ja, wenn man im Zugzwang ist, um eine lang geplante Siegesfeier durchzuführen, muss man wirkliche Ergebnisse vorweisen... bescheuert...
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ja, wenn man im Zugzwang ist, um eine lang geplante Siegesfeier durchzuführen, muss man wirkliche Ergebnisse vorweisen... bescheuert...
Ist der Krieg in eurem Alltag noch von Bedeutung oder eher schon Normalität?
Beides würde ich sagen, anfangs musste ich den ganzen Tag daran denken, mittlerweile kaum noch. Aber ich lese alle Nachrichten dazu, habe indirekt und direkt mit Flüchtlingen zu tun.
Ich freue mich vor allem für die Ukraine dass sie so gut kontra geben können
Der Krieg ist nach wie vor allgegenwärtig. Nach wie vor. Allerdings versuche ich alles an Meldungen zu unterdrücken und konzentriere mich auf die heute Sendung um 19.00 Uhr. Es wird sonst einfach zu bedrückend. Leider klappt das mit den unterdrückten Meldungen nicht immer.
Am Donnerstag haben wir wieder unseren DVD Abend mit meinen Kumpels. Da sind auch einige eifrige AfD Fans bei, die mir beim letzten Mal schon weismachen wollten, dass die NATO der eigentliche Agressort ist. :rw:
Bei mir ist er auch noch sehr präsent
Ich halte es wie Ralf: eine Nachrichtensendung am Tag + Zeitungsabo und ansonsten "normal" weiter machen. Dabei ist mir ständig bewusst, dass es eine Zeitenwende ist, wie in 2018 mit dem spürbar werden des Klimawandels und 2020 dann Covid, die Friedensordnung in Europa ist gebrochen. Leider sehe ich kein schnelles Ende, Russland ist jenseits von Zureden. Putin sieht sich ja klar im Krieg gegen "den Westen".
Und ich schiebe Wut, weil Covid und dieser Krieg so viel Wohlstand vernichten weltweit und den Klimawandel als Thema in den Hintergrund drängen.
Immer präsent... gerade, wenn ich meine drei kleinen Kinder anschaue, mache ich mir Gedanken um ihre Zukunft...
außerdem sortieren wir ja auch immer wieder etwas für die Flüchtlingskinder aus... bald ist ei großer Umzugskarton voll und kann weggebracht werden...
Nur wenn ich schlafe, habe ich derzeit keinen direkten Kontakt zum Krieg. In meinen Träumen kann ich glücklicherweise andere Sachen verarbeiten. Unser Gastkind ist jetzt mittendrin in der Pubertät. Und sie hat ihren Vater und ihre Großeltern und Freunde jetzt 11 Wochen nicht mehr real gesehen und ist in einem anderen Land, fernab ihrer Heimat. Sie macht gerade eine sehr sehr schlimme Zeit durch und wir können nur ihrer Mama den Rücken stärken, die gerade alles abbekommt. Es geht an die Substanz und das bedrückt uns sehr. Das einzig gute ist, das sie gut in der Schule angekommen ist und ihre Klassenlehrerin begeistert von ihr ist. Offensichtlich kann sie da "normal" sein, ist abgelenkt, kann sich konzentrieren. Ich hab Sorge, das hab ich auch der Lehrerin gesagt, was ist, wenn in wenigen Wochen die Schulferien beginnen. In der Ukraine gibts viele Sommercamps, in denen die Schüler Fächer intensivieren können. Sowas gibts hier nicht. Die Kleine kam jetzt in die Förderklasse meines alten Gymnasiums. Da haben die aber seit 2,5 Jahren auch Französisch und sie hatte bisher nur Englisch und Deutsch.
Daneben hören wir jeden Tag Nachrichten und tauschen uns auch immer dezent mit unserer "Gastmama" aus. Sie hört aber ähnliches, nur aus der Ukraine sei es Nachrichten oder Arbeitskollegen, Familie. Auch sie leidet darunter, ihren Mann solange nicht gesehen zu haben. Videocalls sind halt nicht wirklich ein Ersatz. Sie sind seit 20 Jahren zusammen und in der Zeit nur 1 Woche getrennt gewesen. Ihre Mama lebt allein, die Eltern des Mannes kümmern sich um den d*****abhängigen anderen Sohn und können daher auch das Land nicht verlassen. Leben 20km von Kiew entfernt. Aktuell gibts für Zivilisten keinen Treibstoff mehr zu kaufen/zu bekommen, der kurze Weg zu seinen Eltern ist durch eine zerstörte Brücke bei Kiew unmöglich, der Umweg jetzt 60km weit.
Ich höre auch andere Schicksale, dagegen ist das hier Pillepalle. Aber wenn man mit ihnen direkt zusammenlebt, hat man auch keinen Abstand mehr und einem geht alles viel näher. Unsere Gastmama plant/denkt, das sie mind. noch mehr als ein Jahr hierbleiben, ehe sie daran denken können, zurückzukehren oder was auch immer. Sie können solange bleiben, wie sie möchten. Für uns sind sie schon länger Familie geworden.
Das kann ich mir gut vorstellen :ohje:
Bei mir ist es ähnlich wie bei den anderen: Es ist nicht mehr so omipräsent wie zu Beginn, aber die Sorgen und Gedanken darüber kommen schon immer wieder hoch, nicht nur wenn es in den Nachrichten kommt. Ich bekomme über meine politische Arbeit regelmäßig Infos über die Situation der Aufnahme von Geflüchteten in Bremen - die Anzahl der Menschen, die jetzt noch kommen ist natürlich viel geringer, aber es kommen immer noch Menschen. Und alleine die Zahl der Menschen, die schon angekommen sind finde ich immer erdrückend, schon für unser kleines Bundesland. So viele Menschen denen es geht wie deiner aufgenommenen Familie, Claudia: Weggerissen aus der Heimat, viele zurückgelassen, und das große Ungewisse, wie es überhaupt weitergeht. :ohje:
Wie sind hier ein 27.000 Einwohnerkreis (Stadt mit eingemeindeten Dörfern ringsum)... Da ist nix mit Kursen in den Ferien. Wir sind zu klein. :ohje: Ich werd mich dennoch mal erkundigen und steh ja mit der Klassenlehrerin in Kontakt
Kirchliche Einrichtungen bieten da auch oft etwas an.
Und wenn es eine Ferienfreizeit ist, d hat man Spass, Ablenkung und intensiviert automatisch die Deutschkenntnisse.
Wir haben seit gut 1,5 Wochen die Klassen mit ukrainischen Kindern auffüllen müssen, weil unsere Stadt die Anzahl kaum Herr wird. Ein müssen auch nur, weil 30 Kinder einfach zu viel sind.
Heute konnten wir dann die erste Kontaktstunde anbieten. Alle Kinder konnten aufeinander treffen und wir hatten eine Dolmetscherin da. Aus stillen, zurückhaltende Kindern wurden ganz schnell fröhliche und lachende Kindern :love:
Die Universität Leipzig hat letzte Woche in einem Tweet angekündigt, dass sie eine siebenwöchiges psychologisches Gruppenprogramm für geflüchtete ukraninische Kinder kostenlos anbietet. Der durchführende Mediziner ist ausgerechnet jemand, der sich für das Tragen von Masken und das Impfen einsetzt.
Die Kommentare unter dem Tweet sind mehr als unterirdisch und kaum zu ertragen. Deutsche Kinder wären vorrangig zu behandeln, mit Maske werden die Kinder ersticken und es wird am Ende der 7 Wochen geimpft. Es ist echt nicht mehr auszuhalten, was da an Kommentaren zusammen kommt.
Verstehe ich nicht. Sollen sie doch froh sein, dass die Kinder am Ende der 7. Woche gechipt werden und ihr Verhalten dann gesellschaftskonform angepasst werden kann? Erst schreiben sie, Zuwanderer sollen sich anpassen und wenn man dann Anstrengungen in die Richtung unternimmt, ist es auch wieder nicht Recht.
(Kann Spuren von Sarkasmus enthalten)
:rollin::good:
Für mich waren die Kommentare eine willkommene Ergänzung meiner Blockliste. Aber es ist wirklich erschreckend, was in manchen Menschen so vorgeht. Und das Hasskommentare bei der Polizei nicht immer auf offene Ohren stoßen hat Magazin Royale ja leider sehr eindrucksvoll gezeigt. :ohje:
Oh Mann:ohje: so ein toller Einsatz (liest sich zumindest so) für die Kinder! :good:
https://www.youtube.com/watch?v=zmNTfMvHzdA
Wow, zwar schon 10 Jahre her, aber sowas von passend :umarm: