Ich muß gestehen, ich bin auch ein Schisser. Ich füttere nichts, wo Schimmel dran ist. Und wenn es nur winzige Strellen sind. Das liegt aber vielleicht auch daran, weil ich in über 50 Jahren bewußtem Zusammenleben mit Kaninchen schon so sehr viel mit erlebt habe, was alles passieren kann. Und meine Mutter (stammt aus der Landwirtschaft) warnte mich immer davor, verpilztes Futter zu füttern. Sie wußte nicht warum, aber daß es krank machen kann. Pilze sind entweder selbst giftig oder sie sondern giftige Stoffwechselprodukte ab. Man soll ja auch kein schimmliges Brot oder Obst essen. Daher füttere ich nie nicht etwas, was Schimmelpilze enthält. Ich habe vor Jahren mal einen ganzen Stallbestand tot gesehen, weil pilzige Blätter verfüttert wurden. Nach nur einer Mahlzeit waren am nächsten Tag alle Tiere tot.
Ich habe hier
http://archive.org/stream/zeitschrif...0stut_djvu.txt
dies dazu gefunden. Es beschreibt Pilzbefall auf Weinreben. Aber ich finde, das kann auf anderes Obst und deren Schimmelpilze genauso gelten:
Zitat:
Referate. — Ravaz et Bonnet, Untersuchungen über Blackrot. 229
dass beide Organismen sehr nahe miteinander verwandt sein müssen.
Bei Kultur krebsiger Gewebe von Eichen, Apfelbäumen, Eschen und
Tannen, sowie der Perithecien und cylindrischen Conidien von Nectria
cUtissima in flüssigen Nährmedien treten Pilzbildungen auf, welche
mit den sjjherules refringejites der Krebsgescliwülste der Menschen
grosse Ähnlichkeit haben, und diese Ähnlichkeit steigert sich zur
Identität bei der Kultur in bouillon de mammelle. Ferner lassen
sich die SjDoren, Conidien, spherules von Nectria ebenso färben, wie
die entsprechenden Organismen in den Krebsgeschwülsten des
Menschen. Impfungen mit Kulturen des Krebsparasiten des Menschen
riefen nach 6 Monaten an Eiche, Traubenkirsche, Bergahorn Krebs-
geschwülste hervor, an Ulmen sogar eine allgemeine Verkrebsung
des Stammes. Mit diesen Krebsgeschwülsten angelegte Kulturen
ergaben bei der Verfütterung an Kaninchen in deren Magen rund-
liche Geschwüre, wie sie bei der Verfütterung von Krebskulturen
menschlichen Ursprungs aufzutreten pflegen. Die löslichen Stoff-
wechselprodukte beider Pilze zeigten gleiche Giftigkeit und die ab-
geschwächten Toxine beider riefen bei Krebskranken dieselben Er-
scheinungen hervor. F. Noack.
Rayaz, L. et Bonnet, Recherches sur le blackrot. (Untersuchungen
über Blackrot.) Extrait des ann. de l'ecole nation. d'agric.
de Montpellier.
Beim Keimen der Blackrot-Sporen auf Blättern und jungen
Beeren dringt nur von sehr wenigen der Keimschlauch in das Innere
der betreffenden Organe ein; die meisten bilden eine braune, sekun-
däre Spore, die ohne Zweifel erst nach langer Ruhe oder unter
gewissen besonderen Bedingungen keimt. Der eingedrungene Keim-
schlauch wächst zunächst zwischen Cuticula und der äusseren Epi-
dermiswandung weiter, verzweigt sich hier vielfach und bildet ein
Netzwerk mit sehr engen Maschen. Dann zwängen sich einzelne
Zweige des Mycels zwischen die Epidermiszellen und gelangen
schliesslich in die darunter liegenden Gewebe, ohne jedoch jemals
ins Innere der Zellen einzudringen. Erst wenn das Mycel sich in
den unter der Epidermis liegenden Geweben auszubreiten beginnt,
treten äusserlich sichtbare Veränderungen in den infizierten Organen
ein. Doch vorher schon hat das Mycel die Entwicklung der Zellen,
mit denen es in Berührung gekommen ist, beeinflusst: die Epidermis-
zellen werden infolge dessen höher und breiter, ebenso dann später
die darunter liegenden Zellen. So entstehen auf den Beeren Knöt-
chen von 1 — 2 mm Durchmesser im allgemeinen 5 — 6 Tage vor dem
Auftreten der Flecke , in ähnlicher Weise auf den Blättern kleine,
etwas blassere, nach oben vorgewölbte Pusteln. Doch können auch
230 Referate. — Eavaz, Phoma reniformis ; Smitli, Colletotrichumkrankheit.
Gewebe von dem Mycel ergriffen sein, ohne dass Flecke entstehen;
dieses befindet sich dann nur unter der Cuticula sehr wenig ent-
wickelt. Die schädliche Wirkung des Pilzes hängt also ab von der
Widerstandsfähigkeit der Kittsubstanz zwischen Cuticula und Epi-
dermiszellen und zwischen letzteren selbst. Die Dauer der Inkubations-
zeit, die im allgemeinen 10—11 Tage beträgt, ist ebenfalls davon
abhängig, dass grosse Luftfeuchtigkeit die Festigkeit dieser Kitt-
substanz vermindert, wähi-end hohe Temperatur die entgegengesetzte
Wirkung hat. Aber auch die Keimung der Sporen spielt dabei eine
Rolle, da diese längere Zeit auf den betreffenden Organen liegen
können, ohne zu keimen, ohne jedoch die Keimkraft zu verlieren,
oder, wenn auch gekeimt, nicht sogleich ins Innere der Gewebe ein-
dringen. F. Noack.


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