Danke Simmi,
genau so hatten wir es im Laufe des Jahres gemacht. Da muss bei ihr im ersten halben Jahr ganz schön was schief gelaufen sein. Mir wurde gesagt, sie kommt aus einer Haltung vom Dorf. Sollte also eigentlich zumindest Dorfgeräuche kennen. Sie kannte gar nichts. Die Hühner, Traktoren, Flugzeuge, Hundebellen, das Muhen von Kühen und halt besonders Männer haben ihr furchtbar Angst gemacht.
Ich habe viel im Gehege gelegen und gelesen. Leckeres wurde um mich verteilt. Dann habe ich meine beiden Kids dazu geholt. Sie haben dort einen Picknicktisch in den erweiterten Auslauf bekommen und haben dort gegessen, rumgelegen. Zusätzlich halt eben laut im Garten gespielt.
Beim Füttern reiche ich ihr immer ein paar besondere Happen von Hand, die Kinder nehmen immer was Besonderes mit und reichen ihr das durchs Gitter. Wenn sie mit reindürfen dann auch von drinnen. Die beiden sind zwar lauter und hektischer, aber lassen ihr geduldig ihren Freiraum, versuchen sie anzufassen, aber fordern es nicht ein. Irgendwann konnten wir sie halt dann auch anfassen. Erst mit einzelnen Fingern, dann mit der ganzen Hand. Manches mochte sie nicht. Man darf ihr zum Beispiel nie über die Ohren streichen. Diese müssen immer wachsam mach oben stehen, außer sie entspannt gerade an ihrer Lieblingsstelle oder kuschelt mit ihren Kaninchenkumpels. Ich durfte auch schon die Vorderpfoten nacheinander kurz anheben.
Geräusche hatte sie auch nach und nach akzeptiert. Sie ist auch eigentlich kein Angsthase, sie ist normalerweise die Chefin und seit Sommer ging sie sogar aktiv raus, wenn noch nicht alle bei komischen Geräuschen drinnen waren und hat sie klopfen vor dem Eingang zur Voliere positioniert.
Deshalb macht mich eben das Verhalten nun so traurig.
Im Haus hab ich sie eigentlich nur kurz, wenn Medis anstehen, sie gewogen oder die Krallen gekürzt werden müssen. Das mache ich halt drinnen, weil sie dort dann so verunsichert ist, dass sie kurz stillhält.


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