Danke.

Vier Wochen haben wir gemeinsam gekämpft gegen den Eiter im Kopf, Rico, die Tierärzte und ich.
Anfangs schien es noch gar nicht so schlimm, Rico fraß gut, die Lunge war frei, er vertrug das Veracin und ließ sich geduldig versorgen.
Sogar in der Transportbox auf dem Weg in die Praxis blieb er immer entspannt und fraß.

Ich habe vier Wochen lang kaum geschlafen, alle 2-3 Stunden kümmerte ich mich um Rico, befreite ihm die Nase vom Schnodder, gab ihm Medis. Er bekam Schleimlöser, AB, homöopathische Medis, etwas zur Immunstärkung, Rico musste inhalieren, ich kochte Tees, später musste ich zufüttern, zunächst wenig, dann immer mehr. Trotz allem wurde Rico immer dünner, immer müder, das Niesen fiel ihm immer schwerer, die Atmung wurde zunehmend schlechter. Man kann sich vorstellen, dass ein kleines Schiefköpfchen es noch schwerer hat als ein anderes Kaninchen, den Schnodder auszuniesen, und wenn dann die Kraft schwindet, steigt die Erstickungsgefahr. Zum Schluss war Rico zu müde um selbständig zu fressen, er mochte den Päppelbrei anfangs gerne, später nicht mehr so sehr, das Schlucken fiel schwerer, ich merkte, dass wir verloren hatten.

Die Erregerbestimmung hatte kein Ergebnis gebracht, kein AB schlug an, auch Zylexis blieb erfolglos.

Gekämpft, gehofft und doch verloren.
Gerne hätte ich weitere vier Wochen und länger um Rico gekämpft, doch ich merkte, dass es kein Zurück mehr geben würde.

Rico darf nun schlafen, sein Köpfchen ist wieder ganz gerade und liegt auf dem Keinohrhasen, den Funken damals von Steffi bekam, nachdem Jazz gestorben war.

So werde ich Rico beerdigen, mit seinem Köpfchen auf dem Keinohrhasi.

Schlaf schön, kleiner Fernsehstar, sagte meine Tierärztin gestern.

Und eine Freundin schrieb: "Rico wird in allen Tieren weiterleben, deren Haltern er Mut gemacht hat, die Handicaps ihrer Kaninchen anzunehmen."

Ja, Rico war etwas ganz Besonderes. Er hat wirklich Mut und Hoffnung gemacht, und er machte mit seiner Fröhlichkeit die Welt ein bisschen bunter und schöner.

Er wird sehr fehlen.