Wer ein / mehrere Pflegetier/e aufnehmen möchte, …
… sollte sich vorher über eines klar werden:
Pflegetiere kommen sehr oft aus katastrophalen Zuständen, sie brauchen viel Zeit, Platz, gutes Futter, Zuwendung, Liebe und sehr oft auch einen Tierarzt, womit hohe Kosten verbunden sind.
Immer notwendig wird die sofortige Vorstellung bei einem Tierarzt sein, um überhaupt erstmal einen Überblick darüber zu bekommen, wie der Gesundheitszustand des Kaninchens ist. Eine Kotprobe (gesammelt über 3 Tage) ist Pflicht, Rammler müssen meist noch kastriert werden und Impfungen fallen für beide Geschlechter an. Dafür entstehen je nach Region und Tierarzt schon mal 50 – 100 € pro Tier. Weiter dazukommen können Zahnbehandlungen, Parasitenbehandlung, evtl. Abszesse, Herzfehler, ständiger Durchfall und was es sonst noch so alles geben mag. Weibchen entpuppen sich außerdem oftmals als Überraschungsei, können also trächtig sein und eine Anzahl x an Welpen werfen, die auch alle mindestens geimpft und ggf. frühkastriert werden müssen, ehe sie vermittelt werden können – ganz abgesehen von sonstigen Problemen bei der Aufzucht von Welpen.
Man kann Spendenaufrufe für Behandlungskosten starten, aber die finanzielle Verantwortung wird immer bei euch liegen, denn es gibt sehr viele Notfälle und Spenden decken selten mal sämtliche Kosten ab!
Des Weiteren sollte man bedenken, dass eine vorläufige Unterbringung im Käfig mit stundenweisem Auslauf sehr oft erstmal eine gewaltige Verbesserung für das Notfalltier ist, aber es sollte schon überlegt werden, wie man diesem Tier die benötigten 2 qm zzgl. Auslauf gewähren kann, denn es soll ja alsbald ein 'normales' Leben führen können. Zudem kann die Vermittlung des Pflegetiers – nachdem es denn gesundgepflegt wurde – sehr lange dauern, oftmals viele Monate. Notfalltiere gibt es en masse, gute Endplätze für sie leider weniger. Seid ihr bereit, über Monate hinweg noch ein Kaninchen zu beherbergen, es zu verpflegen, mit Zuwendung zu überschütten und die Kosten zu tragen?
Die Gefahren für die eigenen Kaninchen sollte man auch bedenken - Parasiten und/oder ansteckende Krankheiten sind schnell übertragen, wenn keine strikte räumliche Trennung und ggf. strenge Hygienemaßnahmen gewährleistet werden können. Auch bei räumlicher Trennung wird eine geruchliche Trennung z. B. in einer Wohnung oft nicht gelingen, so dass die eigenen Kaninchen ob des sehr fremden Geruchs irritiert und ggf. sogar aggressiv werden können, so dass auch das eine große Unruhe mit sich bringt.
Wenn ihr euch darüber im Klaren seid, wenn ihr die finanziellen, zeitlichen, platzmäßigen, nervlichen Ressourcen habt, dann freut sich ein notleidendes Pflegefellchen auf euch, auf ein besseres Leben, das ihr ihm bieten könnt – aber wenn ihr ins Grübeln kommt, ob ihr all das stemmen könnt, dann überlegt besser noch einmal; allzuschnell kann man selber zum Notfall werden.
Dieser Text soll nun nicht abschrecken *g* wir und die Kaninchen sind auf eure privaten Pflegestellen angewiesen, damit wir möglichst viel 'wuppen' können, aber es ist niemandem damit gedient, wenn ihr euch übernehmt.