Heuhalme z.B. zu Verletzungen im Mundraum führen können, sind auch hier in Einzelfällen verschiedenste Verletzungen denkbar.
Quellen:
P. Schley
Kaninchen
Ulmer-Verlag, 1985
W. Stichmann
Der große Kosmos Naturführer Tiere und Pflanzen
Kosmos Verlag, 1996
F. Turček, B. Stiavnica
Beitrag zur Kenntnis der Fraßpflanzen des Wildkaninchens, Oryctolagus cuniculus (Linne, 1758), in freier Wildbahn
Säugetierkundliche Mitteilungen, Heft 7, 1959
Eigene Erfahrungen




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