Anmelden

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Erworbenes Megacolon und/oder gestörte Darmflora?



Nadine K
26.05.2026, 16:11
Hallo,
ich suche Rat zum Thema Darmprobleme, evtl. erworbenes Megacolon.

Bis zum Tod seiner Partnerin Ende Januar 2026 war Thanos immer gesund und hatte nie Magen-Darm-Probleme, leider ging danach die Krankengeschichte los:
02.02.2026: Beidseitige Konjunktivitis, Milben. Behandlung: Cefenicol, Advocate
06.02.2026: Lungenentzündung. Behandlung mit Powerflox/Baytril
07.02.2026: Massive Blinddarmaufgasung, Magenüberladung, Fieber, kein Kotabsatz über mehrere Tage. Blutbild: WBC, MONO, BASO und PLT erniedrigt, sonst alles ok. Behandlung: Enroton, Metacam, Novalgin, SabSimplex, Lactulose. 07.-11.02.2026 stationäre Behandlung
14.02.2026: Kotprobe: Nachweis von multiresistenten E.coli
Zwischendurch hat er Fibreplex, RodiCare Akut, Lactulose und Vitamin B12 bekommen.
15.04.2026: Kotprobe: keine E.coli nachweisbar, gering Pantoea agglomerans, mäßig Enterokokken
14.05.2026: Darmaufgasung, reduzierter Kotabsatz, stationäre Behandlung
17.05.2026: Kotprobe: 1 Kokzidie, Behandlung: Baycox, Kotprobe steht in 10-14 Tagen an

Seit der E.coli Infektion sind die Köttel meistens etwas länglich. Es sieht manchmal aus als wenn es nicht richtig getrennte Doppelköttel sind (es sind keine Haare drin, also keine Köttelketten). Mal sind die Köttel größer, mal kleiner, zwischendurch sind normalgroße runde dabei, mal sind sie etwas schleimig. Ich habe hier noch kein Muster erkannt bzw. kann es nicht der Nahrung zuordnen. Thanos setzt weniger häufig Kot ab als vorher, dafür sind es dann mehr Köttel pro Toilettengang als vorher. Manchmal lassen die Köttel auch einen Tag auf sich warten bis ein größerer Schleimköttel kommt, danach läuft der Kotabsatz wieder normal. Durchfall oder Matschkot hat er nie. Er scheint auch BK aufzunehmen, zumindest hockt er in der Position und kaut danach.
Außer der Köttelform und dem selteneren Kotabsatz ist er bis auf die Aufgasung jetzt Mitte Mai unauffällig (Blut, Zähne, Herz, Lunge ok).

Es steht als Verdacht im Raum, dass sich die Darmflora noch nicht erholt hat bzw. ein Stamm komplett abgestorben ist. Mir wurde gesagt, dass nach schadhaften Keimen geschaut werden kann, aber ob er alle notwendigen Bakterienstämme hat, könnte nicht untersucht werden. Es wird sobald die Kotprobe Kokkzidien-frei ist zu einer Kottransplantation geraten (falls ich BK von Holly finden sollte, was die ganze Sache sehr schwierig macht).

Aufgrund der Köttelform und dem trägen Kotabsatz befürchte ich jedoch, dass er durch die Coli-Infektion und die massive Aufgasung ein Megacolon erworben haben könnte. In einer symptomfreien Phase war dies im Röntgen und Ultraschall nicht zu sehen. Oder kann eine gestörte Darmflora auch solche Köttel verursachen?

Nun stehe ich vor der Frage, was ich mit Thanos mache. Ich bin auch total verunsichert, was ich ihm zur Unterstützung des Darms geben darf und was nicht. Die Infos hier im Forum und auf anderen Seiten z.B. auf Kaninchenwiese liegen teilweise komplett auseinander von „unbedingt täglich geben“ bis "auf gar keinen Fall geben“. Zudem waren wir inzwischen schon in 3 verschiedenen Kliniken und bei verschiedenen Tierärzten (auch gelistete Tierärzte), so wirklich DIE Diagnose oder den einen Ernährungstipps, dem alle zustimmen, haben wir leider nicht bekommen. Das ist so definitiv kein Zustand und ich kann ja nicht nichts tun und bis zur nächsten Aufgasung warten.

Zu Fressen bekommt er Heu, Löwenzahn, Wiese (frisst er aber nicht viel und gerne), Petersilie, Dill, Koriander, Kerbel, Schnittsellerie, Chicorée, Radicchio, Catalogna, Endividie, Frisee, Möhrengrün, Apfelzweige mit Blättern, wenige getrocknete Blätter oder Blüten als Leckerchen. Obst und Gemüse sind komplett gestrichen. Damit er wieder zunimmt, habe ich ihm morgens und abends einige eingeweichte Cunis sensitive gegeben (lasse ich momentan aber weg, da ja bei Megacolon keine Pellets gefüttert werden sollen). Zwischendurch hat er auch Saaten oder Tee bekommen (Kümmel, Anissamen, Dillsamen, Fenchelsamen, Kamillenblüten). Hier bin ich mir aber auch aktuell unsicher, ob das nicht die Geschichte schlimmer macht.
Aus dem Bereich Präbiotika habe ich z.B. Fibreplex, RodiCare Akut, RodiCare Dia, Lactulose auf Lager, bin hier aber gerade zurückhalten wegen dem Zucker, Obstbestandteilen etc.

So, nach dem langen Text meine eigentlichen Fragen:

Was kann ich diagnostisch noch machen außer der anstehenden Kotprobe?

Wie darf ich ihn füttern und seine Verdauung unterstützen?

Gibt es einen Tierarzt/Tierärztin, der/die sich in diesem Gebiet besonders auskennt?

Vielen Dank schonmal für eure Antworten.

Nadine K
26.05.2026, 16:14
216815
So sah der erste Kotabsatz Anfang Februar aus.

216816
Schleimige Köttel

216817
größere Köttel

216818
Köttel von heute morgen. Insgesamt sind die Köttel seit Februar bis jetzt immer trockener/ weniger schleimig geworden

Nadine K
26.05.2026, 16:15
216819
meistens sieht es so aus

Ficus
27.05.2026, 22:04
Hallo Nadine,

ich kenne mich mit beidem (Kokzidien, Megacolon) nicht aus, aber an deiner Stelle würde ich jetzt einfach erstmal die Kokzidien gründlich behandeln und sicher gehen, dass diese auch wirklich ganz weg sind.
Ernährungsmäßig würde ich auch erstmal nichts ändern.

Ich kenne das bei Kokzidien bei Tauben, dass diese dann sehr sehr mager mit solch einem Befall sind.

Sollte dein Tier, nach überstanden Kokzidiose, immer noch mit Untergewicht zu kämpfen haben, wäre ich am überlegen, wo die Ursache dafür sein könnte, denn gesunde Zwergkaninchen brauchen eigentlich keine Hilfen von Trockenfutter oder Sämereien, um ihr Gewicht zu halten.
Denen reicht eigentlich Heu und Wiese/blattreiches Futter komplett aus.

Zur stabilisierung der Darmflora habe ich vor ein paar Tagen von meiner Flora Complex bekommen.

Solange diagnostisch nichts auf dieses MegaColon hinweist, würde ich, um ehrlich zu sein, jetzt erstmal nicht davon ausgehen, dass dein Tier betroffen ist.


Frisst das Tier denn gut, also durchgehend und hast du das Frischfutter portioniert oder durchgehend frei zugänglich im Gehege?
Wie verhält sich das fressen vom Partnertier? Frisst der gut oder mehr als dein Tier?


Liebe Grüße

Nadine K
27.05.2026, 22:27
Hallo Nadine,

ich kenne mich mit beidem (Kokzidien, Megacolon) nicht aus, aber an deiner Stelle würde ich jetzt einfach erstmal die Kokzidien gründlich behandeln und sicher gehen, dass diese auch wirklich ganz weg sind.
Ernährungsmäßig würde ich auch erstmal nichts ändern.

Ich kenne das bei Kokzidien bei Tauben, dass diese dann sehr sehr mager mit solch einem Befall sind.

Sollte dein Tier, nach überstanden Kokzidiose, immer noch mit Untergewicht zu kämpfen haben, wäre ich am überlegen, wo die Ursache dafür sein könnte, denn gesunde Zwergkaninchen brauchen eigentlich keine Hilfen von Trockenfutter oder Sämereien, um ihr Gewicht zu halten.
Denen reicht eigentlich Heu und Wiese/blattreiches Futter komplett aus.

Zur stabilisierung der Darmflora habe ich vor ein paar Tagen von meiner Flora Complex bekommen.

Solange diagnostisch nichts auf dieses MegaColon hinweist, würde ich, um ehrlich zu sein, jetzt erstmal nicht davon ausgehen, dass dein Tier betroffen ist.


Frisst das Tier denn gut, also durchgehend und hast du das Frischfutter portioniert oder durchgehend frei zugänglich im Gehege?
Wie verhält sich das fressen vom Partnertier? Frisst der gut oder mehr als dein Tier?


Liebe Grüße

Hallo,

Also ich denke nicht, dass die Kokkzidien das Problem sind. Die Köttel sehen seit Februar so aus und im Februar und April waren die Kotproben Kokkzidienfrei.

Abgenommen hat er auch im Februar knapp 300 Gramm, inzwischen aber wieder 100 Gramm zugenommen. Durch die Kokzidien hat er nicht weiter abgenommen und sich an seiner Köttelform und -absatz nichts geändert. Das Baycox hat keine Fressunlust o.ä.ausgelöst.

Fressen tut er seit gestern etwas weniger, sie aber auch. Ich denke es ist die Hitze. Ansonsten frisst er aktuell alle 30 Minuten bis maximal alle 2-3 Stunden, davor war es im Durchschnitt stündlich. Teilweise mit Fresspause über Mittag, weil er da immer schläft. Am besten geht gerade Heu, Apfelblätter, Löwenzahn, Catalogna, Möhrengrün oder Petersilie. Mal das eine lieber, am nächsten Tag lieber das andere.
Sie ist ein kleiner Mähdrescher (ich habe sie etwas moppelig übernommen) hat aber andere Präferenzen als er sodass es keine Konkurrenz gibt. Es sind insgesamt 3 Wasserschalen, 3 Futterschalen und 3 Heuraufen zur Verfügung, es kriegt also jeder genug.

Was mir Sorgen macht, ist neben der Köttelform dass er seit der E.coli Infektion ständig was mit den Darmbesiedlern hat. Erst Colis, dann nach der Fibreplex Behandlung einen Enterokokkenüberschuss, nun Kokkzidien... :ohje:

LG,
Nadine

Nadine K
27.05.2026, 22:36
Ich hoffe, ich gebe das alles korrekt wieder: Vereinfacht gesagt wurde mir das so erklärt, dass die Präbiotika nur die Bakterien unterstützen können die da sind und nicht evtl. abgestorbene. Das scheint bei den Enterokokken auch zu dem Überschuss geführt zu haben (weil die Konkurrenz fehlt?). Die meisten Probiotika enthalten an geeigneten und überlebensfähigen Stämmen Enterokokken, aber die braucht er ja nicht. Idealerweise würde man schauen müssen, welche Stämme in welcher Anzahl vorhanden sind was aber wohl nicht möglich ist. Ob das an den Nachweismethoden oder dem fehlenden Wissen hierzu liegt, weiß ich nicht. Daher wurde die Kottransplantation vorgeschlagen. Das kann der Flora helfen, aber es ist die Frage, ob dadurch die Köttel und der Kotabsatz auch wieder normal werden.

Nadine K
28.05.2026, 14:32
216833
Das ist das Bild vom Februar bei stationärer Aufnahme.

Die Arthrose ist bekannt.

Alexandra K.
28.05.2026, 14:40
Wurde da auch mal geschallt zwecks Appenziditis?
Welche Farbe hat das Tier?

Vom Foto her sind die Köttel nicht typisch Megacolon und erworben ist ja auch sehr sehr unwahrscheinlich bei Kaninchen. Der Kot sieht allerdings stark nach entzündetem Darm aus was mich zu meiner ersten Frage bringt.

Nadine K
28.05.2026, 15:36
Wurde da auch mal geschallt zwecks Appenziditis?
Welche Farbe hat das Tier?

Vom Foto her sind die Köttel nicht typisch Megacolon und erworben ist ja auch sehr sehr unwahrscheinlich bei Kaninchen. Der Kot sieht allerdings stark nach entzündetem Darm aus was mich zu meiner ersten Frage bringt.

Danke für deine Antwort, Alexandra.

Es wurde mehrmals Ultraschall gemacht, aber wegen der massiven Aufgasung nichts gesehen. Evtl. kann ich heute noch einmal schallen lassen, ansonsten am Mo.

Er ist ein havannerfarbener Widder, also genetisch nicht vorbelastet.

Ich spreche das Thema Appenziditis gleich direkt an. Danke für den Hinweis.

Alexandra K.
28.05.2026, 19:06
Wurde da auch mal geschallt zwecks Appenziditis?
Welche Farbe hat das Tier?

Vom Foto her sind die Köttel nicht typisch Megacolon und erworben ist ja auch sehr sehr unwahrscheinlich bei Kaninchen. Der Kot sieht allerdings stark nach entzündetem Darm aus was mich zu meiner ersten Frage bringt.

Danke für deine Antwort, Alexandra.

Es wurde mehrmals Ultraschall gemacht, aber wegen der massiven Aufgasung nichts gesehen. Evtl. kann ich heute noch einmal schallen lassen, ansonsten am Mo.

Er ist ein havannerfarbener Widder, also genetisch nicht vorbelastet.

Ich spreche das Thema Appenziditis gleich direkt an. Danke für den Hinweis.

Dann würde ich da eher an Appenziditis denken, Megacolon passt für mich nicht.
Gute Besserung!

Nadine K
28.05.2026, 22:23
Wurde da auch mal geschallt zwecks Appenziditis?
Welche Farbe hat das Tier?

Vom Foto her sind die Köttel nicht typisch Megacolon und erworben ist ja auch sehr sehr unwahrscheinlich bei Kaninchen. Der Kot sieht allerdings stark nach entzündetem Darm aus was mich zu meiner ersten Frage bringt.

Danke für deine Antwort, Alexandra.

Es wurde mehrmals Ultraschall gemacht, aber wegen der massiven Aufgasung nichts gesehen. Evtl. kann ich heute noch einmal schallen lassen, ansonsten am Mo.

Er ist ein havannerfarbener Widder, also genetisch nicht vorbelastet.

Ich spreche das Thema Appenziditis gleich direkt an. Danke für den Hinweis.

Dann würde ich da eher an Appenziditis denken, Megacolon passt für mich nicht.
Gute Besserung!

Danke

Nadine K
28.05.2026, 22:35
Kurzes Update: Ultraschall war heute aus personellen Gründen nicht möglich, wir haben für nächste Woche einen Termin. Es wird zunächst bis dahin auf Appenziditis behandelt.

Parallel habe ich eine Onlinesprechstunde bei Fr. K. aus Gütersloh wahrgenommen und das weitere Vorgehen besprochen. Kotprobe wird wie bereits geplant bakteriologisch untersucht und sollte der multiresistente E. coli wieder da sein soll, Thanos mit einer Autovaccine behandelt. Zusätzlich sollte ich wenn die Köttelproduktion wieder still steht, zuhause Kontrastmittel geben und direkt zum Röntgen in eine Praxis, um zu schauen ob es Engstellen oder Bereiche mit Anschoppungen gibt. Megacolon hat sie zum Glück auch ausgeschlossen. Ein mulitresistenter Coli wäre auch nicht toll, aber er bietet wenigstens Behandlungsmöglichkeiten.

Almuth
29.05.2026, 00:38
Da es jetzt so oft falsch geschrieben wurde, hier mal richtig. Es heißt Appendizitis, nicht Appenziditis :rw:

Nadine K
29.05.2026, 13:23
Da es jetzt so oft falsch geschrieben wurde, hier mal richtig. Es heißt Appendizitis, nicht Appenziditis :rw:

Ups sorry, ich habe nur kopiert :rw:

Nadine K
29.05.2026, 13:29
216840

Auf dem alten Röntgenbild von vor 2-3 Wochen ist der Tierärztin gestern ein vermutlicher Blasen/Harnleiterstein aufgefallen, der war im Februar noch nicht da. Das wird nächste Woche direkt mit abgeklärt. Probleme beim Urinabsatz oder Schmerzen bereitet es ihm aktuell nicht.